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  • 1x11 - The Wolf Inside

    Episoden-Nummer: 11   Produktions-Nummer: 111   US-Erstausstrahlung: 14.01.2018   Deutsche Erstausstrahlung: 15.01.2018  
    Immer noch im Spiegeluniversum: Burnham muss das Leben einer Gruppe von Rebellen retten die sie laut Befehl des Kaisers vernichten soll.

    Vollständiger Inhalt (Achtung: Spoiler)

    Episodenkritik (Achtung: Spoiler)

    Letzte Woche hab ich mich ja ziemlich darüber beschwert, dass es reichlich unverständlich ist, dass keiner bemerkt hat, dass Ash Tyler mal eben dem Doktor den Hals umgedreht hat. Schön, dass man das gleich zu Beginn dieser Episode aufgegriffen hat. Tyler hat also die Systeme manipuliert und eine  "elektrische Fehlfunktion" verursacht.

    Daran arbeitet nun wohl genau eine Person seit Stunden (oder Tagen?) obwohl auf Deck 12 augenscheinlich die Krankenstation liegt. Das entsprechende Personal hat wohl als die Lichter ausgingen die Partylaune gepackt und man ist ohne zurückzublicken einen Saufen gegangen so wie Tyler selbst letzte Woche? Warum schaut keiner bevor man geht nach dem Patient? Warum fällt einem schiffsweiten Scan nicht auf, dass man plötzlich einer weniger ist? Und überhaupt - besteht die Crew eigentlich nur aus gefühlt zehn Personen?

    Bei aller professionellen Inszenierung der Serie und den vielen Millionen Dollar die jede einzelne Folge kostet, wäre da nicht wenigstens eine Praktikantin mit im Budget gewesen die etwas darauf achtet, dass der Kram halbwegs plausibel bleibt? Ich mein klar: spontan zum Captain "beförderte" Kadetten können ja inzwischen auch eine gesamte Medizin-Crew ersetzen solange Sie nur einen Eimer Weltraumsporen zur Hand haben... aber gut, dazu später mehr.

    Was ist mit neumodischen Dingen wie einer USV Anlage für die medizinischen Systeme? Oder ganz grundsätzlich etwas Redundanz? Jeder viertklassige Personenkraftwagen von renommierten Herstellern wie Dacia, Lada oder Volkswagen bietet offenbar mehr Ausfallsicherheit wie die U.S.S. Discovery. Sicher, Ash Tyler hat wohl irgendwas manipuliert. Wenn er da aber so gründlich war, dass mal eben langfristig das halbe Deck ohne jeglicher Sensorik, Strom und Licht ist, ist er einfach nicht zu spät genug zum Beamen auf die Shenzhou gekommen. Das war letzte Woche ja die 'Erklärung' der Fans die solche eklatanten Logiklöcher nicht stören.

    Jetzt hör ich die Facebook-Gruppen wieder schreien "bähhahahäää darüber muss man hinwegsehen, man kann doch alles schlecht reden blaaaa TNG war auch nicht immer logisch buuuu". Und ja, das stimmt. TNG war nicht immer logisch. Aber meistens - Discovery ist es quasi nie. Die Qualität der Drehbücher ist bislang auf wenige Ausnahmen derart oberflächlich, dass die Serie weder meinem noch dem eigenen Anspruch gerecht wird. Wer mit herausragendem serien-basiertem TV wie 'Westworld' oder 'Game of Thrones' mithalten möchte, sollte sich etwas viel mehr Mühe geben.

    Und ich verstehe mittlerweile die Macher überhaupt nicht mehr. Was wollen Sie denn nun? Frauen als starke Führungsfiguren (laut Interview) oder doch nicht? Die arme Michael Burnham, die zarte Schneeflocke, kann es sicher nicht ertragen auf Ihrer Mission davon zu erfahren, dass der Doc tot ist? Was fällt Saru eigentlich ein, somit auch Captain Lorca diese Information vorzuenthalten?

    Und was wurde aus CSI: Miami? Dort hätte man Ash Tyler längst anhand von Fingerabdrücken, DNA Abgleich und dem herb-markanten Geruch seines Männerdeodorants überführt. Nicht so auf der Discovery. Da vergehen etwa drei bis vier Tage. Oder man merkt es gar nicht. Anscheinend gab erst Burnham selbst den entscheidenden Tipp an Saru weiter.

    Auch die Bildsprache ist mittlerweile auf dem Nivau von He-Man und die Masters of the Universe angelangt. Staments wird des Mordes verdächtigt (von Kadett Tilly?) und ans Bett gefesselt. Klar. Aber geht das nur in schwarzer bedrohlicher Kleidung? Wer hat die Ihm angezogen? Gibt es eine Direktive in der Föderation die besagt "Wenn Sie unter dem Einfluss von Pilzsporen verdächtigt werden im Wachkoma jemandem das Genick gebrochen zu haben sind Sie auf keinem Fall im weißen Zwirn ans Bett zu fesseln. Hierzu muss Sternenflotten-Einteiler #22C in pechschwarz angelegt werden."? Das ist so unfassbar plump.

