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Operation "Dornröschen"


USS Community

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Die ersten Uniformen waren testweise fertig, doch Vinara durfte noch keine von ihnen anziehen. Dafür probierte Lieutenant Karmoyle die Lederjacke an (ein blaues Hemd hatte er die letzten Tage ohnehin getragen). Professor T'Pran wechselte vorübergehend zum roten Hemd, Dr. Suyali - welcher sich bei den Besprechungen meist verdächtig ruhig verhielt - nahm die gelbe Variante. Dr. Jolie hätte natürlich am liebsten die grüne Version angezogen, doch auf T'Prans Ermahnung hin nahm sie ebenfalls ein rotes Hemd, aber mit schwarzer Pilotenjacke.

"Ich wusste nicht dass Sie auch Pilotin sind", meinte Vinara etwas erstaunt.

"Ich fliege hauptsächlich kleine Shuttles und Nachbauten antiker Atmosphären-Fluggeräte, also Flugzeuge und Hubschrauber."

"Klingt auf jeden Fall nach einer besseren Beschäftigung als immer nur mit irgendwelchen Waffen rumzuspielen", meinte Major Janira Dwayn welche die GSC-Variante der Marine-Uniform (eine schwarze Lederjacke über dem grünen Hemd) anprobierte.

"Das muss gerade die richtige sagen", brummte Jolie plötzlich angesäuert und schielte halb verägert, halb sehnsüchtig nach dem Rangabzeichen der Offizierin.

"Hey, nur keinen Neid! Jeder macht hier das was er am besten kann."

"Und ich wäre am besten als... Ach verdammt nochmal, vergessen Sie's!"

Es war nicht gerade hilfreich, dass Vinara ausgerechnet am nächsten Tag mit Danielle Jolie auf eine kurze Außenexpedition gehen musste; die Archäologin schien wieder auf demselben Stand wie zur Ankunft der Andorianerin angekommen zu sein.

"Vorgestern habe ich gelesen, dass es im alten französischen Militär auf der Erde den Rang eines 'Majors' als höchsten Unteroffizier gab; unser Major hieß bei denen wiederum 'Commandant'."

Jolie drehte sich um und funkelte die ältere Frau wütend an. "Noch ein Wort und ich schneide Ihnen einen Fühler ab!"

Das Resultat der Auseinandersetzung: Vinara kehrte mit der bewusstlosen Danielle auf den Schultern zurück.

"Ach du Grundgütiger, was ist denn mit der passiert?", fragte Dr. Mahmed Suyali der das seltsame Paar als erster erblickte.

"Sie konnte es nicht erwarten ein entspannendes Nickerchen einzulegen... Nachdem ich sie auf vulkanische Weise dazu 'überredet' habe."

Der Architeckt grinste breit. "Ach so, na immerhin gut zu wissen dass Sie unsere wilde Französin im Griff haben!"

Nachdem Dr. Jolie in ihrem Quartier abgesetzt (oder besser abgelegt) worden war, wollte Vinara sich in ihre eigene Unterkunft begeben. Unterwegs wurde sie jedoch von Lieutenant Karmoyle aufgehalten.

"Dr. Shral, während Sie weg waren rief ein Fähnrich aus Ihrem alten Stab an... Eine junge Biologin, die gute schien ziemlich aufgelöst und schimpfte ununterbrochen über Ihre Nachfolgerin."

"Sie meinen sicher Fähnrich Stevenson? Lassen Sie mich raten: Lieutenant Perincourt hat ihr die Leitung der Exobiologie entzogen und sie wie den Rest der wissenschaftlichen Abteilung zu regelmäßigem Fittnesstraining verdonnert."

"Das und noch mehr. Ich konnte sie immerhin halbwegs beruhigen, so von Biologe zu Biologin. Ich habe mich bereit erklärt sie bei ihrer Doktorarbeit über den groddanischen Plasmakäfer zu unterstützen."

"Ich danke Ihnen für diese Mitteilung und die Hilfe die Sie Fähnrich Stevenson zukommen lassen wollen."

"Ist mir selbst ein Vergnügen. Da ich in Kürze habilitieren werde könnte ich vielleicht sogar ihr Doktorvater werden", schmunzelte Karmoyle und schickte sich an wieder zu gehen.

"Warten Sie noch... Dr. Karmoyle, soweit ich informiert bin haben Sie erst vor drei Jahren die Akademie abgeschlossen. Was hat Sie dazu bewogen so spät noch eine Laufbahn als Offizier einzuschlagen?"

Der 55-Jährige lächelte. "Tja, das frage ich mich auch manchmal... Hauptsächlich wegen der Neugier, vielleicht auch um mir und einigen anderen was zu beweisen. Böse Zungen mögen behaupten eine Midlife-Krise hätte mich dazu getrieben, mich noch mit 48 Jahren als Kadett an der Akademie einzuschreiben. Und ich gebe zu, zu einem kleinen Teil könnte sogar was dran sein."

"Immerhin hat man Sie nach Ihrem Abschluss gleich zum Lieutenant Junior Grade befördert..."

"Das war ja auch das Mindeste; aber weiter als bis zum Lieutenant-Commander habe ich eigentlich nicht vor aufzusteigen. Bis ich Captain werden könnte wäre ich um die 70, in dem Alter gehen schon manche Admiräle in Pension."

Der Biologe verabschiedete sich von der Andorianerin, welche endlich in ihr Quartier gehen konnte - allerdings wurde sie von dort nur wenige Minuten später zu Colonel Goodwine zitiert.

"Doktor, Sie sollten sich setzen. - Sie wissen ja dass Lieutenant Milseya Anquenar nach ihrem Kolloquium auf die IKS Eisenstein versetzt werden sollte; sie hat sich auch ein Shuttle genommen, ist bis jetzt aber noch nicht beim vereinbarten Treffpunkt aufgetaucht. Ein ziviles Forschungs-Schiff der Vulkanier hat kürzlich in einem Sektor, der mitten in Anquenars geplanter Flugroute liegt Trümmer ausgemacht, die zu eben besagtem Shuttle zu gehören scheinen. Noch ist nichts sicher, aber da Anquenar bislang weder auf der Eisenstein eingetroffen ist oder sich sonstwie gemeldet hat, sollten wir uns auf das Schlimmste gefasst machen."

