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mit dem Gütesiegel des Würgers von Wolfenbüttel.

Ryan Rockwell – Cargo 3: Die vergessene Kolonie


einz1975

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Willkommen zum Finale der Cargo-Reihe von Ryan Rockwell. Ash und Ocean haben in den ersten beiden Bänden bereits mehr erlebt, als ihnen lieb sein dürfte. Zunächst gelang ihnen die Flucht von einer Bergbaukolonie, wobei sie nur knapp dem Tod entkamen. Danach verschlug es sie auf eine dem Untergang geweihte Raumstation, auf der sich schnell herausstellte, dass ihre Probleme noch lange nicht vorbei waren. Nun scheint endlich ein Neuanfang möglich. Mit ihrem Schiff befinden sich Ash und Ocean auf dem Weg zu einer neuen menschlichen Kolonie. Auf Fadia-23 wollen sie endlich ein Leben beginnen, das nicht mehr von Aliens, Konzernen und ständigem Überlebenskampf bestimmt wird. Endlich ein Ort, an dem sie zur Ruhe kommen könnten. Doch schon die ersten Probleme lassen nicht lange auf sich warten. Von der Kolonie kommt keine Antwort. Niemand reagiert auf Funksprüche und beim Anflug werden sie sogar vom automatischen Verteidigungssystem angegriffen. Wo eigentlich eine funktionierende und blühende Siedlung auf sie warten sollte, finden Ash und Ocean nur Stille. Und diese Stille verheißt nichts Gutes.

Ryan Rockwell beginnt den dritten Band ähnlich wie seine beiden Vorgänger. Zunächst bekommen seine Figuren etwas Zeit zum Durchatmen, bevor die nächsten Probleme auftauchen. Das funktioniert auch hier gut, denn gerade nach den Ereignissen der ersten beiden Bücher hätte man Ash und Ocean einen ruhigen Neuanfang durchaus gegönnt. Doch Fadia-23 scheint verlassen zu sein. Noch schlimmer ist, dass schnell Hinweise auf eine Katastrophe auftauchen. Mehrere Gräber werden entdeckt und mit dem beschädigten Schiff gibt es zunächst auch keine einfache Möglichkeit zur Flucht. Ash und Ocean sitzen erneut fest. Bis zu diesem Punkt funktioniert die Geschichte für mich sehr gut. Zwar kann man sich als Leser bereits denken, in welche Richtung die Handlung vermutlich gehen wird, doch die Entdeckung der verlassenen Kolonie sorgt dennoch für eine passende Atmosphäre.

Ash übernimmt dabei zeitweise fast die Rolle eines Detektivs und versucht herauszufinden, was auf Fadia-23 geschehen ist. Hier beginnt die Handlung allerdings etwas zu schwächeln. Manche Entwicklungen wirken ein wenig konstruiert und auch die Beziehung zwischen Ash und Ocean funktioniert für mich nicht mehr ganz so natürlich wie zuvor. Besonders Ocean bleibt in diesem Band teilweise hinter ihren Möglichkeiten zurück. Ihre Figur und die Dynamik zwischen den beiden wirken an einigen Stellen etwas erzwungen. Auch als der Konzern erneut ins Spiel kommt und sich ein Gegenspieler herauskristallisiert, greift Ryan Rockwell teilweise auf recht bekannte Muster zurück. Gerade für das Finale der Reihe hätte ich mir hier etwas mehr Überraschung und Abwechslung gewünscht. Dafür liefert der Autor erneut genau das, was die Cargo-Reihe über weite Strecken ausmacht: Tempo und Action. Es wird gerannt, gehetzt, geflohen und ums Überleben gekämpft. Rockwell versteht es weiterhin gut, seine Figuren unter Druck zu setzen und ihnen kaum Zeit zum Verschnaufen zu geben. Wer die actionreicheren Passagen der ersten beiden Bände mochte, wird auch hier wieder auf seine Kosten kommen.

Besonders interessant bleiben für mich die Aliens. Der Autor bemüht sich, nicht einfach nur bekannte Science-Fiction-Klischees zu bedienen, sondern eigene Ideen einzubringen. Nicht jede davon wird bis ins letzte Detail erklärt, doch gerade die fremdartigen Elemente geben der Reihe ihren eigenen Charakter. Auch die technischen Aspekte haben mir wieder gefallen. Sie helfen dabei, sich die Welt und die Situationen besser vorstellen zu können. Besonders die bereits in den vorherigen Bänden erwähnten technischen Systeme, darunter die Sauerstoffgeneratoren, bleiben interessante Bestandteile dieser Zukunftswelt. Zum Ende hin regiert dann wieder das mittlerweile bekannte Chaos. Alles gerät durcheinander, die Lage eskaliert und Ash und Ocean müssen erneut um ihr Leben kämpfen. Das gehört inzwischen fast schon zur DNA der Cargo-Reihe. Das Ende ist insgesamt in Ordnung, auch wenn es vielleicht nicht für alle Beteiligten so ausgeht, wie man es sich als Leser gewünscht hätte. Dennoch bildet Band drei einen nachvollziehbaren Abschluss für die Geschichte von Ash und Ocean. Und was die Aliens betrifft, bleibt die Frage offen, welche Folgen die Ereignisse für die Menschheit langfristig noch haben werden.

Fazit:
Mit „Cargo 3 – Die vergessene Kolonie“ bringt Ryan Rockwell seine Cargo-Trilogie zu einem umfassenden Abschluss. Die Ereignisse der beiden Vorgänger werden weitergeführt, die Aliens erhalten zusätzliche Hintergründe und auch Ash und Ocean erreichen nach ihrer langen Odyssee einen Punkt, an dem ihre Geschichte beendet werden kann. Allerdings funktioniert das Konzept der ersten beiden Bände diesmal nicht an jeder Stelle gleich gut. Einige Figuren wirken etwas distanzierter, manche Wendungen sind vorhersehbar und andere wiederum überraschend drastisch. Gerade bei der Beziehung zwischen Ash und Ocean und bei einigen Entwicklungen rund um den Konzern hätte ich mir etwas mehr Tiefe und Abwechslung gewünscht. Dafür gibt es erneut reichlich Action, interessante Science-Fiction-Ideen und einige gelungene technische sowie außerirdische Elemente. Das Finale erreicht für mich nicht ganz die Stärke der vorherigen Bände, bleibt aber ein unterhaltsamer Abschluss. Die Cargo-Reihe funktioniert insgesamt vor allem durch ihre Mischung aus Alien-Science-Fiction, Survival, Konzernkritik und dem ständigen Kampf zweier Figuren, die eigentlich nur irgendwo ein normales Leben beginnen wollen. Am Ende bleibt eine spannende Trilogie über Aliens, Überleben, Liebe, Tod und den Kampf gegen eine Welt, die Ash und Ocean immer wieder einholt. Eine unterhaltsame und actionreiche Geschichte. Danke, Ryan. Ich hatte mit Cargo auf jeden Fall meinen Spaß.

Matthias Göbel

Autor: Ryan Rockwell
Taschenbuch: 352 Seiten
Veröffentlichung: 15.07.2026
Verlag: Selfpublisher
ISBN: ‎ 9783947900381

www.flying-cheese.com

 

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