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...die romantische Käsekuchenverkostung

Ryan Rockwell - Cargo 2 - Die verlassene Station


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Empfohlene Beiträge

Die dramatischen Ereignisse auf dem Exo Mond AX-996 aus Cargo 1 liegen gerade erst hinter ihnen, doch von Sicherheit kann für Ash und seine Freundin Ocean keine Rede sein. In ihrer überstürzten Flucht bleibt ihnen nur ein alter Erztransporter, der ausschließlich für Fracht vorgesehen ist und keinerlei Passagierbereiche besitzt. Ihr gesamter Lebensraum beschränkt sich auf eine winzige Notfallkammer. Eng, kalt und trostlos beginnt für die beiden ein neuer Überlebenskampf. Mit jedem Tag werden Sauerstoff, Wasser und Nahrung knapper. Die Hoffnung auf Rettung schwindet, während die Angst wächst, dass niemand das ausgesandte Notsignal jemals empfangen wird. Hinzu kommt die psychische Belastung der völligen Isolation. Zwei Menschen, eingeschlossen in einem Metallcontainer mitten in den unendlichen Weiten des Weltraums, ohne Gewissheit, ob sie den nächsten Tag überhaupt noch erleben werden. Und selbst wenn Hilfe kommt, stellt sich die Frage, wie ihr Leben danach überhaupt weitergehen soll.

Ryan Rockwell eröffnet den zweiten Band mit einem intensiven Survival-Szenario, das vor allem von seiner dichten Atmosphäre lebt. Die klaustrophobische Enge des Containers, die stetig sinkenden Überlebenschancen und die psychische Belastung werden überzeugend beschrieben. Man spürt förmlich, wie Hoffnungslosigkeit und Erschöpfung langsam den Alltag der beiden bestimmen. Besonders glaubwürdig wirkt dabei, wie die Extremsituation ihre junge Beziehung belastet. Wo zuvor Zusammenhalt herrschte, entstehen erste Risse, Missverständnisse und gegenseitige Vorwürfe. Die Isolation fordert ihren Preis. Als schließlich tatsächlich ein Transportschiff die beiden aufnimmt, scheint die größte Gefahr zunächst überstanden zu sein. Doch die Rettung erfolgt nicht aus reiner Nächstenliebe. Ash und Ocean müssen sich ihre Überfahrt verdienen und auf dem Frachter mitarbeiten. Große Fragen stellt ihnen niemand. Jeder scheint mit seinen eigenen Problemen beschäftigt zu sein. Schon jetzt wird deutlich, dass sich Ash und Ocean emotional voneinander entfernt haben. Die traumatischen Erlebnisse auf AX-996 und die lange Isolation haben sichtbare Spuren hinterlassen. Diese Entwicklung wirkt nachvollziehbar und verleiht den Figuren zusätzliche Tiefe. Rockwell nimmt sich erfreulicherweise Zeit, diesen Aspekt nicht einfach zu übergehen.

Das Ziel des Frachters ist die Verteilerstation Matava. Dort soll dringend benötigtes Material geliefert werden, denn die Station ist aus bislang ungeklärten Gründen leicht aus ihrer Umlaufbahn geraten und benötigt technische Unterstützung. Bereits die Ankunft gestaltet sich schwierig. Eine driftende Raumstation anzufliegen ist selbst unter normalen Umständen ein riskantes Manöver. Wenn dann auch noch die Besatzung wenig kooperativ wirkt, ist das Chaos nahezu vorprogrammiert. Im Mittelteil reduziert Rockwell das Tempo bewusst etwas. Statt pausenloser Action setzt er stärker auf Figurenentwicklung und den langsamen Aufbau einer unheilvollen Atmosphäre. Immer wieder streut er kleine Merkwürdigkeiten ein. Seltsame Verhaltensweisen, ausweichende Antworten und unterschwellige Spannungen sorgen dafür, dass früh das Gefühl entsteht, auf Matava stimme etwas ganz und gar nicht. Da der Leser die Ereignisse überwiegend aus Ashs Perspektive erlebt, entdeckt man die Geheimnisse der Station Schritt für Schritt gemeinsam mit ihm. Dass die Bedrohung vom Exo Mond AX-996 noch lange nicht überwunden ist, dürfte dabei kaum überraschen. Bereits früh ahnt man, dass die dort entdeckten außerirdischen Lebensformen keineswegs auf den Mond beschränkt geblieben sind. An dieser Stelle fühlte ich mich mehrfach an die legendäre Alien Reihe erinnert. Die verlassen wirkenden Gänge, das Misstrauen innerhalb der Besatzung, die bedrückende Atmosphäre und die permanente Unsicherheit darüber, was sich hinter der nächsten Tür verbirgt, wecken unweigerlich Erinnerungen an den Science Fiction Klassiker. Glücklicherweise kopiert Rockwell diese Vorlage nicht einfach. Seine Kreaturen unterscheiden sich deutlich von den Xenomorphen und auch die Handlung entwickelt genügend eigene Ideen, um als eigenständige Geschichte zu funktionieren.