Vinara verspürte einen leichten Schwindel. "Das ist in der Tat keine gute Nachricht... Allerdings soll Anquenar gewisse Kontakte haben, Freunde denen sie vielleicht noch den einen oder anderen Gefallen schuldet. Ihre Arbeit auf der Eisenstein ist nicht von absoluter Dringlichkeit."

"Nicht von absoluter Dringlichkeit? Kommen Sie Doktor, ich bin zwar Marine, aber selbst ich weiß dass das Aufspüren von Quantenfäden, die ein ganzes Schiff zerstören können schon zu den Angelegenheiten zählt, denen ich eine sehr hohe Priorität beimessen würde. Es wäre eine verdammte Ironie, wenn Ihre Pilotenfreundin ausgerechnet selbst das Opfer eines solchen Fadens geworden wäre, noch ehe sie die Chance hatte seine Existenz vorherzusagen!"

"Das wäre in der Tat eine bittere Ironie. - Aber wie dem auch sei, ich werde nicht eher trauern als bis ich absolute Gewissheit über Anquenars Tod habe."

Bearbeitet von Vinara Shral
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Mit einem Stirnrunzeln betrachtete sich George seine Frau, als er zu ihr ins Bett kam.

„Stimmt was nicht?“ Jenax drehte den Kopf in seine Richtung. Leichte Sorgenfalten hatten sich in ihrem Gesicht breit gemacht.

„Die letzten Tage waren ungewöhnlich Chaotisch. Ich bekomme einiges in der Kommunikationszentrale mit.“

„Du Glückliche. Ich habe seit fast 2 Wochen nichts anderes wie den Warpantrieb der SeaQuest und unser Haus gesehen.“ George brachte sich in eine aufrechtere Position. „ Aber erzähl mal, was ist Passiert?“

„Zum einen wird ein Schiff vermisst. Die Waterloo, ihr Transponder ist zumindest ausgefallen und es fand auch offensichtlich keine Kommunikation mehr statt. Jedenfalls herrscht da scheinbar deswegen Aufregung.“

Die Waterloo. Muss ein neues Schiff sein. Die Waterloo die dem Ingenieur bekannt war, war ein Schiff der Constalation Klasse welches vor 12 Jahren auf einem Überschuss Depot verschwunden ist. Dachte George nach, er sagte aber nichts weiter und nickte nur.

„Und heute ist ein Shuttle verschwunden. Mili soll an Bord des Shuttles gewesen sein.“

George war mit einem Schlag um einiges Wacher.

„Mili wurde nach ihrem Kollegium auf die Eisenstein versetzt. Aber das Shuttle kam nicht an. Und auf der Route haben die Vulkanier Trümmer gefunden die zu einem Runaboat passen. Captain Tanrim hat mir dies selbst mitgeteilt. Er konnte dich ja nicht erreichen.“

George nahm Jenaxs Hand. „Noch ist nichts verloren. Mili ist eine Fähige Pilotin, die so einiges einstecken kann.“ Erwiderte George ruhig. Er nahm Jenax in den Arm. „ Sie ist am Leben und Gesund. Da bin ich mir sicher.“

George und Jenax wussten, das sich die Crew der Community in den letzten 2 Jahren mehr als genug Feinde gemacht hat. Da kamen viele in Frage von Gruppierungen der Grodd bis hin zu einigen Strippenziehern bei Starfleet.

George war immer noch der Meinung dass diese Massenversetzung eine Indirekte Folge der Supersoldaten Geschichte war, die auch schon fast ein Jahr zurück lag.

„Vielleicht erfahre ich Morgen mehr.“

„Arbeitest du in einer Kommunikationszentrale oder beim Geheimdienst?“ George Wölbte übertrieben seine Brauen.

„Eine Kommunikationszentrale. Ist wesentlich Effektiver.“

„Oder einfach Miauz. Wenn man seine Haare bei ihm Schneiden ließ, “ schwelgte George leise, “ so war man besser Informiert als wenn man beim Tal Shiar oder dem Obsidianischen Orden wäre.“

„Ich Vermisse Sie alle, Ich Vermisse das Schiff.“

„Ich auch Imzadi.“ George Küsste Jenax auf die Stirn. „ Wie gefällt es dir hier?“

„Es ist ein schönes Haus, wir sind zusammen. Nur, es ist noch so alles Fremd.“

„Glaub ich dir.“ George spürte die bleierne schwere seiner Müdigkeit. „ Lass uns Schlafen. Morgen ist ein Verdammt langer Tag welcher ohnehin nicht genug Stunden hat, wie ich brauchen könnte.“

„Gute Nacht Imzadi.“

„ Gute Nacht.“ George löschte das Licht, nach wenigen Augenblicken Schliefen die Beiden umschlungen ein.

Bearbeitet von George Sheridan
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Bestürzt blickte Peter Wentworth auf den Bildschirm vor sich. Das konnte nicht wahr sein! Das durfte nicht.. „Und es gibt keinen Zweifel, Marilyn?“, fragte er mit schwacher Stimme.

Die Frau schüttelte den Kopf. „Es tut mir sehr leid, Peter, aber die Ergebnisse sind eindeutig. Die Trümmerteile stammen von der Liaohe – dem Runabout mit dem Milseya aufgebrochen ist. Die Energiesignaturen konnten einwandfrei festgestellt werden. Und wir konnten ..“ Sie stockte. Marilyn hatte Milseya nie kennen gelernt – doch einen der ihren zu verlieren, das ging beinahe jedem Piloten nahe. Zudem war Milseya auch nicht gerade eine der unbekannteren Piloten.

„Was konntet ihr?“, hakte Peter nach, der Hoffnung schöpfte.

„Wir fanden .. Energiesignaturen von Torpedos.“

Peter Wentworth sackte in seinem Stuhl zusammen.

„Es muss ein Hinterhalt gewesen sein. Vielleicht ein getarntes Schiff. Oder sie haben einen Notruf fingiert. Wir sind im Moment dabei das Ganze zu rekonstruieren. Doch wir wissen, dass es schnell gegangen sein muss. Nach dem feindlichen Erstschlag hat Milseya noch zurückgeschlagen, doch dann...“ Die junge Frau wischte krampfhaft die dicke Träne in ihrem Auge weg.