    Jetzt aber mal zu Tilly, die mir letzte Woche ja eigentlich noch ganz gut gefallen hat. Sie erklärt kurzerhand den Mord zu einem Unfall um. Man kennt das ja. Mann nimmt Pilzsporen, Genick bricht - Schuld ist keiner. Und wer wenn nicht Sie könnte sich jetzt um die Pflege von Stamets kümmern? Ach halt, vielleicht das Team von trainierten Medizinern die Captain Lorca in der Episode zuvor damit beauftragt hatte?

    Als sie Saru dann in der Sporenkammer erläutern will wie das ganze mit dem Hirn und den Sporen eigentlich funktioniert fehlt auch beim Schauspiel von Mary Wiseman die Glaubwürdigkeit. Irgendwie fühlte ich mich an die Batman-Serie aus den 60ern erinnert. Da hatte Batman immer etwas am Bat-Gürtel. Erklärung dafür war nicht notwendig bzw. sinnvoll. Fantasy eben. Das ist halt so. "Stamets ist im neuralen Netzwerk. Wir müssen das Netzwerk in Ihn tun." Achso.

    Gut, so viel zum B-Plot. Der Handlungsfaden mit den Rebellen und die Dynamik an Bord der I.S.S. Shenzhou hat mir hingegen gut gefallen. Auch hier war alles zwar relativ oberflächlich (Wir sind bööööseeee grrrrrr), aber immerhin war das Gesamtbild stimmig. Die Hinrichtung nach Standgerichtsurteil kam überraschend, allerdings war mir auch hier sofort klar, dass dies der Ausweg sein wird, mit dem Burnham die Informationen zur Discovery bringen wird. Star Trek Discovery ist einfach unfassbar flach in jeder Hinsicht. Trauen die Macher dem Publikum einfach nichts mehr zu? Als letzte Woche der plötzliche Tod des Doktors für Unverständnis im Netz sorgte, fühlten sich die Produzenten sogar genötigt bekannt zu geben, dass es ein Wiedersehen mit dem Doc geben wird. Bei 'Westworld' gibt es über eine ganze Staffel hinweg den Satz "Doesn't look like anything to me" - bei Discovery gibts die Hinweise mit dem Holzhammer.

    Ich hatte letzte Woche nach einigen Andeutungen noch gemutmaßt, dass Tyler wohl Voq sei. Wohlgemerkt ohne auch nur ein einziges Wort darüber im Internet dazu gelesen zu haben. Die Info war offenbar allen schon hinlänglich bekannt. Derart offensichtlich war die "große Enthüllung" dann auch. Und das machte die die etwa 14-minütige Passage von 1x11 "The Wolf Inside" dann auch sehr sehr sehr langweilig...

    Der Trailer zu dieser Episode war auch keinen Deut besser. Er hatte schon vor einer Woche verraten, was man eigentlich erst in den allerletzten Minuten der Folge hätte erfahren dürfen: Der Planet wird bombardiert bevor die Rebellen fliehen. Dass jetzt der "gesichtslose Kaiser" Philippa Georgiou ist finde ich schade, da hätte ich auf Stamets gehofft.

    Bei all den Anlehnungen an das Dritte Reich ist aber selbst die Enthüllung der Kaiserin wieder mal nicht schlüssig. Ein "totalitäres Regime", "geführt von einer gesichtslosen Kaiserin mit absoluter Autorität". Ein Treueschwur zu jeder Tageszeit auf die Kaiserin ohne zu wissen wer sie ist? Finde den Fehler...

    Fazit und Wertung

    Wieder einmal eine Episode die als belangloser Zeitvertreib gut funktioniert, jedoch alle grundlegenden Dinge des anspruchsvollen Drehbuchschreibens und des Tiefgangs vermissen lässt. Ich tue mir langsam schwer hier ein Urteil abzugeben. "Mein" Star Trek war das diese Woche nicht. Allerdings schaue ich ja auch Serien wie "Arrow" oder "Lethal Weapon" die ähnlich plump sind und hab meinen Spaß dabei. Nach diesem Maßstab eine ordentliche 4/5. Die Wertung nach meinem Qualitätsanspruch an eine Serie mit dem Namen "Star Trek" im Titel lautet allerdings...
    2/5
    Gesamtwertung
    Action: 4 Spannung: 2 Humor: 0 Anspruch: 0 Kontinuität: 1 Figuren: 1 Erotik: 1

    bearbeitet von Daniel Räbiger

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