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mit Hubschraubern im Arsch

A. T. Wolter - Exodus - die letzten 5 - Der Drachencode


einz1975

Empfohlene Beiträge

Die Reihe „Exodus – Die letzten 5“ beschreibt eine Zukunft, in der ein misslungenes wissenschaftliches Experiment die Erde ins Chaos gestürzt hat. Vulkanausbrüche, Risse in der Erdkruste und eine globale Katastrophe machen den Planeten zunehmend unbewohnbar. Nur fünf Habitate beziehungsweise Archen können der Zerstörung entkommen und brechen mit unbekannten Zielen ins All auf. Ihr gemeinsames Ziel ist klar: Eine neue Welt finden und der Menschheit eine Zukunft ermöglichen. In „Der Drachencode“, dem vierten Teil der Reihe, begleitet der Leser die Crew der ELPIS. Zwanzig Überlebende haben sich auf den Weg durch die Schwärze des Alls gemacht und erreichen schließlich einen Planeten, der ihrer ursprünglichen Zielsetzung entsprechen könnte. Doch schnell wird klar, dass nicht alles nach Plan verlaufen ist. Wie sind sie überhaupt an diesem Ort gelandet? Was ist während ihrer Reise passiert? Und könnte dieser Planet tatsächlich die neue Heimat sein, nach der die Menschheit so lange gesucht hat? Optisch wirkt die fremde Welt zunächst erstaunlich vertraut. Flora und Fauna erinnern in Teilen an die Erde und auf den ersten Blick scheint der Planet beinahe ideale Voraussetzungen für eine Besiedlung zu bieten. Doch wie so oft in der Science Fiction verbirgt sich hinter einer vielversprechenden Oberfläche eine deutlich gefährlichere Realität.

A. T. Wolter beschreibt besonders zu Beginn sehr anschaulich das Erwachen aus dem Kryoschlaf. Nach Wochen oder Monaten in künstlicher Starre ist das Aufwachen alles andere als angenehm. Übelkeit, Schmerzen und Muskelschwund machen der Crew zu schaffen. Die Mitglieder der ELPIS werden nach und nach geweckt und müssen sich zunächst überhaupt wieder orientieren. Dabei gibt es nicht die eine Figur, die von Beginn an eindeutig im Mittelpunkt steht. Captain Jonah, die Wissenschaftler, die Ärztin und weitere Spezialisten erhalten jeweils ihre Aufgaben und ihren Anteil an der Handlung. Das passt grundsätzlich gut zu einer Geschichte über eine kleine Gruppe von Menschen, die gemeinsam um ihre Zukunft kämpft. Allerdings dauert es dadurch etwas, bis sich eine klare Hauptfigur herauskristallisiert. Captain Jonah entscheidet schließlich, eine Expedition auf den Planeten zu schicken. Die Messdaten und die sichtbare Umgebung wirken vielversprechend. Vielleicht hat die Crew tatsächlich mehr Glück gehabt, als zunächst angenommen. Doch der erste Kontakt mit dieser neuen Welt verläuft alles andere als geplant. Während das Shuttle durch die Wolken des Planeten fliegt, wird es plötzlich von einem gigantischen Wesen angegriffen.

Das kleine Raumschiff stürzt ab und die Besatzung der ELPIS kann zunächst kaum glauben, was auf den Aufzeichnungen zu sehen ist. Ein Drache. Allein diese Idee macht deutlich, in welche Richtung sich „Der Drachencode“ entwickelt. Die Geschichte verlässt bewusst die klassische reine Science Fiction und verbindet futuristische Technologie mit Elementen, die eher aus der Fantasy bekannt sind. Besonders ungewöhnlich wird es dadurch, dass die riesigen Wesen offenbar über eine Art Tarnfähigkeit verfügen und damit selbst für die hochentwickelte Technik der Menschen nur schwer zu entdecken sind. Natürlich überleben nicht alle Mitglieder der Expedition den Absturz. Diejenigen, die es geschafft haben, müssen nun einen Weg finden, auf diesem fremden Planeten zu überleben und gleichzeitig den gefährlichen Kreaturen aus dem Weg zu gehen. Dabei lernt auch der Leser die Welt nach und nach besser kennen. Pflanzen und Tiere erinnern teilweise an bekannte irdische Lebensformen, sind jedoch groß genug oder fremdartig genug, um deutlich zu machen, dass die Crew nicht mehr zu Hause ist. Als beispielsweise riesige Pilze entdeckt werden, fühlt man sich unweigerlich an Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ erinnert. A. T. Wolter versucht, diese Entdeckungen und Begegnungen atmosphärisch einzufangen. Das gelingt ihr häufig gut, auch wenn manche Szenen meiner Meinung nach etwas zu schnell wieder beendet werden.