„Wer?“, wollte Peter wissen. „Wer hat auf sie geschossen?“

Marilyn schüttelte den Kopf. „Das wissen wir nicht. Die Signaturen sind uns – noch – unbekannt. Aber wir arbeiten mit Hochdruck daran. Sobald ich es weiß und es dir weitergeben darf, erfährst du es als Erster.“

„Könnte sie nicht ..?“

„Nein.“ Die Frau schüttelte den Kopf. „Wir fanden bajohaliianische DNA. Und winzigste Partikel von klingonisch-haliianischer DNA.“

„Klingonisch-haliianisch?“

Marilyn starrte auf ihr Gegenüber. Hatten sie es nicht gewusst? „Sie war schwanger“, erklärte sie leise. „Auch wir hatten uns darüber gewundert, bis wir die Auskunft von der Erde erhielten, dass sie etwa im ersten Monat schwanger ist .. war.“

„Mein Gott“, stöhnte Peter entsetzt auf. „H'Qar! Habt ihr ihn bereits kontaktiert?“

„Captain Kentell wollte das persönlich tun“, sagte sie. „Peter, es tut mir wirklich sehr leid. Ich wünschte, ich hätte bessere Nachrichten gehabt. Ich weiß, dass du Milseya mochtest.“

Er schüttelte den Kopf. „Bitte entschuldige, Marilyn. Ich bin dir sehr dankbar, aber ich muss den anderen Bescheid sagen. Ich hoffe, du..“

„Ja, das verstehe ich.“

„Sobald ihr wisst, wer es war..“

„Wir werden sie kriegen, Peter. Das verspreche ich dir.“

Als Peter Wentworth den Besprechungsraum betrat, herrschte angespannte Stimmung. Zahlreiche Augenpaare – Piloten und Mechaniker - richteten sich auf ihn.

Er schüttelte den Kopf.

„Dieu de grace“, rief Claudette entsetzt auf und begann laut zu weinen. Mit steinerner Miene legte Rupert seinen Arm um sie und drückte sie an sich. Fragend sah er wieder zu Peter, der sich mit geröteten Augen an den Tisch setzte und mit schwerer Stimme allen Anwesenden mitteilte, was er soeben erfahren hatte.

Die Runde schwieg bestürzt. Keiner wusste, was er sagen sollte. Keiner fand Worte, seine Gefühle auszudrücken. Schließlich war es Rupert, der immer noch die weinende Claudette in seinem Arm wiegte, der das Wort ergriff.

„Wir sollten Captain Tenner benachrichtigen. Auch wenn Mili nicht mehr Teil der Crew ist, so sollte er doch wissen, dass wir alle hier eine gute Freundin verloren haben. Und wir sollten ihn bitten, eine Gedenkfeier für sie abhalten zu dürfen. Auch sollten wir die anderen Führungsoffiziere kontaktieren – Dr. Assjima, Lt. Commander Shral, Bishop und Sheridan. Und Captain Tanrim. Natürlich auch John und Niels ..“

„H'Qar .. wir sollten dem Botschafter unser Mitgefühl ausdrücken. Natürlich auch Milis Familie“, fuhr Peter fort.

„X'Kles!“, schluchzte Claudette.

„Ja natürlich“, stimmte Rupert tröstend zu.

Peter erhob sich langsam. „Ich werde Captain Tenner informieren“, erklärte er mit matter Stimme und verließ den Raum. Auf dem Weg zum Turbolift vergoss er stille, heiße Tränen ...

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„Du bewegst also Zellen von A nach B.“ Ischila betrachtete versonnen den Klumpen Biomasse, der vor ihr auf dem Arbeitstisch lag. „Wozu?“

„Stammzellen sind teilungsfähig. Aus ihnen können neue Organismen entstehen.“ Assjima richtete einen Sensor auf den Klumpen und zeigte auf den Monitor. „Schau, diese Zelle habe ich vor zwei Tagen in einer speziell für sie vorbereiteten Nische eingepflanzt. Unter normalen Laborbedingungen hätte sie sich bis jetzt maximal 28 Mal geteilt. Doch wir haben die Biomasse mithilfe einer Sonde in der Stratosphäre des Planeten platziert. Dort beschleunigte sich die Zellteilung um das Zwölffache. Und jetzt kannst du schon die Anfänge einer Leber erkennen.“

„Du klonst Lebewesen?“ Die alte Frau starrte unverwandt auf den künstlichen Fleischklops.

„Nein, keine Lebewesen. Wir suchen nach einer Methode, zerstörte Organe oder Körperteile auf natürliche Weise ohne operativen Eingriff nachwachsen zu lassen.“ Assjima öffnete eine Datei und startete eine Simulation. „Schau … Das hier ist das Rückenmark eines Menschen, der in einem Kampf ein Bein verloren hat. Bislang musste man solche Verletzungen mit Hilfe künstlicher Komponenten heilen. Siehst du, wie dieser Zellklumpen sich durch die Muskulatur bewegt? Das wird telekinetisch bewirkt und läuft jetzt in Zeitraffer ab. Der Zellklumpen nistet sich in der Nähe des Beinstumpfes ein. Die Wunde wurde mit einem speziellen organischen Zellgewebe präpariert, so dass die Stammzellen optimale Bedingungen vorfinden. Jetzt beginnt die Zellteilung, die Zellen übernehmen ihre unterschiedlichen Funktionen, bilden Knochengewebe, Nervenstränge, Muskulatur… Ein neues Bein wächst heran, das sich in nichts vom Alten unterscheidet. Ein Prozess der unter natürlichen Umständen mehrere Monate andauern würde. Solange kann man keinen Patienten auf einer Liege festschnallen. Die Stratosphäre des Planeten hat besondere Eigenschaften, die das Zellwachstum extrem beschleunigen. Wir nutzen diese Bedingungen um die Forschung zu beschleunigen. Gleichzeitig versuchen andere Teams, die Zusammensetzung der Stratosphäre auf Genaueste zu analysieren und im Labor zu simulieren.“

„Woher weiß der Zellklumpen, wie das Bein einmal ausgesehen hat?“

„Die Informationen sind zum großen Teil in der DNS enthalten. Doch muss die Zelle einen Basisbefehl erhalten. Sie muss ja erfahren, dass sie ein Bein und keine Nase zu bilden hat. Diesen Befehl erhält die Zelle durch Impulse, die vom morphologischen Feld des zerstörten Körperteils ausgesendet werden.“

„Wenn ich das jetzt also richtig verstehe transportierst du mit deinen telekinetischen Kräften Stammzellen vom Rückenmark zu der Stelle, wo ein Reserveteil benötigt wird, benutzt den Astralkörper des verloren gegangenen Körperteils oder Organs als Gussform und lässt es neu nachwachsen?“

