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    Episoden-Nummer: 7   Produktions-Nummer: 48   US-Erstausstrahlung: 30.12.2021   Deutsche Erstausstrahlung: 31.12.2021  
    Zum Mid-Season-Finale der vierten Staffel von Star Trek Discovery werden die Flammenwerfer und Heldenverehrungen ausnahmsweise in den Urlaub geschickt und die kommunikative Problemlösung, die Star Trek früher ausgezeichnet hat, wird in gleich zwei Problemen herangezogen.

    Episodenkritik (Achtung: Spoiler)

    Wenngleich es einige Detailschwächen in der Umsetzung gibt, ist das das erste Mal überhaupt bei Star Trek Discovery, dass ich den Eindruck gewinne, dass das Schreiberteam sich über einige Internetmems hinaus mit der Franchise beschäftigt hat.

    In der Folge „… But to Connect“ stehen zwei grundlegende Diskussionen auf dem Plan. Einerseits entwickelt sich Zoras eigene Persönlichkeit zu einem Problem für die Besatzung, da Zora sich weigert, die Koordinaten des Ursprungsvolks der DMA herauszurücken, weil sie Gefahr für die Besatzung wittert, andererseits muss der Rat der Förderation sich mit assoziierten Völkern einigen, wie man gegen das DMA vorgehen möchte. Soll man lieber versuchen, mit dem Volk Kontakt aufzunehmen, das für die Zerstärung von Books Heimatplaneten verantwortlich ist, oder soll man das Problem lieber selbst mit einer Waffe, die Ruon Tarke entwickelt hat, aus der Welt schaffen – wohlwissend, dass das nachhaltige Schäden im Subraum zur Folge haben kann oder sogar für das Volk, das das DMA steuert, zur Gefahr werden kann? Die Fronten sind in beiden Fällen verhärtet.

    Beim Konflikt zum Zora ringen Saru, Zora selbst, Stammets, Grey und Adira unter der Aufsicht Kovichs um die richtige Lösung. Während Stammets Zora zunächst einfach nur loswerden möchte, treten seine Crewkollegen für die Rechte Zoras ein. Kovich hingegen bringt die zunächst wahrscheinlich offensichtlichste Lösung ein: Zora wird aus der Discovery extrahiert und erhält die Möglichkeit, in einer anderen technischen Vorrichtung, wie beispielsweise einem Körper, weiterzuleben – sofern es sich bei Zora denn um eine künstliche Intelligenz handelt, die im Kontext einer Raumschiffsteuerung eigentlich verboten ist. Für Zora scheint diese Lösung aber ein Graus, so dass sie sogar vorschlägt, eine Radikallösung zu wählen: Sie darf zwar in der Discovery verbleiben, stellt aber einen Vernichtungsknopf zur Verfügung. Mit diesem könnte die Besatzung der Discovery  Zoras Persönlichkeit im Notfall einfach auslöschen. Etwas eigenartig mutet in dieser Diskussion an,  dass Kovich als entscheidendes Argument angibt, es habe noch keine träumende künstliche Intelligenz gegeben, obwohl wir durchaus wissen, dass Data zum Träumen in der Lage ist.

    Die verschiedenen Positionen der Charaktere in der Diskussion werden durchaus plausibel dargelegt, auch wenn ich den beiden Video-Reviewern insofern zustimmen muss, als dass die Frage der Privatsphäre der Crew an der Stelle kurioserweise komplett außen vor gelassen wird. Die gefundene Lösung ist in der Tat nicht sehr erstaunlich: Zora darf bleiben wo sie ist und wird als Sternenflottenmitglied Teil der Kommandohierarchie, kann also nicht mehr ohne (disziplinare) Konsequenzen die Herausgabe von Informationen verweigern, wenn der Captain es verlangt. Insofern ist die gefundene Lösung sehr ähnlich zu der aus Wem gehört Data / The Measure of a Man; einer Episode, die offensichtlich auch die vorliegende Episode inspiriert hat. Leider sind weder die Diskussion selbst, noch ihre Darstellung auf einem vergleichbaren Niveau mit der frühen Highlight-Episode von Next Generation, dennoch habe ich es als sehr erfrischend empfunden, dass die verschiedenen denkbaren Lösungen hinsichtlich ihrer moralischen Bedeutung durchdiskutiert wurden. Der Holzhammer-Rückgriff auf die Fragestellung des Gesehenwerdens ist zwar etwas fragwürdig, aber man muss an dieser Stelle auch anerkennen, dass diese Fragestellung, die von der aktuellen Amerikanischen Linken besonders hervorgehoben wird, einen besonderen Stellenwert für die Autoren hat.

