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Da präsentiert uns Rick Remender mal eine richtig düstere Zukunft. Der ursprüngliche Grund, warum all dies geschieht, ist eigentlich gar nicht mal so weit hergeholt. Die Menschen streiten und töten sich seit Jahrhunderten aufgrund ihres Glaubens. Schaut man heutzutage in die Zeitungen, gibt es kein Tag, an dem nicht irgendwo in der Welt, irgendein Anschlag im Namen eines Gottes begannen wird. Selbst in der Vergangenheit wurden Kriege geführt oder Menschen aufgrund ihres Glaubens hingerichtet. Findige Wissenschaftler wollten aus diesem Grund diesen Glauben aus dem Genpool der Menschen treiben. DVO-8 war das Ergebnis und leider ein verehrendes, wie sich am Ende herausstellen sollte.

Es führte definitiv dazu, dass keiner mehr an einen Gott glaubte, denn alles Leben degenerierte sich zurück und wir befinden uns in einer grauen Vorzeit, als das Leben auf der Erde erst erwachte. Neben Neandertaler, Riesenspinnen oder Mammuts, gibt es nur noch wenige kleine Camps des Homo Sapiens. In einem dieser Camps herrscht Gil, ein riesiger, fieser Nazityp, dessen Lebensaufgabe Gewalt und Fortpflanzung ist. Unsere Hauptprotagonistin Raja, gerät nun in seine Finger und eine Flucht wird schwer. Allein wird sie es nicht schaffen nach San Francisco zu kommen, wo ein Wissenschaftler ein Gegenmittel entwickelt hatte, es aber nicht mehr rechtzeitig freisetzten konnte – Ihr Vater. Im Lauf der Geschichte erfahren wir noch einige Details mehr und treffen dabei auf einige urtümliche Viecher.

Gil als Gegenspieler schenkt dem Comic den herrlich dreckigen und ekelhaften Bodensatz, den die Menschheit übrig gelassen hat. Rajas Flucht auf der Suche nach dem Gegenmittel, lässt viele Opfer folgen. Mehr als ein Kopf wird gespalten, Blut verteilt sich seitenweise über den Comic und Gliedmaßen fliegen im hohen Bogen durch die Reste unserer Zivilisation. Jonathan Wayshak hat dank seines außergewöhnlichen Zeichentalents die Szenerie sehr passend eingefangen. Er rückt die fiesen Fratzen und lüsternen Leiber der Zukunft ins rechte Licht und vergisst dabei nicht den Inhalt zu transportieren. Schön zu sehen, dass es auch noch ohne Computer gelingt, Zeichnungen in Comicform zu bringen und am Ende erfährt man auch noch einmal, wie einzelne Passagen entstanden sind oder wie die Charaktere entwickelt wurden.

Fazit:
Heftig, dreckig, düster und ein entzückender Schlag in die Fresse unserer aktuellen Gesellschaft. Neben dem eigentlichen Problem der Vergötterung, geht es auch auf die Verschwendungssucht und dem „Scheiß-Egal-Gefühl“ nach und findet dabei die passende Antwort. Egal was wir machen, wir Menschen haben es eben doch selbst in der Hand wie wir untergehen. Wer mal kein Hochglanz mag, sondern auch mal in der Asche der Zukunft wühlen will, findet hier ein passend abgefahrenen Comic-Band für Erwachsene.

Matthias Göbel

Autor: Rick Remender
Zeichner: Jonathan Wayshak, Jordan Boyd, Jae Lee
Übersetzer: Bernd Kronsbein
Hardcover: 160 Seiten
Verlag: Splitter Verlag
Erscheinungsdatum: 01.08.2017
ISBN: 9783958391390

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bearbeitet von einz1975

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