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...mit dem nervigen Beigeschmack der Wahrheit

Jazz Tanako & Florian Degenhart - Raumschiff Eolares - Das Chedra-Protokoll


einz1975

Empfohlene Beiträge

Dass die Crew der Eolares keinen einfachen Start hatte, wissen alle, die Band 1 und 2 gelesen haben. Inzwischen haben sich die Mitglieder jedoch besser zusammengefunden und nun wartet endlich ein richtiger Auftrag auf sie. Zum ersten Mal führt ihre Mission die Eolares in ein weit entferntes Sternensystem. Ziel ist Chedra-3, ein Planet, auf dem sich laut den Unterlagen der Ospra eine humanoide Spezies entwickelt hat. Allerdings scheint diese Zivilisation verschwunden zu sein. Die Aufgabe der Eolares besteht darin herauszufinden, was auf Chedra-3 geschehen ist. Gleichzeitig soll der Planet sterilisiert und für eine neue Entwicklung vorbereitet werden. Doch wie so oft ist die Situation nicht so eindeutig, wie sie zunächst erscheint. Denn entgegen aller bisherigen Annahmen gibt es noch humanoides Leben auf dem Planeten.

Die beiden Autoren gehen diesmal einen etwas anderen Weg. Zunächst bleiben wir bei zwei Überlebenden auf Chedra-3. Ihr Leben wirkt im Vergleich zur Erde beinahe primitiv. Sie besitzen Häuser, eine Sprache und Werkzeuge und leben hauptsächlich von der Jagd und dem Fischfang. Gleichzeitig müssen sie damit zurechtkommen, dass ihre Umgebung zunehmend verlassen und lebensfeindlich wirkt. Währenddessen befindet sich die Crew der Eolares noch auf der Erde. Nach den Erfahrungen aus den vorherigen Bänden steht diesmal auch die Frage im Raum, wie sich das Schiff besser gegen mögliche Angriffe schützen lässt. Hier kommt ein besonders interessantes neues Element ins Spiel. Als Kampfeinheit wird kein gewöhnlicher Roboter ausgewählt, sondern eine Androidin mit eigenem Bewusstsein. Optisch erinnert sie eher an ein junges Mädchen, technisch gehört sie jedoch zu den fortschrittlichsten Systemen, die der Crew zur Verfügung stehen.

Gerade diese Kombination macht die Figur interessant und dürfte auch in den kommenden Bänden noch eine Rolle spielen. Überhaupt gefällt mir, dass die Autoren die technischen Möglichkeiten ihrer Welt immer weiter ausbauen. Die Eolares selbst ist dabei ohnehin etwas Besonderes. Als die Crew schließlich Chedra-3 erreicht, wird die eigentliche Dimension ihrer Mission deutlich. Die Ospra scheinen nicht nur eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung humanoider Lebensformen gespielt zu haben, sondern verfügen offenbar auch über die Macht, ganze Lebensentwicklungen zu beeinflussen oder zu beenden. Der Planet soll sterilisiert werden, weil seine bisherige Entwicklung als Fehlentwicklung betrachtet wird. Doch die Menschen wissen zu diesem Zeitpunkt noch längst nicht alles. Gerade die Mischung aus der Beobachtung der letzten Überlebenden, der Erforschung des Planeten und den Entscheidungen der Eolares-Crew macht den Roman interessant. Die Fragen der Menschen sind dabei mindestens genauso spannend wie die Antworten, die sie nach und nach erhalten.

Für mich gehören die technischen Details rund um die neue Kampfeinheit zu den Höhepunkten des Romans. Auch die weiteren Möglichkeiten der Eolares werden interessant beschrieben. Gleichzeitig entwickelt sich die Handlung zunehmend in eine Richtung, die an klassische Science Fiction erinnert. Gerade gegen Ende musste ich deshalb ein wenig an „Star Trek: The Next Generation“ denken, insbesondere an die Fragen rund um künstliches Bewusstsein, Leben und die Verantwortung, die mit technologischer Überlegenheit einhergeht. Der etwas ungewöhnliche Einstieg benötigt allerdings ein wenig Zeit. Die beiden Autoren konzentrieren sich zunächst stark auf die Bewohner von Chedra-3, bevor die verschiedenen Handlungsebenen zusammenlaufen. Dadurch wirkt der Roman am Anfang etwas ruhiger, entwickelt aber später deutlich mehr Spannung. Gut gefällt mir außerdem, dass diesmal nicht nur einzelne Figuren im Mittelpunkt stehen. Die Crew als Gemeinschaft wird wichtiger und man bekommt stärker das Gefühl, tatsächlich eine Mannschaft auf einer gemeinsamen Mission zu begleiten.

Fazit:
Mit „Das Chedra-Protokoll“ gehen Jazz Tanako und Florian Degenhart im dritten Band von „Raumschiff Eolares“ einen Schritt weiter. Die Einführung der Crew ist weitgehend abgeschlossen und nun stehen stärker die Zusammenarbeit, die Erforschung fremder Welten und die technischen Möglichkeiten der Eolares im Vordergrund. Der Einstieg ist etwas anders als in den vorherigen Bänden und benötigt ein wenig Geduld. Dafür entwickelt sich daraus eine interessante Geschichte über eine Zivilisation, die kurz vor dem endgültigen Verschwinden steht, und über die Frage, wer eigentlich entscheiden darf, welches Leben auf einem Planeten eine Zukunft verdient. Besonders gefallen haben mir die technischen Aspekte, die neue Androidin und die zunehmende Bedeutung der Eolares selbst. Auch das Ende hat einiges zu bieten und öffnet gleichzeitig weitere Fragen. Wer die ersten beiden Bände mochte, bekommt hier erneut klassische Science Fiction mit fremden Welten, Aliens, Androiden, technischen Entwicklungen und der Frage, was Leben eigentlich wert ist. Die Reihe entwickelt sich in die richtige Richtung und macht definitiv neugierig darauf, was die Crew als Nächstes erwartet.

Matthias Göbel

Autoren: Jazz Tanako & Florian Degenhart
Taschenbuch: 260 Seiten
Verlag: Selfpublisher
Veröffentlichung: 01.09.2026
ISBN: 9798193169147

www.jazz-tanako.de

www.florian-degenhart.de

www.amazon.de/dp/B0HFKNP3QS

 

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