    Der Konflikt um den Umgang mit dem DMA mag zunächst erstaunlich wirken, da die Förderation stets als diplomatische Organisation präsentiert wurde, die versucht, Konflikte durch Verständnis zu lösen, wieso gibt es also eine Dikussions um die Verwendung einer hochgefährlichen Waffe, mit einem Risiko, dass das Ursprungsvolk des DMA gefährdet wird? Zwei Aspekte rechtfertigen die umfangreiche Diskussion in der Folge meines Erachtens. Einerseits wäre da die ungeheure Bedrohungslage, die hiervon ausgeht, da ganze Planeten auf unvorhersehbare Weise vernichtet werden. Andererseits ist die Förderation in einer Lage der Schwäche. Es handelt sich hier nicht um eine Diskussion der riesigen, stabilen Vereinigung vieler Völker, sondern einer losen Verbindung von Völkern, die in Erwägung ziehen, der Förderation wieder beizutreten. Insofern ist es wichtig, sich auch darüber zu verständigen, wie man in einer solchen Bedrohungslage vorgehen möchte und die vordergründig neutrale Position der Präsidentin bei dem gleichzeitigen Rückgriff auf Captain Michael „Jesus“ Burnham ist ein nachvollziehbarer diplomatischer Kniff. Dass die offene Flanke mit der Ankündigung, jede Entscheidung des Rates zu akzeptieren, gefährlich ist, zeigt die Historie mit der Abstimmung um den Brexit, aber die Präsidentin ist sich der argumentativen Stärke Burnhams durchaus bewusst.

    Die Diskussion der beiden Optionen ist leidenschaftlich und Motivlage wie Argumentation von Book und Burnham ist plausibel. Die jeweiligen Reden sind mit einem glaubhaften persönlichen Konflikt beladen und sind in meinen Augen auch beide gut geschrieben, so dass ich mich hier positiv an entsprechende Problemstellungen in Deep Space Nine (Stichwort: Biologische Waffe gegen die Gründer) erinnert fühle. Wie auch schon bei der Analogie zu Measure of a Man ist die Umsetzung nicht annähernd so gut und die Problemstellung weniger pointiert, doch demonstrieren beide Stränge dieser Folge, dass die Macher doch verstanden zu haben scheinen, was die wesentliche Stärke von Star Trek ist und diese auch auf eine gute, wenn auch nicht herausragende Weise umsetzen können.

     

    Fazit und Wertung

    Yoshi
    Im Ergebnis ist diese Folge für mich, neben der ersten Folge von Star Trek Picard die beste des neuen Star Treks und hinterlässt mich, zu meiner großen Überraschung, optimistisch für die zweite Hälfte der Staffel.
    4/5
    Gesamtwertung
    Action: 0 Spannung: 3 Humor: 0 Anspruch: 4 Kontinuität: 3 Figuren: 4 Erotik: 0
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    • Yoshi

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    Empfohlene Kommentare

    Vielen Dank, dass ist doch eher meine Einschätzung dieser Folge. Und Books Sichtweise ist doch sehr nachvollziehbar, da sie über die letzten Folgen, bzw. die halbe Staffel, aufgebaut wurde. Die Kritik an der Serie war auch sehr oft, dass Entscheide der Charaktere nicht nachvollziehbar und aus dem Nichts kommen. Die 4. Staffel macht es da viel besser. 

