Der Film startet im Jahr 2021und nimmt sich gefühlt rund 5 Minuten, um den Hauptcharakter (Lehrer, Ex Militärtyp, Frau, eine Tochter, schwieriges Verhältnis zum Vater) nicht besondern viel Tiefe, aber einige grobe und typische "Actionheld" Umrisse zu zeichnen, um dann in die Story einzusteigen:
Besucher aus einer 30 Jahre entfernten Zukunft reisen in unsere Zeit, um in einem spektakulären Rahmen den Menschen mitzuteilen, dass Aliens die komplette Erde überrennen und die wenigen Überlebenden den Krieg verlieren werden. Ohne eine jedwede Unterstützung aus unserer Zeit kann die Zukunft nicht gerettet werden, was quasi unser Aussterben bedeuten würde. Als Werkzeug und Spannungselement konnte in der Zukunft ein Zeitreiseportal errichtet werden, welches exakt 30 Jahre in beide Richtungen funktioniert (es gibt keinen Drehregler, um ein Wunschdatum einzustellen). Spätestens in dieser Szene wird einem klar, dass man selbst gerade einen "Roland Emmerich Flashback" in die 90er erlebt - Dialoge, Charaktere - es ist quasi alles austauschbar mit ähnlich gestrickten Weltuntergangs-Filmen aus den 90ern. Independence Day habe ich damals mit 15 Jahren im Kino erlebt und fand den Streifen in allen Belangen so großartig, wie ich als 10 Jähriger vielleicht das A-Team oder Knight Rider abgefeiert habe.
Doch reißen solche aus heutigen Maßstäben vielleicht hübsch inszenierten aber inhaltlich eher "stumpf zusammengezimmerten" Erzählungen noch etwas vom Hocker, wenn einem bereits graue Haare wachsen? Ich finde "warum nicht", denn der Film versucht sich zu keinem Zeitpunkt hinter einer anspruchsvollen Fassade zu verstecken, spielt mit offenen Karten und kokettiert immer wieder mit absurden Plotmomenten, Charakteren und Situationen (ich sag nur "der Klassennerd"). An anderer Stelle werden dem Film als Kritikpunkte mangelnde Diversität oder klassische Rollenbilder (Frau, Mann..) attestiert, als gäbe es in einem Action Retro-Blockbuster nichts Wichtigeres, um einen gewissen Unterhaltungswert zu gewährleisten.
Zurück zum Inhalt:
Nach dem Kontakt mit der Zukunft wird eine Art Allianz zwischen der Gegenwart und der Zukunft gebildet und Personal für den Kampf gegen die Aliens rekrutiert - also Menschen, die sich mehr oder weniger freiwillig für ein fixes Zeitfenster im Wehrdienst der Zukunft hinter die Flinte spannen lassen. Ganz ohne Zeitreise Spielregeln geht es auch in dem Film nicht: Reisende dürfen in der anderen Zeit nicht mehr am Leben bzw. bereits geboren sein. Das grenzt den Kreis der auswählbaren Menschen natürlich stark ein und führt unweigerlich zu Konflikten, wenn z.B. auch Zivilisten in die Zukunft geschickt und nach einem kurzen Waffenkundeunterricht im Kampfeinsatz landen.
Nach rund 45 Minuten findet sich dann auch unser Protagnonist mit einigen Recruitment-Sidekicks an der Zukunftsfront wieder und das Aussehend er Aliens wird enthüllt. Ohne zu viel verraten zu wollen: Die Reaktion viel eher so "na jaaaa" aus, was die Optik dieser äußerst tierisch gehaltenen Viecher betrifft, welche gut in die Borderlands Spielreihe passen könnten.
Jetzt gibt es aber endlich Action bis der Arzt kommt und die Viecher verhalten sich im Wesentlichen immer so robust und schlau, wie es der Dramaturgie gerade dienlich ist. Es keimt in einem auch die Frage auf, in wiefern diese tierischen Wesen durch den Weltraum reisen können, denn trotz einer hohen Kompetenz als Beutejäger lassen die Viecher keine höhere Intelligenz erkennen. Der Film greift diese Fragestellung dann aber immerhin an einer späteren Stelle auf.
Leider verliert sich so manche gewaltig in Szene gesetze Action selbst auf riesigen Fernsehgeräten, denn häufig passiert im Bild wirklich sehr viel gleichzeitig, was trotzdem beeindruckend und trotz überwältigenden CGI Anteil nahezu durchweg gut gemacht ist.
Das Ende ist erwartungsgemäß simpel gestrickt, schnell verwurstet und der gesamte Film hinterläßt, wenn er richtig eingeordnet wird, in Sachen Popcornkino und Unterhaltungswert einen ordentlichen Fußabdruck. In der passenden "Ich muß mir mal die Füße hochlegen und den Kopf ausschalten"- Stimmung macht der Film Laune und erhält daher unterm Strich eine Empfehlung.
Bewertung:
Unterhaltungswert: 4/5
Anspruch: 1/5
Humor: 3/5
Erotik: 1/5
Gesamt: 3,5/5
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