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Thomas Pizzini – Aramis und Simara in Puma Punku


einz1975

Empfohlene Beiträge

Denkt man an Bolivien, kommen vielen sofort die alten Geschichten und Überlieferungen der Einheimischen in den Sinn. Besonders die Kultur der Inka und ihrer Vorgänger hat einen unglaublichen Schatz an Wissen, Mythen und Legenden hinterlassen. Noch heute faszinieren die monumentalen Bauten und geheimnisvollen Ruinen der Region und geben der Forschung wie auch Reisenden immer wieder Rätsel auf. In diesem Umfeld begegnen sich zwei Touristen zufällig in einem kleinen Hotel. Beide haben Bolivien für sich entdeckt und sind fasziniert von der Geschichte und den Mysterien des Landes. Aramis und Simara treffen sich schließlich am selben Tag bei den berühmten Ruinen von Tiwanaku. Dort stoßen sie auf ein geheimnisvolles Steintor. Als sie es berühren, geschieht etwas Unfassbares: Plötzlich werden sie in eine fremde, kaum begreifbare Welt gezogen. Was ist geschehen? Wo – oder besser gesagt wann – befinden sie sich? Und warum stecken sie plötzlich nicht mehr in ihren eigenen Körpern, sondern sehen völlig anders aus?

Thomas Pizzini beginnt seinen Roman sehr ruhig und atmosphärisch. Er beschreibt anschaulich die Situation eines Reisenden, der in einem kleinen Hotel ankommt und dort zufällig jemanden kennenlernt, den man gern näher kennenlernen möchte. Diese Begegnung entwickelt sich weiter, und aus einem erneuten Treffen entsteht schließlich ein gemeinsames Abenteuer und vielleicht sogar mehr als nur eine Freundschaft. Der eigentliche Kern der Geschichte ist jedoch die Reise in eine andere Zeit oder möglicherweise sogar in eine Parallelwelt. Vieles erscheint vertraut, doch gleichzeitig ist vieles auch anders. Aramis und Simara erwachen in neuen Identitäten: Sie sind nun die Atlantenerin Sania und der Arseaner-Kommander Ayman. Der Leser folgt dabei hauptsächlich Aramis, beziehungsweise Ayman. Noch benommen von den Ereignissen, beginnen nach und nach Erinnerungen an ein völlig anderes Leben in ihm aufzusteigen, ein Leben als Mitglied der außerirdischen Arseaner.

In dieser Welt existieren Raumschiffe, gewaltige Energiepyramiden und Fluganzüge, mit denen man sich durch die Luft bewegen kann. Der Autor verweist dabei immer wieder auf reale Bilder, Funde oder Zeichnungen, die tatsächlich existieren, und versucht, sie in seine Geschichte einzubinden. Auf diese Weise verbindet er Mythologie, historische Rätsel und Science-Fiction zu einer gemeinsamen Erzählung. Hinzu kommt schließlich auch noch eine Verschwörung: Ein Anschlag auf einen Atlanten erschüttert die fragile Ordnung, und Ayman erhält den Auftrag herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Die Menschen spielen zu diesem Zeitpunkt noch keine Rolle. Aus Sicht der außerirdischen Zivilisationen gelten sie eher als primitive, wenig entwickelte Wesen, auch wenn sie nicht völlig uninteressant erscheinen. Der Roman widmet zunächst viel Raum der Einführung in die Technik, die Errungenschaften und die gesellschaftlichen Strukturen der verschiedenen Alienvölker.

Dabei wird schnell klar, dass die Beziehungen zwischen ihnen alles andere als harmonisch sind. Misstrauen, Rivalität und sogar offener Hass prägen ihr Verhältnis zueinander. Allerdings funktioniert der Versuch, neben der phantastischen Grundidee auch noch ein politisches Komplott zu etablieren, nicht immer überzeugend. Einige Handlungselemente wirken konstruiert, und besonders das klassische Motiv des Bösewichts, der am Ende ausführlich seinen Plan erklärt, während er sich seines Sieges bereits sicher glaubt, lässt die Geschichte stellenweise etwas zu simpel erscheinen. Auch manche Dialoge wirken etwas steif und künstlich, wodurch der Handlung an einigen Stellen die nötige Leichtigkeit fehlt. Die zusätzlich eingebaute Liebesgeschichte ist zwar durchaus in Ordnung, wirkt jedoch nicht zwingend notwendig für die Entwicklung der Handlung. Interessant ist dagegen vor allem die Idee des Fluganzugs. Hier kommt unweigerlich der Gedanke auf, dass die Menschen der Antike möglicherweise tatsächlich etwas Ähnliches gesehen haben könnten und ihre Eindrücke später in Mythen und Darstellungen festhielten. Wer weiß, vielleicht steckt in solchen Spekulationen ja doch ein Körnchen Wahrheit. Trotz einiger Schwächen ist die Reise durch Vergangenheit, Mythologie und Science-Fiction durchaus unterhaltsam. Der gedankliche Ausflug vom Mars über eine außerirdische Zivilisation bis nach Südamerika ist originell, auch wenn nicht immer alles vollständig zusammenpasst.

Fazit:
Mit „Aramis und Simara in Puma Punku“ entwirft Thomas Pizzini die Vision einer fernen Zeit, in der außerirdische Zivilisationen um eine Welt kämpften, die heute unsere Heimat ist. Ihre Spuren könnten, zumindest in der Fantasie des Autors, noch heute in alten Zeichnungen, Überlieferungen, Bauwerken und Mythen sichtbar sein. Aramis als Hauptfigur bewegt sich eher vorsichtig und unsicher durch dieses außergewöhnliche Abenteuer, während Simara zwar stärker und entschlossener wirkt, jedoch weniger im Mittelpunkt der Handlung steht. Der Geschichte mangelt es nicht an Ideen und Fantasie, wohl aber gelegentlich an Leichtigkeit in der Umsetzung. Einige Dialoge wirken konstruiert, und auch die Gegenspieler bleiben eher blass. Dennoch überzeugt die Mischung aus archäologischen Rätseln, Prä-Astronautik und Science-Fiction in Teilen durchaus. Wer sich schon einmal mit der Frage beschäftigt hat, ob außerirdische Besucher in der fernen Vergangenheit Einfluss auf die Entwicklung der Menschheit gehabt haben könnten, bekommt hier eine interessante Vorstellung davon, wie solche Ereignisse ausgesehen haben könnten.

Matthias Göbel

Autor: Thomas Pizzini
Taschenbuch: 227 Seiten
Verlag: Selfpublisher / Books on Demand
Veröffentlichung: 04.08.2022
ISBN: 9783756247301

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