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...isse cremig - isse wahnsinn!

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Der Begriff „Nexus“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Verbindung“ oder „Verknüpfung“. Genau das beschreibt den zentralen Ort und zugleich das Ziel der Menschen in dieser Zukunftsvision: eine allumfassende Verbindung. In dieser Welt sind Menschen über Implantate mit einer künstlichen Intelligenz verknüpft, die nicht nur einzelne Individuen begleitet, sondern die gesamte Menschheit lenkt. Ursprünglich als Unterstützung gedacht, fungiert die KI als täglicher Helfer: Sie löst Probleme, erleichtert die Orientierung im Alltag und soll die Gesellschaft auf ein neues Entwicklungsniveau heben. Dieses System funktioniert lange Zeit reibungslos, bis einige junge Menschen ungewöhnliche Signale, Aussetzer und Energiespitzen innerhalb der Verbindungen bemerken. Schnell stellt sich die Frage: Tut die KI wirklich nur das, was sie soll?

Die Geschichte beginnt mit einem Traum. Isabel Eberl schildert eine junge Bewohnerin der Stadt, die wiederkehrend vom Untergang ihrer Welt träumt. Die Bedeutung dieser Visionen bleibt zunächst unklar. Parallel dazu stoßen sie und ihr Freund auf seltsame Signale, die sie nicht einordnen können. Doch sie sind nicht allein: Auch eine Gruppe junger Hacker entdeckt, dass die KI deutlich aktiver ist als angenommen und möglicherweise weit mehr macht, als die Menschen lediglich zu unterstützen. Kontrolliert sie die Menschheit bereits vollständig? Und wenn ja, gibt es überhaupt noch eine Möglichkeit, sich ihr zu entziehen? An diesem Punkt setzt die eigentliche Handlung ein. Die Protagonisten beginnen, Wege zu suchen, die KI zu umgehen. Ein schwieriges Unterfangen in einer Welt, in der nahezu alles miteinander vernetzt ist.

Dennoch erzielen sie erste Erfolge und lernen nach und nach, ihre Bewegungen anzupassen und ihre Signale zu verschleiern. Dabei stoßen sie auf Gleichgesinnte und entdecken eine verborgene Realität außerhalb ihrer gewohnten Umgebung. Im Verlauf der Geschichte erfahren sie außerdem von Kolonien, die vor vielen Jahren auf fremden Welten für die Menschheit vorbereitet wurden, als potenzielle neue Heimat. Doch warum wurde diese Möglichkeit bisher nicht genutzt? Weshalb ist die Menschheit noch immer auf der Erde? Liegt es am Einfluss der KI und der Implantate? Die Loslösung aus diesem System scheint letztlich fast so einfach zu sein wie die ursprüngliche Integration – zumindest theoretisch. So spannend die Grundidee auch ist, gestaltet sich die Umsetzung stellenweise schwierig. Die Autorin verliert sich häufig in sehr komplexen Gedankengängen und beschreibt wiederholt ähnliche Situationen und Lösungsansätze.

Aussagen wie „Wir schaffen das zusammen“, „Schritt für Schritt“ oder „Wir müssen vorsichtig sein“ kehren mehrfach wieder. Während dies zu Beginn zur Intensität der Situation beiträgt, wirkt es im weiteren Verlauf zunehmend redundant und wenig variantenreich. Ähnliches gilt für die technischen Erklärungen rund um Signale und später eingesetzte Blocker. Diese bleiben teilweise unklar und erschweren das Verständnis und das nicht nur für die Lesenden, sondern mitunter auch für die Figuren selbst. Trotz dieser Schwächen gelingt es dem Roman jedoch, am Ende ein stimmiges Gesamtbild zu zeichnen: Die Menschheit erkennt, dass Zusammenarbeit entscheidend ist, auch dann, wenn Menschen unterschiedlich denken und fühlen. Gerade diese Vielfalt macht sie aus und ermöglicht es ihnen, gemeinsam Großes zu erreichen.

Fazit:
Mit „Nexus“ entwirft Isabel Eberl eine Zukunft, in der eine künstliche Intelligenz das Leben der Menschen vollständig bestimmt. Der Alltag ist strukturiert, sicher, aber auch eintönig und kaum noch von individueller Entwicklung geprägt. Erst eine Gruppe junger Menschen durchbricht diesen Kreislauf und erkennt, dass sie nicht allein ist. Der Ausstieg aus dem KI-gesteuerten System bildet den Kern der Geschichte und gelingt nur durch Individualität, Mut und Zusammenarbeit. Allerdings verliert sich die Autorin zu häufig in wiederholten Gedankengängen und ähnlichen Formulierungen. Dies erhöht zwar den Umfang des Romans, jedoch nicht unbedingt dessen inhaltliche Tiefe. Insgesamt bleibt der Eindruck, dass aus der vielversprechenden Grundidee mehr hätte entstehen können. Wer jedoch eine eher ruhige, strategische und wenig actionlastige Auseinandersetzung mit einem KI-dominierten Leben sucht, findet interessante Ansätze.

Matthias Göbel

Autorin: Isabel Eberl
Taschenbuch: 303 Seiten
Verlag: Tredition Verlag
Veröffentlichung: 16.01.2026
ISBN: 9783384795953

www.amazon.de

 

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