„Ja. Und all das ohne auch nur einen einzigen Schnitt mit dem Skalpell machen zu müssen. Das schont den verletzten Organismus. Wir haben nur noch keine Lösung gefunden, wie man ein zerstörtes Organ zuvor ohne Operation entfernen kann. Beamen funktioniert bei dieser Methode nicht, da dadurch das morphologische Feld verändert wird.“

„Ein interessantes Forschungsfeld. Wenn du diese Arbeit erfolgreich abschließen kannst wirst du damit vielen Lebewesen Gutes tun.“ Ischila hatte sich umgedreht und betrachtete die Ärztin. „Aber du zweifelst … man kann diese Methode auch missbrauchen … du weißt, was man noch alles damit bewerkstelligen könnte. Wissen das die anderen auch?“

Assjima schüttelte den Kopf. „Nein. Niemand kann es wissen. Man bräuchte dazu ein Gerät, das eine Freundin von mir entwickelt hat. Und man benötigt eine Forschungsarbeit von mir, die unter Verschluss liegt. Vinaras Maschine wird man nicht so ohne weiteres mit diesem Projekt hier in Verbindung bringen und von meiner Arbeit wissen nur drei andere Personen, die mit dem Argus-Prokjekt nichts zu tun haben. Es wäre ein äußerst großer Zufall, wenn alle drei Komponenten zusammen gefügt werden würden.“

„Aber wenn doch … was wirst du in diesem Falle unternehmen?“

„Das weiß ich noch nicht. Aber ich werde es auf keinen Fall zulassen. Egal was kommen mag.“

Die alte Frau nickte. „Ich sehe deine Entschlossenheit. Du wirst der Versuchung nicht erliegen. Das ist gut, denn die angehende Meisterin der weißen Schule steht über solchen Verlockungen.“

„Ach Ischila …“ entgegnete Assjima verärgert. „Hör doch auf, mich unter Druck zu setzen. Ich werde diesbezüglich keine Entscheidung treffen bevor ich nicht mit Sam in Persona darüber gesprochen habe.“

„Ja, frag du nur deinen Samylax. Als ob er sich deiner Bestimmung in den Weg stel ….“

Die Stimme der Meisterin ging in dem lauten Signalton der Kommunikationsanlage unter. Ein Ruf von außerhalb, höchste Dringlichkeit … Assjima schaltete den Monitor an. Dort erschien Ensign Harrisons verstörtes Gesicht. „Meg! Was ist pa…“ reif sie aus, wurde aber von der Freundin unterbrochen.

„Milseya!“ schniefte die Afrikanerin und dicke Tränen rannen über ihre ebenholzfarbenen Wangen. „Assjima … Milseya ist … tot …“

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„Alle Schwankungen wurden nun Minimiert. Die Ventile der Treibstoffleitungen Arbeiten mit 100 % und die Effizienz des Antriebes insgesamt hat 99 % erreicht.“ Merrera stand in Strammer Haltung vor dem Chefingenieur und verzog keine Mine. Ihre gefurchte Nase wirkte dabei noch Intensiver. Ihre Traditionellen Ohrringe Klimperten sehr leise.

George Studierte das Padd, das die Ingenieurin ihm überreicht hatte. Während ihres Berichtes sah er nur auf das kleine Display. Erst Jetzt würdigte er die Frau eines Blickes und wahrte auch eine neutrale Mine.

„Fürs erste. Ihre Arbeit kann sich durchaus sehen lassen. Aber 99 % sind nicht 100 oder 110 %.“ Die Ruhe in der Stimme und das fehlen des sonst unterschwellig vorhandenen Südstaaten Akzentes waren für Merrera gesehen kein Gutes Zeichen. Sie und West hatten sich auf die Hinterfüße gestellt und geschuftet bis sie schon beinahe an den Maschinen eingenickt wären.

„Dennoch, ich bin Überzeugt, dass Sie und West die 110 & schaffen werden. Als Ingenieure in der Sternenflotte wird dies von ihnen erwartet. Nach dem Captain sind Sie die Wichtigsten Personen auf dem Schiff. Sie erhalten es am Leben, Sorgen dafür das die Systeme auch in Extremsituationen Funktionieren. Haben Sie das Verstanden?“

„Ja, Sir!“ Antwortete Merrera Selbstbewusst. Der Bajoranische Trotz und Kampfgeist blitzte in den Augen der Frau auf. „ Wir werden die Systeme so verbessern, dass uns sogar das Flagschiff fürchten muss, Sir.“

Georges Mundwinkel zuckten kurz.

„Sie wollen die Enterprise überflügeln? „ George nickte leicht. „ Das sind sehr hohe Ziele.“

„Ich weis, Sir.“

„Ich wäre zufrieden, wenn wir 110 % am Ende erreichen. Danach wenden wir uns dem Raupenantrieb zu.“

„Aye Commander.“ Merrera neigte den Kopf leicht zur Seite. „ Ich habe mir diesbezüglich Gedanken gemacht.“

„Löblich. Und ich bin auf ihre Ideen gespannt. Der Warpantrieb sollte diese Woche fertig werden, dies hat Priorität Lieutenant.“

„Ja, Sir.“

„Wegtreten!“

Merrera nickte kurz und machte auf dem Absatz kehrt. George sah der Bajoranerin nach und musste den Elan und die Hingabe von Merrera bewundern. Sie war wirklich begabt. Nur wie bei West mangelte es noch ihr an Erfahrung, welche Sie hier unter seiner Anleitung in den letzten Tagen vermehren konnte.

In den letzten Tagen wurden die Fortschritte immer mehr Spürbarer. Die Systeme der SeaQuest näherten sich immer schneller ihrem maximalen Leistungspotenzial. Man ist sogar seit dem vorigen Tag daran gegangen mit den Feineinstellungen zu beginnen. Bereits jetzt war die SeaQuest in der Lage den Antrieb auf Volllast zu fahren. Ein letzter Testflug, sollte dem Gewissheit verschaffen und letzte Fehler aufdecken, die Möglicherweise noch nicht beseitigt werden konnten. George wollte sich dem Warpkern zuwenden als das Interkomm Piepste.

„Brücke an Commander Sheridan.“

„ Hier Sheridan!“ George ließ seine Hand langsam sinken, nachdem er den Kommunikator auf seiner Brust berührt hatte.

