Da gibt’s keine Liebe
Michael Piller wird oft als eine Schlüsselfigur für den Erfolg von TNG genannt, nachdem er in der dritten Staffel als Showrunner zur Serie gestoßen war, später 1993 als Mitbegründer von Deep Space Nine tätig war und 1995 dann Voyager mit ins Leben rief. Laut Michael Dorn war der ausführende Produzent daran beteiligt, ihn für die Rolle des Worf in der vierten Staffel von DS9 zu gewinnen. Der Schauspieler erzählte seinen „Next Generation“-Kollegen im Podcast „Dropping Names with Brent and Johnny“ und sagte zu Brent Spiner und Jonathan Frakes:
Zitat„Sie wollten, dass ichbei Deep Space mitmache, und ich hab Nein gesagt. Und [Piller] hat mich angerufen und gesagt: ‚Du bist der unprofessionellste Schauspieler, mit dem ich je gearbeitet habe – und das werde ich mir merken.‘ Und ich fragte: ‚Willst du mir drohen?‘ Er sagte nein. Ich meinte: ‚Ja, das klingt aber nach einer Drohung.‘“
Trotz der zähen Verhandlungen schloss sich Dorn schließlich der Besetzung an – mit der unvergesslichen zweistündigen Premiere „Way of the Warrior“ in Staffel 4. Im Podcast sagte Frakes, er sei neidisch gewesen, dass Dorn noch vier weitere Staffeln von „Star Trek“ mitgemacht habe. „Ich wäre gerne noch weitere fünf Jahre bei der Serie geblieben. Marina [Sirtis] und ich würden das immer noch mit 90 machen – oder wie alt wir jetzt auch immer sind –, wenn wir die Wahl hätten“, sagte Frakes.
Michael Dorn als Worf auf einem Werbefoto zur 5. Staffel von DS9
Michael Dorn hatte bereits zuvor berichtet, dass er nicht unbedingt darauf aus war, seine Rolle wieder aufzunehmen, als die Produzenten das Thema nach dem Ende von „The Next Generation“ mit ihm ansprachen – was ihm bei den Verhandlungen zugutekam, da er keine Angst hatte, Nein zu sagen.
Ruf dich später an
Die Angebote, bei DS9 mitzumachen, waren nicht Dorns erste Reibereien mit Piller. Im Podcast erinnerte sich Dorn gerne an die Zusammenarbeit mit den Schauspielern, die Worfs Adoptiveltern spielten: Theodore Bikel (Sergey Rozhenko) und Georgia Brown (Helena Rozhenko). In der Serie wuchs die Familie auf einer Kolonie auf, sprach aber mit russischem Akzent. Bikel, der für seine Rolle in „The Defiant Ones“ für einen Oscar nominiert war, meinte zu Dorn, es könnte Worf mehr Tiefe verleihen, wenn er seine Eltern in der „Next Generation“-Folge „Family“ aus der vierten Staffel mit einem kurzen russischen Satz begrüßen würde. Dorn rief Piller an, um um Erlaubnis zu bitten, aber er sagt, der Showrunner habe die Idee abgelehnt, weil man bei „Star Trek“ „versuchte, auf Fremdsprachen zu verzichten“.
Zitat„Ich meinte: ‚Wir sind im Weltraum.‘ Ich sagte: ‚Na ja, ich meine, es ist echt eine gute Idee. Es sind ja nur zwei Wörter, so wie, na ja, ‚dosvedanya‘ oder so was in der Art.“ Und [Piller] meinte: „Na ja, ich sag dir was: Wenn ich [zurück]rufe, ja. Wenn ich nicht anrufe, nein.“
Dorn sagt, Piller habe nie angerufen, und in der Folge kommt kein Russisch vor. Nur zur Info: „dosvedanya“ bedeutet auf Russisch „Auf Wiedersehen“; „Hallo“ würde eher wie „privet“ klingen.
Michael Dorn mit Theodore Bikel und Georgia Brown in „Family“
Pillers Vermächtnis
So sehr Dorn sich auch mit Piller gestritten hat, lässt sich sein Einfluss auf die Serie nicht leugnen. Piller kam nach den anfänglichen Schwierigkeiten von TNG dazu und wurde schnell damit betraut, schwächelnde Geschichten aufzupeppen. In der dritten Staffel wurde er zum faktischen Showrunner, während er versprach, die Serie von einem „Alien-der-Woche“-Konzept in ein charakterorientiertes Drama umzuwandeln, um die Darsteller besser zur Geltung zu bringen und das Publikum mit der Crew zu verbinden, die es jede Woche sehen wollte. Die Ergebnisse sprechen für sich, besonders bei TNG.
Piller schrieb oder war Co-Autor einiger der kultigsten Episoden von TNG („Yesterday’s Enterprise“, der Zweiteiler „The Best of Both Worlds“), DS9 (die Pilotfolge „Emissary“) und Voyager (die Pilotfolge „Caretaker“). Außerdem schrieb er das Drehbuch zu „Star Trek: Der Aufstand“ – und auch wenn das vielleicht nicht dein Lieblingsfilm unter den 13 Kinofilmen ist, ist das „Lehrbuch“, das er während der verschiedenen Phasen des Entwurfs und der Produktion dieses Films verfasste, faszinierend. Piller starb 2005 an Krebs.
Michael Piller am Set von „Star Trek: Der Aufstand“
Prominente Namen
Du könnt die ganze Folge, die sich passenderweise wie ein Familientreffen anfühlt, gleich hier anschauen. Dorn spricht auch über seinen Film mit Marina Sirtis und Michelle Hurd namens „Life 2.0“, warum Aufnahmen, auf denen er während eines Fluges mit den Blue Angels ohnmächtig wird, niemals ans Tageslicht kommen werden, und vieles mehr.
Quelle: trekmovie.com


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