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A. Schoeneberg - Coresystem: Falsches Spiel


einz1975

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Die Ereignisse aus „Das Geisterprotokoll“ werfen weiterhin lange Schatten auf die Geschichte der Menschheit. Ein scheinbar unbedeutender Hacker hat das fragile Gefüge aus Macht, Kontrolle und politischer Ordnung erschüttert und steht nun erneut im Zentrum der Aufmerksamkeit. Doch diesmal beobachten nicht nur die Menschen selbst die Entwicklungen mit Sorge, sondern auch die übrigen Völker der Galaxie. Schließlich geschieht es nicht oft, dass ein ganzer Planet vernichtet wird. Die zentrale Frage lautet daher: Was ist damals wirklich passiert und können die Menschen ihre Hände tatsächlich in Unschuld waschen? Während politische Spannungen wachsen und immer mehr Zweifel aufkommen, erreicht Jaromir Taylor eine verbotene Sperrzone. Es ist ein Ort, der einst Heimat war und doch kaum noch wiederzuerkennen ist. Verwüstet, verlassen und von der Natur zurückerobert, wirkt die Erde wie ein Mahnmal vergangener Fehler.

A. Schoeneberg gelingt es erneut sehr überzeugend, die Ereignisse des ersten Bandes aufzugreifen und organisch in die neue Handlung einzubinden. Dabei setzt der Autor weniger auf lange Rückblicke, sondern lässt wichtige Informationen nach und nach in die Erzählung einfließen. Dadurch funktioniert der Roman auch für Neueinsteiger erstaunlich gut, ohne die Leser des Vorgängers zu langweilen. Der Einstieg ist zunächst stark von politischen Diskussionen und diplomatischen Spannungen geprägt. Das wirkt anfangs etwas nüchterner, bildet jedoch die notwendige Grundlage für die vielschichtige Verschwörung, die sich im Hintergrund entfaltet. Besonders interessant ist hierbei die Senatorin, die mit den Ermittlungen beauftragt wird. Anfangs tappt sie weitgehend im Dunkeln, doch ihr Gespür verrät ihr schnell, dass hinter den offiziellen Erklärungen weit mehr steckt, als öffentlich zugegeben wird. Parallel dazu sorgt Jaromir Taylor erneut für Bewegung innerhalb des Machtgefüges. Seine Entdeckung stellt eine technologische Sensation dar. Gleichzeitig birgt genau diese Entwicklung enormes Konfliktpotenzial, denn die neue Technologie könnte das ohnehin fragile Gleichgewicht innerhalb der galaktischen Gemeinschaft endgültig destabilisieren. Einige Fraktionen sehen darin eine Gefahr, andere hingegen eine Chance, ihre eigenen Interessen durchzusetzen.

Schon früh wird deutlich, dass „Falsches Spiel“ weit mehr sein möchte als nur das Abenteuer eines einzelnen Helden. Schoeneberg erzählt eine große, epische Science-Fiction-Geschichte mit politischen Intrigen, militärischen Konflikten und moralischen Grauzonen. An manchen Stellen wirkt die Handlung dadurch sehr dicht und komplex, doch genau darin liegt auch eine der großen Stärken des Romans. Die verschiedenen Figuren bewegen sich glaubwürdig innerhalb dieses umfangreichen Konstrukts und sorgen mit ihren Entscheidungen immer wieder für spannende Wendungen. Besonders gelungen sind erneut die Dialoge zwischen Jaro und Cooper. Ihre Wortgefechte lockern die Handlung immer wieder auf und verleihen dem Roman eine sympathische Leichtigkeit. Gleichzeitig überzeugt auch die Senatorin als starke Figur mit Weitblick und klarem moralischem Kompass. Darüber hinaus spielen erneut die Rebellen eine wichtige Rolle. Wer aufmerksam liest, entdeckt zwischen den Zeilen zahlreiche Hinweise und Informationen, die weit über die eigentlichen Gespräche hinausgehen. Die technischen Ideen und Hacker-Elemente wirken stellenweise noch recht stark an heutiger Technologie orientiert. Man könnte argumentieren, dass die Computer und Systeme einer fernen Zukunft vermutlich anders funktionieren würden. Dieser kleine Kritikpunkt fällt jedoch kaum ins Gewicht, da Schoeneberg vor allem mit seinen atmosphärischen Schauplätzen punktet.

Gerade die Kulissen gehören wieder zu den größten Stärken des Romans. Die verlassenen, überwucherten Städte der Erde werden eindrucksvoll beschrieben und erzeugen eine beinahe melancholische Stimmung. Ebenso bleibt die düstere Kuppelstadt der Wasserwelt nachhaltig im Gedächtnis. Der Autor erschafft lebendige Bilder, die man sich mühelos vorstellen kann. Auch die Hintergründe rund um die Militäreinheit der MOC, ihre Ziele sowie die politischen Spannungen zwischen den verschiedenen Völkern verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe. Manche Elemente erinnern dabei durchaus an große Science-Fiction-Universen wie „Star Wars“, dennoch besitzt das „Coresystem“ genügend Eigenständigkeit und kreative Ideen, um klar auf eigenen Beinen zu stehen. Beeindruckend ist außerdem, wie souverän Schoeneberg seine Figuren durch immer neue Konflikte und Gefahren führt, ohne dabei Nebencharaktere oder Handlungsstränge zu vernachlässigen. Trotz der Vielzahl an Schauplätzen und Perspektiven bleibt die Geschichte nachvollziehbar und spannend erzählt.

Fazit:
Mit „Coresystem: Falsches Spiel“ liefert A. Schoeneberg erneut einen gelungenen Science-Fiction-Thriller ab, der mit einer groß angelegten Handlung, starken Figuren und klug inszenierten Dialogen überzeugt. Die Mischung aus politischen Intrigen, technologischen Entwicklungen und persönlichem Drama funktioniert hervorragend und sorgt dafür, dass die Geschichte durchgehend spannend bleibt. Besonders die atmosphärischen Schauplätze, die dynamischen Charaktere und die zahlreichen überraschenden Wendungen machen den Roman zu einer packenden Fortsetzung. Zwar wirken manche technischen Aspekte noch etwas zu sehr an heutiger Technologie orientiert, doch dafür besitzt der Autor ein ausgezeichnetes Gespür für Stimmung, Spannung und Worldbuilding. Wer anspruchsvolle Science Fiction mit politischen Konflikten, galaktischen Machtspielen und sympathischen Figuren mag, wird hier bestens unterhalten. Der Roman macht definitiv Lust auf den nächsten Band und hinterlässt die Vorfreude darauf, wie sich die Geschichte des Coresystems weiterentwickeln wird. Eine klare Leseempfehlung!

Matthias Göbel

Autor: A. Schoeneberg
Taschenbuch: 435 Seiten
Verlag: Selfpublisher
Veröffentlichung: 08.06.2026
ISBN: ‎9798196517617

 

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Bearbeitet von einz1975
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