„Commander ein Gespräch vom Raumschiff Community für Sie.“ George war etwas überrascht. Er hatte nicht damit gerechnet, dass so schnell jemand von seinem alten Schiff mit ihm Kontakt aufnehmen wollte.

„Legen Sie es in mein Büro.“

Auf dem Display war nun Suval zu sehen. Der Vulkanier trug wie üblich eine undeutbare Maske zur Schau. Mit dieser konnte Suval verkünden das er Vater geworden wäre, im Lotto gewonnen hat, oder das jemand für immer verschwunden wäre, es würde in allen Fällen vermutlich so klingen, wie wenn man die Wettervorhersage vortragen würde.

George hatte es gewissermaßen aufgegeben in Vulkanischen Gesichtern, nach Subtilen Anzeichen von Regungen und Emotionen zu suchen. Man fand meistens nichts. Doch hier wirkte es anders.

„Ich Grüße Sie Commander.“

„Ich Grüße Sie ebenfalls Suval. Wie geht es ihnen?“

„Mir geht es gut, danke der Nachfrage, Sir. Doch Bedauerlicher Weise ist der Grund meiner Kontaktaufnahme weniger erfreulicher Natur.“ Wenn ein Vulkanier Schlucken würde, bevor er was unangenehmes Mitteilen musste, so wäre dies mit Sicherheit hier jetzt der Fall.

„Sie haben von dem Zwischenfall gehört bei dem das Runaboat von Lt Anquenar Zerstört wurde?“

„Das habe Ich. Ich nehme an es gibt neue Erkenntnisse?“ Georges Stimme klang beinahe so Monoton wie die des Vulkaniers. Ein Klos bildete sich in seinem Hals.

„Die gibt es, Sir. Man hat unter den Trümmern des Shuttles Fragmente Spuren von DNA gefunden, die deutlich auf Lt Anquenar und ihr ungeborenes Kind hinweisen.“ George kam sich wie in einem falschen Film vor. Mili soll Tod sein? Das konnte nicht sein! George Kämpfte immer noch den Klos im Hals nieder.

„Das heißt, sie ist Tod.“ Sagte George mehr zu sich selbst als dass er es an Suval gerichtet hat.

„Das ist eine Logische Annahme Commander.“ Obwohl die Stimme des Vulkaniers immer noch gleichmäßig war, wirkte die Antwort wie das Wort eines Allmächtigen Gottes, der sein Urteil unwiderlegbar gefällt hatte.

„Weis man was genau passiert ist?“ Wollte George Wissen. Er stellte die Frage eher Automatisch, er war sich bewusst, dass es an der Tatsache nichts ändern würde.

„Den Informationen zufolge, die zu uns gedrungen sind, wurde das Runaboat von einem oder mehreren Photonentorpedos unbekannter Herkunft Zerstört.“

George versuchte alle Fragen im Hintergrund zu halten die sich ihm stellen. Es machte keinen Sinn diese gleich zu stellen.

„Danke Suval.“

„Ich werde Sie auf den laufenden halten Commander. Suval Ende.“ Der Vulkanier sah keine Notwendigkeit mehr darin diese Unterhaltung Künstlich aufrecht zu erhalten. George war ihm dafür Dankbar.

Er starrte auf das Dunkle Display, in dem sich sein Gesicht schwach Spiegelte. Ein Teil seines selbst Klammerte sich immer noch daran, dass Mili Lebte. Sie war eine der zähsten Personen die George kannte. Doch die Tatsache, dass er zum Nichts tun verdammt war, beinahe das Schlimmste an der ganzen Sache.

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Diese Hilfsmission dauerte nun schon sehr viel länger als ursprünglich geplant. Die Community lag nun schon seit etwas über einer Woche im Orbit über der Kolonie New Kopenhagen, Die Hilfsarbeiten wurden durch zwei weitere Stürme empfindlich gestört.

Allerdings war der längere Aufenthalt nicht absolut umsonst, besonders die Biologischenabteilungen waren von der Flora und Fauna dieses Planeten begeistert gewesen. Und nun hatte sich eine dieser Biologinnen bei Captain Tenner zu einem Gespräch angemeldet.

Nanni war den Weg zur Brücke schon oft gegangen, aber heute kam er ihr besonders lange vor. Zum aller ersten Mal, war sie auf dem Weg zum Captain um sich über einen höheren Offizier zu beschweren. Diesmal musste sie es ganz alleine tun, denn weder ihre Schwester noch ihr Verlobter waren an Bord um sie zu unterstützen. Aber sie weiß auch alt genug, um solche Dinge selbst zu erledigen. Ihre extrem gutmütige Art hatte sie bereits vor einiger Zeit abgelegt und bemühte sich härter zu werden. Vor allem hatte sie sich vorgenommen nicht mehr so oft zu weinen. Plötzlich stand sie auf der Brücke und es waren nur noch ein paar Meter zum Bereitschaftsraum des Captains. Schnell ging sie noch die restlichen Schritte und betätigte den Türsummer.

Im Bereitschaftsraum blickte Jeremy Tenner von seinem Desktop auf und sah zur Tür.

„Herein.“ Sagte er in einem ruhigen Tonfall. Er wartete darauf dass die junge Biologin eintrat.

"Entschuldigen sie die Störung, Captain Tenner. Aber ich muss eine Beschwerde loswerden!" stammelte Nanni Stevenson etwas aufgeregt.

Jeremy horchte auf, eine Beschwerde? Bis jetzt hatte Jeremy über die inoffiziellen Kanäle nichts über Unstimmigkeiten in der wissenschaftlichen Abteilung gehört. Aber vielleicht ging es ja auch um etwas anderes als die wissenschaftliche Abteilung, in seiner Laufbahn als Captain haben sich Crewmitglieder schon über die unmöglichsten Dinge beschwert. Aber wenn er nicht nachfragen würde, würde er nie erfahren was der jungen Frau auf der Seele brennt.

„Setzen Sie sich Fähnrich. Möchten Sie etwas trinken?“

"Danke, Sir! Ja, gerne einen Orangensaft. Aber nur wenn es keine Umstände macht." antwortete Nanni freundlich und wirkte nicht mehr so aufgeregt, wie am Anfang.

Jeremy stand auf und ging zum Replikator, in der heutigen Zeit machten Getränke keine Umstände mehr. Er hatte ja nicht vor frische Orangen auszupressen.