Im letzten Drittel zieht der Roman das Tempo dann gewaltig an. Aus der schleichenden Spannung wird kompromissloser Science Fiction Horror voller Action. Verfolgungsjagden, Feuergefechte, Fluchten durch enge Versorgungsschächte, blutige Begegnungen mit den Aliens und verzweifelte Überlebenskämpfe wechseln sich beinahe im Minutentakt ab. Manche Szenen wirken bewusst chaotisch, was der dramatischen Situation allerdings eher zugutekommt als schadet. Ash bleibt dabei ein sympathischer Protagonist. Sicherlich hat er an manchen Stellen das sprichwörtliche Quäntchen Glück zu viel, doch gleichzeitig wächst er zunehmend an seinen Aufgaben. Er entwickelt sich immer mehr vom unfreiwilligen Überlebenden zu jemandem, der Verantwortung übernimmt und schwierige Entscheidungen treffen muss. Auch neue Figuren bereichern die Handlung, wenngleich nicht jede lange genug präsent ist, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Besonders gelungen ist erneut Rockwells Gespür für Atmosphäre. Der Autor versteht es hervorragend, das Gefühl der Isolation und der allgegenwärtigen Bedrohung einzufangen. Seine Raumstationen wirken nicht steril, sondern gebraucht, eng und lebensfeindlich. Genau so stellt man sich eine Versorgungsstation am Rand des besiedelten Weltraums vor. Dadurch gewinnt die Geschichte zusätzlich an Glaubwürdigkeit.

Fazit:
Mit „Cargo 2 – Die verlassene Station“ knüpft Ryan Rockwell nahtlos an die Ereignisse des ersten Bandes an und führt seine Science Fiction Horror Reihe konsequent weiter. Ash und Ocean geraten erneut vom Regen in die Traufe und müssen feststellen, dass die Schrecken von AX-996 längst nicht überwunden sind. Nach einem atmosphärisch dichten Survival Auftakt folgt ein etwas ruhigerer Mittelteil, der den Figuren Raum zur Entwicklung gibt und die Spannung langsam steigert. Im letzten Drittel entfesselt Rockwell schließlich ein wahres Actionfeuerwerk voller Alien Horror, Nervenkitzel und packender Überlebenskämpfe. Zwar sind die Parallelen zur Alien Reihe stellenweise unverkennbar, dennoch gelingt es dem Roman, genügend eigene Akzente zu setzen und als eigenständige Geschichte zu überzeugen. Ryan Rockwell beweist erneut, dass er spannende Science Fiction mit Horrorelementen hervorragend verbinden kann. Seine Begeisterung für das Genre ist auf jeder Seite spürbar. Wer bereits den ersten Band mochte, wird auch hier bestens unterhalten und dürfte das Finale der Trilogie kaum erwarten können. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie Ashs und Oceans Geschichte in Cargo 3 ihren Abschluss finden wird.

Matthias Göbel

Autor: Ryan Rockwell
Taschenbuch: 342 Seiten
Verlag: ‎Selfpublisher
Veröffentlichung: 05.06.2026
ISBN: ‎ ‎9783947900374

https://www.flying-cheese.com/cargo/

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