Gerade bei einigen Entdeckungen oder gefährlichen Situationen hätte die Autorin ruhig noch etwas länger verweilen können, um die Atmosphäre stärker wirken zu lassen. An Ideen mangelt es der Geschichte jedoch definitiv nicht. Neben dem Raumflug und der Suche nach einer neuen Heimat greift der Roman weitere interessante Themen auf. Gentechnik, künstliche Intelligenz, außerirdische Lebensformen und alte Geheimnisse spielen eine Rolle. Die Drachen selbst sind dabei nicht einfach nur fantastische Kreaturen, die zufällig auf einem fremden Planeten leben. Im Verlauf der Handlung wird deutlich, dass mehr hinter ihnen steckt und ihre Existenz mit einem größeren Geheimnis verbunden ist. Hinzu kommt eine Alien-KI, der man offenbar nicht blind vertrauen sollte. Gerade diese Verbindung zwischen biologischen Experimenten, künstlicher Intelligenz und einer fremden Zivilisation sorgt dafür, dass die Geschichte mehr bietet als nur ein Abenteuer auf einem von Drachen bewohnten Planeten. Was es mit dem titelgebenden Drachencode tatsächlich auf sich hat, welche Rolle die Aliens spielen und warum die Entscheidungen einer KI möglicherweise nicht immer im Interesse der Menschen liegen, erfahrt ihr nur, wenn ihr die Geschichte lest.

Fazit:
„Exodus – Die letzten 5: Der Drachencode“ erweitert das Universum der Reihe um ein weiteres Weltraumabenteuer und verbindet dabei klassische Science Fiction mit Fantasy-Elementen. Die Mischung aus Raumfahrt, einer fremden Welt, Gentechnik, künstlicher Intelligenz und Erstkontakt funktioniert insgesamt gut. Besonders die Idee, eine Crew auf einem scheinbar paradiesischen Planeten stranden zu lassen, auf dem gigantische und nahezu unsichtbare Drachen leben, sorgt für ein ungewöhnliches Szenario. Nicht jede Szene bekommt dabei die Zeit, die sie vielleicht verdient hätte, und die vielen Figuren zu Beginn machen es etwas schwer, sofort eine klare Hauptfigur zu erkennen. Dafür bietet die Geschichte zahlreiche Ideen und entwickelt ihren eigentlichen Plot rund um die Drachen, die fremde Technologie und die Geheimnisse des Planeten interessant weiter. Die Geschichte liest sich schnell und unkompliziert und dürfte auch für Leser geeignet sein, die Science Fiction mit Fantasy-Elementen mögen oder einen leichteren Einstieg in das Genre suchen. Bis auf die selbstgemalten Bilder funktioniert „Der Drachencode“ grundsätzlich auch eigenständig, da die unmittelbare Geschichte rund um die ELPIS und ihre Landung auf dem fremden Planeten im Mittelpunkt steht. Wer jedoch das gesamte Universum und die Geschichte der letzten fünf Archen von Anfang an verfolgen möchte, sollte die vorherigen Teile ebenfalls lesen. Insgesamt ist „Der Drachencode“ eine kurzweilige Science-Fiction-Geschichte über die Suche der Menschheit nach einer neuen Heimat und über die Erkenntnis, dass selbst ein scheinbar paradiesischer Planet seine ganz eigenen Geheimnisse und Gefahren bereithalten kann.

Mattias Göbel

Autorin: A. T. Wolter
Taschenbuch: 138 Seiten
Verlag: Selfpublisher
Veröffentlichung: 30.07.2026
ISBN: B0H9LH1X1Z

https://www.neuezukunftswelten.com
 

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Bearbeitet von einz1975
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