Zum Inhalt springen
...wir sind die Coolsten, denn wir cruisen!

John Jackson Miller - Star Trek - Picard 3: Schwarze Schafe


einz1975
 Teilen

Empfohlene Beiträge

Captain Cristóbal Rios... ihr habt noch nie von ihm gehört? Ist er überhaupt bei der Sternenflotte? Ist das noch Star Trek? Die Antworten findet ihr in „Schwarze Schafe“. Rios hatte seinen ersten Auftritt in der ersten Staffel von Star Trek - Picard. Damals eher als Nebencharakter verkörpert er in diesem Buch die Hauptperson. John Jackson Miller richtet seine volle Aufmerksamkeit auf ihn und dreht dabei eine wohlwollende Runde durch viele Star Trek Serien und Filme. Schon der Einstieg liest sich nicht wie üblich und wir treffen auf die vielleicht schon fast vergessenen Iotanier. Ihr erinnert euch an die Classic-Serie? Der Planet, dessen Gesellschaft sich an die Gang-Gesellschaft der Erde der Prohibitionszeit orientiert? Genau von diesen Ganoven versucht Rios ein Schiff zu kaufen.

Da er selbst aber nicht der geradlinige Held zu sein scheint, gerät er mit ihnen aneinander und doch wird er später „Captain“ der La Sirena. Ein Frachter und nun soll er genau solch passende Aufträge erfüllen, um seine Schulden abzahlen zu können. Was leichter gesagt als getan ist, denn Rios quält seine Vergangenheit bei der Sternenflotte. Ein Ereignis, welches wir Leser nur in Fragmenten erzählt bekommen, hat sein Leben grundlegend verändert. Nach einigen kleinen Missgeschicken und nur schlecht erledigten Aufträgen, gerät Rios an den berühmt-berüchtigten Sammler und Antiquitätenhändler Kivas Fajo. Richtig, wir haben hier ein Wiedersehen mit einem äußerst unangenehmen Zeitgenossen aus Star Trek - The Next Generation.

Diesmal scheint er allerdings aus seinen vergangenen Fehlern gelernt zu haben und will nur noch auf der richtigen Seite des Gesetztes stehen. Durch den Vorbesitzer des Schiffes, ein alter Klingone, kommt das eigentliche Spiel erst ins Rollen. Ein seltsames Puzzle vertreibt die lange Weile für Rios und doch beherbergt es den wahren Grund für sein anstehendes Abenteuer. Wir lernen Rios von vielen verschiedenen Seiten kennen. Zum einen als Casanova, welcher mit einer Prinzessin oder auch einer Professorin anbandelt, es aber bei Frauen seines Kalibers schwieriger hat. Er ist ein kluger, taktisch überraschend weit denkender Charakter, aber naiv genug, um auch in Fallen zu tappen.

Seine Hologramme, die wohl auch in der Serie für manch Schmunzler gesorgt haben, werden nach und nach aktiviert und wir erfahren, wie und warum sie so sind, wie sie sind. Dass im Hintergrund eine komplett andere Geschichte läuft, als die, welche wir im Vordergrund lesen, offenbart sich erst im letzten Drittel des Buches, so dass der Autor sich ausgiebig Zeit nimmt, um auch Nebengeschichten zu platzieren, wie etwa Auszüge von Picrads Briefen und Büchern. Er verknüpft auch sehr gelungen den Hintergrundbezug zu alten Star Trek Figuren aus längst vergessenen Zeiten. Denn was John Jackson Miller hier erzählt, zeigt noch einmal, wie eng die Serien und Filme miteinander verbunden sind, ohne dass man es auf den ersten Blick vielleicht sehen würde. Ich gestehe, dass einzig Raffi, erneut eher störend wirkt, als Charakter jedoch beruhigender weise nur Nebensache ist.

Fazit:
Der Wolf im Schafspelz! Star Trek ist seit so vielen Jahren ein Zuhause für viele bekannte Figuren. Es wurde Zeit neuen Figuren eine Chance zu geben, welche vielleicht nicht zwingend der Sternenflotte dienen, ihr aber nicht abgeneigt sind. Captain Cristóbal Rios erinnert unweigerlich an Han Solo, ein Outlaw, mit dem Herz am richtigen Fleck, dem passenden Gerechtigkeitssinn und doch mit einem Fuß auf der Schwelle etwas Illegales zu machen. Gejagt und gefragt zieht er eine kleine Schneise von überraschenden Erkenntnissen durch die Seiten des Buches und darf am Ende sogar gefeiert werden. Selbst wenn man am Anfang nur etwas zaghaft an ihn herankommen mag, wünscht man sich zum Schluss mehr Abenteuer mit ihm erleben zu können. Kein Picard oder Kirk und auch kein Archer, manchmal Griesgram und manchmal Counselor, eben ein ganz normaler Mensch, mit Stärken, Schwächen, einer traurigen Vergangenheit und einer hoffentlich noch prächtigen Zukunft, auch in Romanform.

Matthias Göbel

Autor: John Jackson Miller
Übersetzung: Stephanie Pannen
Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: Cross Cult Verlag
Veröffentlichung: 31.05.2022
ISBN: 9783986661083



 

id-9783986661083-dc49fd70.jpg

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Dein Kommentar

Du kannst jetzt schreiben und Dich später registrieren. Wenn Du ein Konto hast, melde Dich jetzt an, um unter Deinem Benutzernamen zu schreiben.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung jetzt entfernen

  Nur 75 Emojis sind erlaubt.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Editor leeren

×   Du kannst Bilder nicht direkt einfügen. Lade Bilder hoch oder lade sie von einer URL.

  • Hallo Gast - Aufgrund des vielen Spams müssen leider ein paar Fragen beantwortet werden.

    Bitte der Reihe nach durchführen, sonst kann das Captcha nicht erfolgreich abgeschlossen werden...
    Schritt 1: Wenn Picard ein Captain ist, sollte hier ein Haken rein...
    Schritt 2: und wenn es in der Nacht nicht hell ist, sollte hier der Haken raus!
    Schritt 3:
 Teilen

×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Diese Seite verwendet Cookies um Funktionalität zu bieten und um generell zu funktionieren. Wir haben Cookies auf Deinem Gerät platziert. Das hilft uns diese Webseite zu verbessern. Du kannst die Cookie-Einstellungen anpassen, andernfalls gehen wir davon aus, dass Du damit einverstanden bist, weiterzumachen. Datenschutzerklärung Beim Abensden von Formularen für Kontakt, Kommentare, Beiträge usw. werden die Daten dem Zweck des Formulars nach erhoben und verarbeitet.