Terry Matalas würde ohne Zögern erneut für Star Trek arbeiten. Der kreative Kopf hinter der dritten Staffel von "Star Trek: Picard" macht deutlich, dass für ihn sowohl eine neue Serie als auch eine übergeordnete Verantwortung für das Franchise reizvoll wären. Eine konkrete Verpflichtung oder ein offiziell bestelltes Projekt gibt es allerdings nicht.
Seine Aussagen fallen in eine Phase des Umbruchs. "Star Trek: Strange New Worlds" beendet seine Mission 2027 mit der fünften Staffel, während für "Star Trek: Starfleet Academy" mindestens eine zweite Staffel angekündigt ist. Parallel bereitet Paramount die Übernahme von Warner Bros. Discovery vor. Die Transaktion stand am 30. September 2026 kurz vor dem Abschluss, war jedoch noch nicht offiziell vollzogen.
"Star Trek: Legacy" wäre heute eine andere Serie
Nach dem Ende von "Star Trek: Picard" hatte Matalas die Idee für "Star Trek: Legacy" ins Gespräch gebracht. Im Mittelpunkt sollte Jeri Ryan als Captain Seven of Nine stehen, die mit der USS Enterprise-G im frühen 25. Jahrhundert zu neuen Missionen aufbricht. Figuren aus früheren Serien hätten gelegentlich zurückkehren können.
Inzwischen räumt Matalas ein, dass sich dieses Konzept nicht mehr unverändert umsetzen ließe. Seit dem Finale von "Star Trek: Picard" sei zu viel Zeit vergangen. Den grundlegenden Ansatz hält er dennoch für tragfähig: Eine jüngere Generation könnte gemeinsam mit etablierten Figuren auftreten und dadurch neue Zuschauer ansprechen, ohne die langjährige Fangemeinde zurückzulassen.
Damit ist "Star Trek: Legacy" weiterhin keine angekündigte Serie. Matalas beschreibt vielmehr Bausteine, die in ein neues Projekt einfließen könnten. Ob Seven of Nine, die Enterprise-G oder andere bekannte Charaktere darin tatsächlich vorkämen, bleibt offen.
Matalas wäre auch für eine größere Aufgabe bereit
Der Showrunner kann sich nicht nur die Entwicklung einer einzelnen Serie vorstellen. Sollte Paramount ihm die kreative Leitung des gesamten Franchise anbieten, würde er nach eigener Aussage zusagen. Zugleich betont er, wie anspruchsvoll eine solche Position wäre, und verweist auf Kevin Feiges Rolle bei Marvel Studios.
Sein Grundsatz für die Zukunft von Star Trek klingt bewusst konservativ: Das Franchise müsse nicht neu erfunden werden. Entscheidend seien überzeugende Figuren, starke Drehbücher und ambitionierte Science-Fiction-Ideen. Als historisches Vorbild nennt Matalas den Übergang von "Star Trek: The Original Series" zu "Star Trek: The Next Generation".
Damals gelang es, eine neue Besatzung und eine veränderte Zeitperiode einzuführen, ohne die Identität von Star Trek aufzugeben. Eine vergleichbare Balance hält Matalas auch heute für notwendig: Neue Zuschauer müssten einen verständlichen Einstieg erhalten, während das Franchise seine Geschichte und sein bestehendes Publikum respektiert.
TNG als Modell für bezahlbares Star Trek
Besonders konkret wird Matalas bei der Produktion künftiger Serien. Moderne Streamingformate benötigen häufig deutlich mehr Drehtage pro Episode als frühere Fernsehproduktionen. Gleichzeitig bestehen Staffeln oft nur aus acht bis zehn Folgen, wodurch Sets, Teams und technische Infrastruktur weniger effizient genutzt werden.
Matalas hält einen Drehplan von etwa sieben bis zehn Tagen pro Episode grundsätzlich für möglich. Statt nach wenigen Folgen eine lange Produktionspause einzulegen, könnten größere Staffelbestellungen die Kosten auf mehr Episoden verteilen. Genau darin sieht er eine Stärke des klassischen Produktionsmodells von "Star Trek: The Next Generation".
Eine neue Trek-Serie müsste seiner Ansicht nach deshalb nicht bei jeder Folge auf riesige Schauwerte setzen. Viele der stärksten TNG-Geschichten entstanden auf der Brücke, im Konferenzraum oder im Bereitschaftsraum des Captains. Im Zentrum standen moralische Konflikte, schwierige Entscheidungen und intensive Gespräche zwischen den Figuren.
Als modernes Vergleichsbeispiel führt Matalas das Krankenhausdrama "The Pitt" an. Die preisgekrönte Serie produziert Staffeln mit 15 Episoden und konzentriert sich auf wiederkehrende Schauplätze sowie charaktergetriebenes Erzählen. Ein ähnlicher Ansatz könnte Star Trek regelmäßiger, umfangreicher und wirtschaftlich berechenbarer auf den Bildschirm bringen.
Als Beispiel für die Wirkung solcher Szenen nennt Matalas die Konflikte zwischen Jean-Luc Picard und Ro Laren. Ihre gemeinsame Geschichte lebte weniger von aufwendigen Weltraumschlachten als von gegensätzlichen Überzeugungen, enttäuschtem Vertrauen und starken schauspielerischen Leistungen.
Von Data zu Vision
Vorerst liegt Matalas' Schwerpunkt außerhalb des Trek-Universums. Er fungiert als Showrunner von Marvels "VisionQuest", das am 14. Oktober 2026 bei Disney+ startet. Die Serie bildet den Abschluss der mit "WandaVision" und "Agatha All Along" verbundenen Trilogie. Paul Bettany kehrt als Vision zurück, während Todd Stashwick aus "Star Trek: Picard" die Rolle des Paladin übernimmt.
Auch inhaltlich erkennt Matalas eine Verbindung zu "Star Trek: The Next Generation". Wie Data beschäftigt sich Vision mit Menschlichkeit und der eigenen Identität. Der entscheidende Unterschied: Vision ist nicht unbedingt davon überzeugt, überhaupt ein Mensch werden zu wollen. Stattdessen setzt sich die Figur auch mit Schmerz und den belastenden Seiten menschlicher Existenz auseinander.
Eine Bewerbung, aber noch kein Auftrag
Matalas positioniert sich damit deutlich für eine Rückkehr, ohne dass Paramount bislang ein neues Projekt mit ihm angekündigt hätte. Seine aktualisierte Version der ursprünglichen "Legacy"-Idee wäre weniger eine direkte Fortsetzung von "Star Trek: Picard" als ein Generationenmodell, das bekannte Figuren und neue Perspektiven miteinander verbindet.
Ob das Studio diesen Weg einschlägt, dürfte von der künftigen Franchise-Strategie, den verfügbaren Budgets und der Neuordnung des Konzerns abhängen. Matalas hat jedoch unmissverständlich klargemacht: Sollte der Ruf kommen, wäre er bereit.
Quelle: TREKMOVIE.com


Empfohlene Kommentare
Keine Kommentare vorhanden