„Orangensaft kalt, schwarzer Tee mit Wildkirsche heiß.“ Mit einem leisen Summen erschienen die gewünschten Getränke in der Ausgabefläche des Replikators.

Mit dem Glas für den Fähnrich und der Tasse für sich selber ging er wieder zu seinem Schreibtisch, setzte sich und gab Nanni das gewünschte Getränk und nippte an seinem Tee.

„Worüber möchten Sie sich den Beschweren Fähnrich?“

"Ich möchte mich über meine Vorgesetzte Lt. Perincourt beschweren. Sie hat mich beleidigt und mein Können ohne Vorliegen eines Verstoßes in Frage gestellt."

Jeremy lehnte sich in seinem Sessel zurück und nahm noch einen Schluck aus seiner Tasse.

„Das sind schwerwiegende Anschuldigungen, haben sie dafür Beweise oder Zeugen?“

"Nein, dass habe ich leider nicht. Sie und ich waren alleine in der Exo-Biologie und beim zweiten Mal, hatte sich mit einer Kollegin über mich lustig gemacht. Aber ich glaube kaum das die Kolleginnen aussagen wird. "entgegnete die Biologin ehrlich.

Captain Tenner setzte seine Tasse auf dem Schreibtisch ab und strich sich mit der Hand übers Kinn.

„Ich bin ganz ehrlich Fähnrich Stevenson. Wenn die keine Beweise für solche Anschuldigungen haben. Wird es nahezu unmöglich sein so etwas zu beweisen. Sind Sie sich dieser Tatsache bewusst Fähnrich?“

Jeremy tippte ein paar Befehle in seinen Desktop ohne dabei auf den Bildschirm zu gucken.

"Ach heißt das, dass sich ein Fähnrich in der Sternenflotte sich alles gefallen lassen muss, solange er keine Beweise hat?" fragte Nanni etwas zu energisch.

Die Mine des Captains verdunkelte sich für einen Augenblick. Er sprach dann aber mit ruhiger und gelassener Stimme weiter.

„Das habe ich nicht mit einem Wort gesagt Fähnrich. Nur eine nicht bewiesene Anschuldigung kann leicht als Verleumdung oder Üble Nachrede ausgelegt werden. Dessen müssen Sie sich bewusst sein Fähnrich Stevenson. Ich habe in ihrer Dienstakte bis jetzt so ein Verhalten allerdings auch nicht finden können. Das spricht für Sie. Sie wurden von Ihrer letzten Vorgesetzten sogar für eine Beförderung vorgeschlagen.“

Der Captain legte seine Unterarme auf die Lehnen seines Sessels und setzte sich dabei gerade auf.

„Was soll ich also Ihrer Meinung nach jetzt tun Fähnrich? Soll ich Lt. Perincourt für Sie zur Rede stellen? Wenn Sie das wünschen werde ich das gerne tun nur dann wird Aussage gegen Aussage stehen. Dessen müssen Sie sich immer bewusst sein.“

"Entschuldigung Captain Tenner, ich wollte sie nicht anblaffen. Können sie nicht Lt. Perincourt sagen, dass sie solche Anschuldigungen in Zukunft unterlassen sollen, wenn es keinen konkreten Grund dafür gibt. Und ich werde in Zukunft mehr alles schriftlich geben lassen." entgegnete Ensign Stevenson freundliche und nahm einen weiteren Schluck von ihrem Orangensaft.

„Ich werde mit Lt. Perincourt reden.“ Jeremy hatte sich jetzt wieder zurückgelehnt und sich seine Tasse wieder gegriffen. Das er sowieso vorhatte mit Lt. Perincourt zureden brauchte er der jungen Frau vorerst nicht zusagen.

„Ich rate Ihnen allerdings dass auch Sie mit ihr reden sollten. Machen Sie ihr klar dass sie so nicht mit Ihnen umgehen kann. Aber in einem ruhigen und sachlichen Ton ansonsten werden sie nie ernst genommen.“

"Ja, das werde ich tun - Sir! Vielen Dank, dass sie sich Zeit für mich genommen haben..." meinte Nanni und streckte dem Captain ihre Hand entgegen.

Jeremy nahm die Tasse in die linke Hand und reichte Nanni seine Rechte.

„Auf Wiedersehen Fähnrich. Wenn Sie wieder Probleme haben können Sie gerne wieder zu mir kommen. Aber versuchen Sie vorher die Probleme selber zu lösen. So etwas erwarte ich von meinen Offizieren.“

"Wird gemacht, Sir!" verabschiedete sich Nanni Stevenson und ging.

Nachdem sich die Türen hinter Nanni geschlossen hatten trank Jeremy Tenner seinen Tee aus uns stellte sowohl Glas als auch seine Tasse zurück in den Replikator. Als er an seinen Platzt zurück kehrte Blinkte eine neue Nachricht auf seinem Bildschirm, der zweite Pilot Peter Wentworth bat ebenfalls um eine Unterredung. Hoffentlich wollte dieser sich nicht auch über seinen neuen Vorgesetzten beschweren.

U_E und Shane in: Ein Fähnrich kommt selten allein ´s kommt immer ein Lt. hinterdrein

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General Anderson ließ es sich nicht nehmen auch einmal persönlich kurz auf Mudmos vorbeizuschauen. Dabei ließ er sich von den Fortschritten bei der Gründung des Ground Science Corps unterrichten und die neuen Uniformen vorführen.

"Sieht doch nicht schlecht aus... Meine Herrschaften, Sie leisten hier alle gute Arbeit."

"Sir", meldete Dr. Jolie sich hoffnungsvoll zu Wort - ihre Kollegen wussten bereits was jetzt kommen würde, und in der Tat fuhr die Französin fort: "Bestünde nicht irgendeine Möglichkeit dass ich bei Ihnen doch noch Major werden könnte?"

"Ah ja, Sie sind die mit dem Militär-Fetischismus... Meine Antwort lautet: Nein. In der kurzen Zeit die für den Übergang noch bleibt können Sie unmöglich die Offiziersschule abschließen und zum Major befördert werden."

Am späteren Nachmittag des Tages saß Vinara alleine und beinahe apathisch in ihrem Quartier - im Gegensatz zu Danielle Jolie hatte sie aber auch einen wirklich schwerwiegenden Grund für ihre Verstimmtheit.

