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...Glück im grenzenlosen Sein

Brian Carisi - Science Fiction Doppelband 2116


einz1975

Empfohlene Beiträge

In diesem Sammelband gibt es zwei Geschichten. „Ein kosmischer Reisender“ handelt von einem formwandelnden Alien, das auf die Erde gelangt und versucht, sich mit den Menschen auseinanderzusetzen. Was zunächst nicht so einfach ist, doch mit der Zeit entwickelt sich eine ungewöhnliche Beziehung und der Alien kommt von den Menschen nicht mehr so einfach los. In der zweiten Geschichte, „Tentakel über Manhattan“, befinden wir uns in einer fernen Zukunft auf der Erde. Ein Professor wird ermordet und ein Team von Ermittlern versucht, den Fall zu lösen. Dabei stellt sich heraus, dass offenbar ein Alien-Kartell versucht, sich in den heimischen Gefilden auszubreiten.

In „Ein kosmischer Reisender“ gelangt ein formwandelndes Alien auf die Erde. Seine Aufgabe besteht darin, andere Völker kennenzulernen und zu erforschen. Dank seiner Fähigkeit, seine Gestalt zu verändern, gelingt es ihm relativ schnell, sich unter den Menschen zu bewegen. Besonders interessant ist dabei der Blick des Aliens auf die Menschheit. Es beobachtet die Menschen zunächst aus wissenschaftlicher Neugier, beginnt sie mit der Zeit jedoch immer besser zu verstehen und entwickelt schließlich sogar eine gewisse Zuneigung zu ihnen. Brian Carisi hat hier kein klassisches Monster oder einen außerirdischen Eroberer geschaffen, sondern ein eher nachdenkliches Wesen, das versucht, eine fremde Spezies zu verstehen. Gerade zu Beginn funktioniert die Geschichte deshalb recht gut. Später treten allerdings einige Schwächen auf. Die Ereignisse rund um die Teilung des Aliens und die anschließende Reise zum Mars bringen Wendungen mit sich, die nicht immer vollständig nachvollziehbar wirken. Dadurch geht etwas von dem Überraschungsmoment verloren, den die Geschichte eigentlich hätte entwickeln können. Auch das Ende hätte für meinen Geschmack etwas geschlossener ausfallen können. Dennoch bleibt die Grundidee interessant. Besonders die Entwicklung des Aliens, das sich zunehmend mit der Menschheit verbunden fühlt, obwohl diese es eigentlich nicht unbedingt bei sich haben möchte, bietet einen schönen Ansatz.

Die zweite Geschichte, „Tentakel über Manhatten“, spielt dagegen in einer weit entfernten Zukunft. Manhattan hat sich zu einer futuristischen Metropole entwickelt, in der Menschen, Androiden und Aliens längst zum alltäglichen Stadtbild gehören. Ausgangspunkt der Handlung ist der Mord an einem Professor. Ein Team von Ermittlern übernimmt den Fall und versucht herauszufinden, was hinter der Tat steckt. Schnell wird jedoch deutlich, dass es sich nicht nur um einen gewöhnlichen Mord handelt. Im Hintergrund scheint ein außerirdisches Kartell aktiv zu sein, das seine eigenen Interessen auf der Erde verfolgt. Besonders gelungen fand ich die Beschreibung des futuristischen Manhattans. Die Mischung aus Menschen, Androiden, Aliens, bunten Lichtern und futuristischer Technologie erzeugt ein interessantes Bild einer Welt, in der die Menschheit längst nicht mehr allein ist. Die Ermittlungen selbst bleiben allerdings teilweise etwas ungenau. Einige Wendungen kommen recht plötzlich und wirken nicht immer vollständig vorbereitet. Auch die Figuren bleiben über weite Strecken recht einfach. Gerade die Ermittler hätten mehr Hintergrund und Persönlichkeit vertragen können, denn das Potenzial für eine spannende futuristische Kriminalgeschichte wäre durchaus vorhanden gewesen. Interessant ist hingegen, wie selbstverständlich die Menschen in dieser Zukunft mit den zahlreichen Aliens umgehen. Während der erste Kontakt mit außerirdischem Leben in vielen Science-Fiction-Geschichten als große Bedrohung dargestellt wird, scheint das Zusammenleben hier längst zur Normalität geworden zu sein.

Fazit:
Der „Science Fiction Doppelband 2116“ von Brian Carisi bietet zwei kurze Geschichten mit klassischen Science-Fiction-Ideen. „Ein kosmischer Reisender“ punktet vor allem mit seinem nachdenklichen Alien, das die Menschheit zunächst erforschen soll und sich schließlich immer stärker mit ihr verbunden fühlt. „Tentakel über Manhatten“ überzeugt dagegen besonders durch sein futuristisches Szenario und die Vorstellung einer Erde, auf der Menschen, Androiden und Aliens längst zusammenleben. Beiden Geschichten fehlt allerdings etwas Tiefe. Die Figuren bleiben häufig oberflächlich und einige Wendungen wirken nicht vollständig ausgearbeitet oder logisch. Gerade bei den interessanten Grundideen hätte man sich manchmal mehr Zeit für die Handlung und ihre Charaktere gewünscht. Dafür gelingt es Brian Carisi gut, futuristische Umgebungen zu erschaffen. Besonders die Zukunftsbilder und Science-Fiction-Elemente machen den Reiz der beiden Geschichten aus, auch wenn die Ideen das Genre nicht unbedingt neu erfinden. Am Ende sind es zwei solide Kurzgeschichten für zwischendurch. Schnell gelesen, mit einigen interessanten Einfällen und gelungenen Zukunftsbildern, aber mit Schwächen bei Figurenentwicklung und erzählerischer Tiefe.

Matthias Göbel

Autor: Brian Carisi
Taschenbuch: 102 Seiten
Veröffentlichung: 27.04.2026
Verlag: Uksak E-Books
ISBN: 9783738991000

www.amazon.de
 

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Bearbeitet von einz1975
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