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...die gefälligste Komparation von narzisstisch!

Christian Cantrell - Der Zeitindex


einz1975
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Der Roman beginnt mit dem Sturz aus einem Fenster. Unfall oder Mord? So richtig weiß man noch nicht was hier passiert ist. Danach wird allmählich die Hauptfigur vorgestellt - Quinn Mitchell. Eine junge CIA-Datenanalystin, welche die Abteilung wechseln soll. Früher hat sie atomare Anschläge vereitelt und jetzt soll sie helfen einen Serienkiller zu schnappen. Dieser ist weltweit unterwegs und hat bereits mehr als ein Dutzend Opfer auf seinem Konto. Dabei benutzt er immer sehr ausgefallene Methoden. Gifte, unübliche nicht nachweisbare Geschosse oder manchmal den klassischen Unfalltrick. Doch eins haben alle Opfer gemeinsam, am Ende erhalten sie von ihm eine Zahl, deren Bedeutung, noch immer nicht klar ist. Mit diesen Infos im Gepäck, macht sich Quinn daran den Mörder zu identifizieren.

Sie analysiert alles an Daten was ihr zur Verfügung steht. Dabei werden sehr komplexe Arbeitsweisen benutzt, welchen man nicht immer ganz folgen kann. Allein wie sie auf noch so abgefahrene Schlüsse kommt und nachvollzieht, dass er nur dieser oder jener sein kann, ist schon beeindruckend oder aber zu einfach vom Autor konstruiert. Das muss jedoch jeder Leser für sich selbst entscheiden. Wir lernen natürlich auch den Killer kennen. Ein Wechselspiel zwischen den beiden entsteht. In kurzen Kapiteln geht Quinn Hinweisen nach und auf der anderen Seite sind wir live dabei, wie der Killer seine nächsten Opfer killt. An dieser Stelle gleich ein Hinweis. Im Verlauf dieser Geschichte wird auch ein Säugling getötet, was meiner Meinung nach völlig übertrieben und unnötig war.

Zurück zur Geschichte, in der man auch die jeweilige Hintergrundstory der Hauptpersonen erfährt. Quinn als Mutter, die ihr Kind verloren hat und sich scheiden ließ und der Mörder, welcher eher an einen Agenten erinnert und nur einen Auftrag nach dem anderen abarbeitet, ohne dabei wirklich von Emotionen gerührt zu werden. Plötzlich kippt aber der Roman und Quinn ist dem allgemeinen Geheimnis so nahe, wie nie zuvor. Der der namensgebende Roman-Titel kommt jetzt zum Tragen. Beim Zeitindex handelt es sich um einen verschlüsselten Code, welcher aufgefangen wurde. Herkunft und Art waren bisher unbekannt, doch das hat sich geändert.

Willkommen im Teil der Sci-Fi-Story, wo Zeitreisen zwar mit Nachrichten, aber nicht mit Personen möglich sind. Der Autor nutzt eine doch recht vernünftige Erklärung seiner Maschine. Das Gleiche gilt auch für so manch technische Spielerei, wie kleine fliegende Chopper, autonom fahrende Autos, Kryptowährungen, virtuelle Spiele/Räume oder Hologramme. Alles schon teilweise wahr und manches bald Wirklichkeit. Da Zeitreisen das Paradox aufwerfen, um zu wissen was zuerst da war, löst sich das Ende doch sehr geradlinig auf, auch wenn es noch eine kleine Überraschung gibt, mit der man nicht ganz gerechnet hat. Nicht immer ist der Feind so weit weg, als dass man ihn suchen müsste, manchmal sitzt er direkt vor deinen Augen.

Fazit:
Was wäre, wenn du wüsstest, was passiert? Christian Cantrell hat sich beim Schreiben der Geschichte lange und intensiv auf seine Figuren vorbereitet. Man verfolgt kleinste Schritte, erfährt intimste Details, leidet mit ihnen oder erkennt zusammen die wichtigen Verbindungen. Seine Idee der Zeitreise und der Grund für den Bau dieser Maschine klingt gut durchdacht, nachvollziehbar und all die kleinen Innovationen der Zukunft, machen Spaß gelesen zu werden. Der Thriller an sich funktioniert, die Figuren auch, nur fällt er oft aus dem klassischen Rahmen der Erzählweise. Lange Detailphasen, in denen die Story nicht wirklich weitergeht, vielmehr der Umstand der Person nur gefestigt wird. Hinzu kommt die völlig unnötige detailgetreue Beschreibung der Tötung des Kindes, auch wenn der Grund, die sichere Zukunft sei. Hier wurde viel zu einfach und plakativ mit dem Schrecken selbst gespielt. Am Ende schließt sich der Kreis der Story und obwohl nicht klar ist, wie die Zukunft wird, will man wissen, ob es funktioniert oder nicht.

Matthias Göbel

Autor: Christian Cantrell
Übersetzung: Norbert Stöbe
Broschur: 432 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Veröffentlichung: 09.11.2021
ISBN: 9783453320604

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  • Hallo Gast - Aufgrund des vielen Spams müssen leider ein paar Fragen beantwortet werden.

    Bitte der Reihe nach durchführen, sonst kann das Captcha nicht erfolgreich abgeschlossen werden...
    Schritt 1: Wenn Picard ein Captain ist, sollte hier ein Haken rein...
    Schritt 2: und wenn es in der Nacht nicht hell ist, sollte hier der Haken raus!
    Schritt 3:
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