Als es dann auch noch an der Tür "klingelte" wollte die Andorianerin schon rufen: 'Lassen Sie mich in Ruhe!', doch stattdessen erwiderte sie mit tonloser, belegter Stimme: "Herein."

Es war wie fast schon befürchtet der General.

"Ich will Sie nicht lange stören... Doc, sondern nur mal kurz bei vorbeischauen. Ich habe mich ehrlich gesagt darauf gefreut Ihnen mal persönlich zu begegnen, aber dass es ausgerechnet unter diesen Umständen ist... Mein Beileid zum Tod Lieutenant Anquenars. Standen Sie sich sehr nahe?"

"Genug um den Verlust nicht so einfach wegstecken zu können. Das Universum ist ein Stück weit ärmer ohne sie."

Anderson nickte nachdenklich. "Ja, da sagen Sie was Wahres. Auch ich bin etwas durcheinander, dabei kannte ich den Lieutenant nur aus dieser Doku-Soap. Wenn ich irgendetwas tun kann um Sie von Ihrem Kummer etwas abzulenken... Ich hab's: Der letzte Teil von Harry Potter ist gerade als Holo-Simulation rausgekommen; ich und ein paar Marines wollen heute Abend dabei helfen, Hogwarts gegen die Todesser zu verteidigen. Es soll DIE Finale Schlacht sein, wobei die Ehre den Oberschurken abzumurksen natürlich Harry persönlich zusteht."

Die Andorianerin erinnerte sich noch an ihr Testspiel beim vorangegangenen Teil; sie hatte Harry damals versprochen gegen Voldemort beizustehen, doch in diesem Moment verspürte sie nicht das geringste Bedürfnis dazu. "Vielen Dank, aber das ist wirklich nicht das was ich jetzt brauche."

"Ich verstehe. Naja, das Spiel läuft ja nicht weg und ich hätte auch nicht gefragt, wenn Sie beim letzten Teil nicht als Testspielerin mitgemacht hätten. Sie sind immer noch im System registriert."

"Irgendwann mal vielleicht... Aber im Moment sollte ich mich am besten mit Arbeit ablenken."

"Ja, Arbeit ist immer gut Doc... Ich sage Ihnen am besten mal was zur Führungs-Struktur des neuen Corps: Da hätten wir zum einen den Leiter der bisherigen Koordinations-Stelle für Bodenerkundungen und dann auch noch meine Stellvertreterin, Major-General Fiona Fletcher."

"Eine Generälin der Marines in einer Forschungs-Organisation? Ich weiß nicht ob das die zivilen Mitarbeiter nicht eher abschreckt", entgegnete Vinara, froh nun endlich etwas Ablenkung zu haben die ihr auch zusagte.

"Keine Sorge, Admiral Picard wird auch noch mitmischen, das hat er bereits angekündigt. Er ist ja selbst ein begeisterter Archäologe... Und was Sie betrifft Doktor, ich weiß über Ihre Pläne Bescheid, aber ich muss Ihnen sagen dass Sie eigentlich zu schade für den reinen Zivildienst sind. Gerade wenn man Ihre Ausbildung bedenkt... Und wie gut Sie mit Waffen umgehen können."

"Ich bitte Sie, jeder Private der Marines hat mehr Umgang mit Waffen als ich."

"Das mag schon sein, aber die meisten anderen Wissenschaftler, einschließlich Blauhemden der Sternenflotte, neigen im Umgang mit Waffen zu einer der folgenden beiden Extremeinstellungen: Pure Ablehnung oder gefährliche Begeisterung. Sie hingegen sehen Waffen als das an was sie wirklich sind, nämlich Werkzeuge zur Selbstverteidigung und im Falle unserer Phaser auch zum Schweißen, Bohren und was sonst noch alles anfällt."

"Damit haben Sie Recht, aber dazu brauche ich nun wirklich kein Offizierspatent oder überhaupt die Uniform der Sternenflotte."

"Ich verstehe Ihre Verstimmung", meinte der General, "die Sternenflotte hat sich in der letzten Zeit auch ein paar dicke Hunde geleistet... Aber gerade deshalb sollten Sie als Vorbild vielleicht lieber drin bleiben. Ich bin übrigens froh dass Sie trotzdem noch weiterhin für die Flotte arbeiten wollen. Aber sagen Sie, gesetzt den Fall Sie könnten wieder auf die Community und Ihren alten Posten zurückkehren, würden Sie dann nicht doch wieder Ihre Uniform anziehen und die Rangpins dranmachen?"

"Ich weiß es nicht; ich kann mir kaum vorstellen so schnell wieder zurückzukehren, und wenn keiner von den anderen mitkommt wäre es nicht das Selbe. Aber um ehrlich zu sein, nach dem was ich in den letzten Wochen empfinde würde ich selbst dann, wenn ich mitsamt meiner Kameraden wieder zurückkehren könnte die Uniform kaum anziehen. Ich sehe meine vier Wochen hier in Blankokragen-Uniform als Übergangszeit in den endgültigen Zivildienst der Sternenflotte an. Die Offizierslaufbahn hat mir nichts mehr zu bieten was ich nicht auch so zu erreichen gewillt bin."

General Anderson sah die Andorianerin etwas enttäuscht an, doch er zeigte sich verständnisvoll. "Wie gesagt bin ich froh dass Sie nicht vollends abhauen. Das würde ich Ihnen auch nicht raten nach dem was wir in Sie investiert haben." Er spielte damit auf Vinaras medizinische "Aufmöbelung" an. Ehe er das Quartier verließ kündigte er noch an: "General Fletcher von der ich vorhin sprach wird übrigens bald ebenfalls nach Mudmos V kommen; ich werde dann schon nicht mehr hier sein... Aber dafür sehen wir uns vielleicht bald auf Pollux IV wieder."

Bearbeitet von Vinara Shral
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„Wie wollen Sie sich also entscheiden?“ Louis Zimmerman saß aufrecht auf einem Sessel und blickte Admiral William Ross fest an. Neben dem Admiral saß Kathryn Janeway und neben Zimmerman hatte das Ehemalige MHN der Voyager Platz genommen.

„Die Berichte von Sheridan sind eigentlich ermutigend. Er spricht sich dafür aus, dass das THN zu einer ständigen Einrichtung auf den Schiffen der Sternenflotte wird, wie einst das MHN. Ich bin im Moment geneigt Sheridan zuzustimmen.“ Antwortete Janeway. Ross ließ nur hörbar den Atem kurz durch die Nase entweichen.

