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Phillip Modl – Der Planet Nummer 17


einz1975

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Die Wahrscheinlichkeit, einen Flugzeugabsturz zu überleben, ist bereits verschwindend gering, bei einem Raumschiff scheint sie nahezu ausgeschlossen. Doch der Soldat Red trotzt allen Wahrscheinlichkeiten: Er überlebt als Einziger den Absturz seines Schiffes. Schwer verletzt und desorientiert kämpft er sich ins Leben zurück. Langsam kehren seine Sinne zurück, und er beginnt, die Umgebung nach weiteren Überlebenden abzusuchen. Gestrandet auf einem fremden Planeten, macht sich Red auf die Suche nach einer Siedlung oder zumindest nach einem Zeichen intelligenten Lebens.

Was er dabei nicht erwartet: Er trifft auf Alek, einen gegnerischen Soldaten, der dasselbe Schicksal teilt. Zwischen den beiden herrscht tiefes Misstrauen und offener Hass, genährt durch die Ideologien ihrer Heimatwelten. Doch in der Fremde zählt kein Staat und keine Uniform, nur das Überleben. Mit der Zeit lernen Red und Alek, dass sie gar nicht so unterschiedlich sind. Beide sind Menschen, Soldaten im Dienst ihrer Nation, geplagt von Hunger, Durst und Angst. Gemeinsam folgen sie einem Fluss durch eine seltsam monotone Landschaft: überall nur Bäume, keine Sträucher, kein Gras, keine Tiere. Ein Planet, dessen Flora ausschließlich aus Bäumen besteht?

Eine faszinierende, aber auch beunruhigende Vision, die Modl hier erschafft. Ihre Reise führt sie schließlich zu einem weiteren Wrack, wo sie eine Überlebende finden, eine kleine, humanoide, aber nicht menschliche Kreatur. Sie schließt sich Red und Alek an, und von nun an ziehen sie zu dritt durch diese unwirkliche Welt. Bis hierhin folgt die Geschichte klassischen Abenteuermustern und genau das funktioniert überraschend gut. Doch dann steht das Trio vor einer folgenschweren Entscheidung: Sollten sie den Weg durch eine mysteriöse Höhle wagen? Der Schritt in die Dunkelheit eröffnet eine völlig neue Welt, eine, die nicht mehr nur aus Bäumen besteht.

Hier wimmelt es von seltsamen, gefährlichen Lebensformen, und die Handlung schlägt zunehmend actionreichere Töne an. Kämpfe und Flucht dominieren nun die Erzählung, was zwar Spannung bringt, jedoch etwas von der Faszination der Erkundung nimmt, die den ersten Teil so stark gemacht hat. Im letzten Drittel wird der Roman zunehmend mystisch und philosophisch. Red rückt ins Zentrum der Handlung, findet zu sich selbst und enthüllt das Geheimnis des Planeten – und damit auch die Wahrheit über seine eigene Vergangenheit. Autor Phillip Modl bewegt sich dabei auf schwankendem Terrain zwischen Bewusstsein, Traum und Realität, was das Ende zugleich verwirrend und bedeutungsschwer erscheinen lässt.

Fazit:
Phillip Modl liefert mit Der Planet Nummer 17 einen faszinierenden Science-Fiction-Roman, der Elemente von Survival, Roadmovie und psychologischem Drama miteinander verwebt. Red ist eine vielschichtige Hauptfigur – rau, getrieben, oft instinktiv handelnd und genau das wird ihm zum Verhängnis. Die Nebenfiguren sind solide gezeichnet, wenngleich sie etwas mehr Tiefe vertragen hätten. Besonders der Anfang fesselt mit seiner beklemmenden Atmosphäre, die Mitte steigert die Spannung, doch das Ende verliert sich etwas zu sehr im Mystischen. Trotz kleiner Schwächen bleibt Der Planet Nummer 17 ein ungewöhnlicher und lesenswerter Beitrag zum Science-Fiction-Genre, ein Werk, das Fragen stellt über Menschlichkeit, Feindschaft und den Sinn des Überlebens, lange nachdem die letzte Seite gelesen ist.

Matthias Göbel

Autor: Philipp Modl
ebook: 241 Seiten
Veröffentlichung: 04.04.2016
Verlag: BookRix / Selfpublisher
ISBN: 9783739609546

www.amazon.de

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