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    Ehrlich gesagt, gibt es das Problem der Nachvollziehbarkeit immer noch. Book ist da eine erfreuliche Ausnahme.

    Von der Episode selber war auch ich positiv überrascht. Vielleicht sind meine Erwartungen mittlerweile so ziemlich bei null angekommen, so dass ich eigentlich nur noch positiv überrascht werden kann, oder diese Episode hatte tatsächlich etwas trekkiges.

    Ich bin tatsächlich gespannt, was es mit der DMA auf sich hat, wer sie warum gebaut/gesendet hat. Sie scheint ja schon sehr lange zu existieren, wenn man an die "Höhlenmalerei" in der Episode denkt, in der die Ninja-Nonne diese Spezies im Cryoschlaf beschützt.

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    Trek-Themen vorhanden, aber...

    Die Trek-Themen sind vorhanden. Neue Lebensformen werden entdeckt. Zora ist nur eine von ihnen. (Diese Idee ist jedoch abgekupfert: alter Wein in neuen Schläuchen.) Die Frage nach den Multiversen als Superlativ zum Spiegeluniversum könnte tatsächlich Spannung bringen. Die philosophischen Fragen nach dem Sein oder nach der Daseinsberechtigung sind effektiv Star Trek-typisch. Aber sind diese Themen überzeugend dargestellt? NEIN!

    Ich lese diese Review und erkenne durchaus Überschneidungen mit meiner Wahrnehmung. Doch bedauerlicherweise sind diese Überschneidungen nicht sehr zahlreich. Die Themen werden nicht ernsthaft genug verfolgt. Die Dialoge sind zu banal und lassen eher auf eine 0815-TNG-Folge der ersten Staffeln schliessen, wo nur noch zehn Minuten übrig sind und noch schnell eine Auflösung her muss - nur hatten es die AutorInnen und ProduzentInnen von TNG, DS9 und VOY geschafft, bis zu 25+ Folgen pro Staffel zu schreiben/produzieren. Stattdessen muss sehr viel unnützes Gelaber ertragen werden (schlechte Dialoge), wobei die Zora-Diskussion gute Ideen besitzen würde, letztlich aber in einem eher Waltons-haften Zuckerguss erstickt wird. Hier ist nicht Virginia! Das ist keine Laienbühne.

    Discovery ist mittlerweile ein Rorschafttest auf dem Niveau eines Horoskops, das von der Hoffnung getragen wird, durch die Allgemeinformulierung bei der/dem Sehenden einen Impuls des Ergänzens der fehlenden Inhalte auszulösen. Was sehen Sie? Das kameratechnische Switchen zwischen der Zora- und der Föderationsdiskussion war hingegen sehr gut gelöst, aber über die visuellen Reize hat sich - so glaube ich - noch niemand beschwert. Kurz: visuell hui, erzählerisch pfui!

    Doch Discovery ist keine völlig neue Serie ohne kanonisches Universum, sondern könnte von einem reichhaltigen Fundus profitieren, tut es aber nicht. Die ethisch-moralischen Fragen sind in ein Kleid gesteckt, das Unsere(r) kleine (n) Farm oder Ein(em) Engel auf Erden ähnelt. Die Ideen sind - endlich !!! - nicht schlecht, dennoch darf man der Zuschauerin/dem Zuschauer doch ein gewisses Niveau zutrauen und von dieser Schwarz-Weiss-Malerei Abstand nehmen.

    2,25 von 5 Punkten

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    Gast
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    • Hallo Gast - Aufgrund des vielen Spams müssen leider ein paar Fragen beantwortet werden.

      Bitte der Reihe nach durchführen, sonst kann das Captcha nicht erfolgreich abgeschlossen werden...
      Schritt 1: Wenn Picard ein Captain ist, sollte hier ein Haken rein...
      Schritt 2: und wenn es in der Nacht nicht hell ist, sollte hier der Haken raus!
      Schritt 3:

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