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...mit dem fantastischen Stempel der guten Laune

David Gray – Instinct: Der Tod in den Wäldern


einz1975

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Im Jahr 2124 würdet ihr Deutschland oder besser gesagt Europa nicht mehr wiedererkennen. In der Zukunft von David Gray gibt es keine kleinen Dörfer oder Ortschaften mehr. Die Menschen wurden umgesiedelt in große Megastädte. Die freigewordenen Flächen werden fortan genutzt, um neue großflächige Urwälder zu schaffen. Kilometerweiter Wald und eine Fauna-Welt, welche es seit vielen tausend Jahren nicht mehr gab. Tiere, die längst ausgestorben sind, werden wieder angesiedelt und manche finden auch von allein ihren Weg. Warum das alles? Ganz einfach, nichts liefert dem Planeten einen besseren Restart, als ein funktionierendes Ökosystem. Elena arbeitet als Wildhüterin in einer Überwachungsstation nahe der polnischen Grenze.

Mitten in dieser Wildnis, umgeben von viel Grün, muss sie sich aktuell von einem Kollegen verabschieden. Er ist vor einigen Wochen verschwunden und wird nun für Tod erklärt. Trotz wochenlanger Suche, mit Einsatztrupps und Drohnen, ist er nicht wieder aufgetaucht. Jetzt übernimmt sie seinen Job und soll ein kleines Team von Wildhütern leiten. Ehrlich gesagt hätte ich gedacht, dass Mann und Frau es endlich geschafft hätten wirklich gleichberechtigt zu sein, doch dem scheint leider nicht so. Nicht alle Mitglieder des Teams sind davon begeistert, dass gerade sie die Nachfolge antritt. Der Autor holt ein wenig aus und lässt uns einen tiefen Blick in die einzelnen Figuren werfen.

Dabei geht es für meinen Geschmack zu sehr auf unnötige Lebenseinstellungen ein oder hängt sich an Erlebnisse fest, die keine Auswirkungen auf die Story haben. Es dauert doch länger als gedacht, bis die Story langsam Fahrt aufnimmt. Denn das Verschwinden des Kollegen ist erst der Anfang. Die Fotos erster toter Tiere wecken das Interesse von Elena, denn die Spuren passen nicht zu Wölfen oder anderen Jagdtieren. Es stellt sich die Frage, ob eventuell Wilderer hier in dem Gebiet unterwegs sind? Warum haben sie aber ihre Trophäen nicht mitgenommen und diese seltsamen Spuren, passen auch nicht wirklich? Der Autor baut hier gut ein Spannungsbogen auf, unterbricht diesen aber mit Elenas Gedanken und Zukunftsfragen.

Natürlich wird alles noch um einiges heftiger, sonst gäbe es nicht den Zusatz: „Der Tod in den Wäldern“. Was oder wer auf euch wartet, wird euch vielleicht überraschen, zu erahnen ist es nicht. Dennoch treibt der Autor die Geschichte eher in eine Richtung, welche nicht vorhersehbarer sein könnte. Gewalt, Flucht, Angst, Blut, Tod und eine bösartige Gegenseite warten noch auf euch und auch hier bekommt man genau das, was man erwartet und leider auch nicht mehr. Stereotypische Szenen brechen sich im letzten Drittel von Seite zu Seite und heben einige gute Ideen auf. Denn grundlegend hätte die Story doch einiges an Potential gehabt, wenn zum einen die Figuren ein bisschen sympathischer gewesen wären und die Story mehr Überraschungen geboten hätte.

Fazit:
Wenn die Natur sich ihren Weg sucht... Eigentlich beschreibt David Gray keine Dystopie, eher eine Utopie. Denn wenn Wälder und Tiere statt Häuser und Straßen zurückkehren, klingt das eher nach etwas Guten, oder? Und doch gibt es da etwas in den Wäldern, was dort nicht hingehört. Vielleicht der Mensch selbst? Der Autor hat es nicht an allen Stellen geschafft den Leser abzuholen. Seine Hauptfigur Elena klingt auf dem Papier cool und abgeklärt, ist aber zerbrechlich und voller Ängste. Hinzu kommen zu viele Klischees, egal ob im Kampf der Geschlechter oder Gut gegen Böse. Es gibt allerhand ähnliche Ideen, die das im Hintergrund gespielte Thema verarbeiten und daher sind genretypische Szenen sehr oft gesät. Am Ende bleibt ein Öko-Sci-Fi-Horror mit einer wundervollen grünen Zukunftsidee, einer blutigen und grusligen Endphase und doch zu normal, um besonders zu sein.

Matthias Göbel

Autor: David Gray
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Piper Verlag
Veröffentlichung: 02.01.2024
ISBN: 9783492064590
 

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