„Admiral Ross?“ Das MHN hob bedacht seine Stimme, die Augen des Hologramms Wanderten suchend umher und fixierten schließlich Ross. „ Dieser Ingenieur hat gute Arbeit geleistet und ein belastbares Programm geschaffen. Ich bin Sicher das eine Kommission unseren Argumenten folgen wird und….“

Ross hob die Hand um den Doktor zum Schweigen zu bringen. Das MHN gehorchte sonderbarerweise sofort. So dass Janeway sich aufsetzte und ein wenig große Augen bekam.

„Ich habe mit jetzt eine halbe Stunde lang ihre Argumente für das THN angehört. Die Idee mit der Kommission Doktor, die werden wir umsetzen.

Wen ich in diese Kommission einberufen werde, werde ich noch bekannt geben. Doch bevor ich dies tue, werde ich mit Commander Sheridan selbst Reden müssen. Seine Aussage wird in dieser Angelegenheit ein gewaltiges Gewicht haben.“

„Danke, Sir!“ erwiderte das MHN mit einem leicht Peinlich wirkenden Grinsen, welches es nach einer Sekunde wieder ablegte, nachdem es begriff wie Albern es dadurch aussah.

„ Die Berichte sind auch etwas mehr als ein halbes Jahr alt. Sheridan stand am Anfang der Sache recht Skeptisch gegenüber. Zusammen mit Fähnrich Tial Monkar, hatte er dennoch das THN schon praktisch zur Serienreife entwickelt. Wir sollten dahingehend auch Monkar dazu befragen, Sir. Sie steht derzeit bei mir auf der Jupiteraußenstation unter meinem Kommando.“, fügte Zimmerman hinzu.

„Ausgezeichnet. Sobald die Beiden Ingenieure hier sind und die Kommission steht, können wir endgültig entscheiden, wie es mit dem THN weitergeht. Gentlemen, Sie können gehen, die Besprechung ist beendet.“

Zimmerman und das MHN sahen sich an, dann Janeway und Ross. Gemeinsam erhoben sich die Beiden und verließen ohne ein weiteres Wort den Raum.

Als die Schotten sich wieder geschlossen hatten. Wandte sich Ross seiner Kollegin zu.

„Meine ich s nur, oder wird ihr altes MHN von mal zu mal Kauziger wie sein Erschaffer?“

„Manchmal hat der Doktor seine Momente Bill. Aber die Beiden haben Recht. Das THN wirkt viel versprechend.“

„Hoffentlich, wir hatten in letzter Zeit ein paar Missgeschicke zuviel.“

„Es wäre nicht das Erste mal.“ Konterte Janeway.

„ Und Gott weis auch nicht das letzte mal.“

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Niels saß in seinem Büro und arbeitete, er wollte einfach nicht daran denken, was passiert war. Er war traurig und wütend zugleich. Warum musste Mili auch alleine mit einem Shuttle reisen? Schon das letzte mal, mit diesen Cyborgs war sie allein im Shuttle gewesen. Außerdem würden am Montag die Vorlesungen losgehen und er wollte darauf gut vorbereitet sein. Er war immernoch damit beschäftigt das Vorlesungsskript auf den neusten Stand zu bringen, in einem Jahr konnte sich so viel ändern. Als seine Cheffin den Raum betrat blickte er zu ihr auf.

„Kommen sie voran?“ wollte Professor Rukavina wissen.

„Die Folien für die ersten 6 Vorlesungseinheiten stehen.“ Berichtete ihr Niels mit einem leicht trotzigen Unterton.

„Gut.“ Kommentierte sie. „Weil ich habe hier noch eine zusätzliche Aufgabe für sie. Wir machen immer zu Semesterbeginn eine Exkursion, damit die Kadetten sehen, dass der bei uns vermittelte Stoff auch in der Praxis von Bedeutung ist. Leider entscheiden sich immer noch viel zu wenige für die Biotechnik als Vertiefungsrichtung, der Warpkern ist wohl viel spannender. Also ich möchte, dass sie in Erfahrung brinngen, welche Schiffe sich in der nächsten Zeit hier aufhalten und dann organisieren sie eine Führung für 50 Kadetten. Und geben sie die Daten dann rechtzeitig bekannt, damit sie sich anmelden können.“

Innerlich seufzte Niels, noch mehr Arbeit. Er versuchte sich äußerlich nichts von seinem Frust anmerken zu lassen. Ihm war klar, wie wichtig es war, Begeisterung für die Biotechnik zu wecken. „Wird erledigt,“ meinte er mit einem Nicken.

Vernesa Rukavina konnte jedoch wieder raushören, dass er aufgebracht war. Sie wusste von dem Vorfall. Sie wollte ihm helfen, aber wusste nicht, was sie tun konnte. Niels machte es ihr auch nicht leicht, indem er sich in sich zurückzog. „Und denken sie dran, nachher rüber zu kommen.“ Meinte sie mit einem zwinkern. Dede Amoa hatte heute Geburtstag. Die junge Afrikanerin war als Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl beschäftigt. Die Professorin legte großen Wert auf ein entspanntes Verhältnis zu den Mitarbeitern und fand Zusammenkünfte der gesamten Manschaft bei solchen Anlässen schön, auch weil sie die Kuchen gerne aß, die sie an den Geburtstagen der Angestellten kommen ließ.

Niels zeigte ihr einen bestätigenden Blick und dann ging sie auch wieder und ließ ihn in Ruhe weiterarbeiten.

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Lt. Cmdr. Bishop saß mit Walter, dem Chefwissenschaftler und mit dem Chefingenieur Dusty an einem Tisch im Casino und aß sein Mittagessen. Lucas mochte die Gesellschaft der älteren Herren, denn die Beiden waren sehr gebildet und hatten eine sehr lockere Einstellung. Walter hatte auch wieder seinen Pinguin dabei, der machte allerdings seinen Mittagsschlaf in einem großen Karton. Der ältere Dusty erzählte wieder eine Geschichte aus seiner Jugendzeit und wie er die Prinzessin einer Gesellschaft in der körperliche Nähe nicht gestattet ist, geküsst hatte

„Ja und die konnte dann gar nicht genug von mir bekommen. Mein Captain hatte es mir damals verboten sie wieder zu sehen, aber das hat mich nicht sonderlich interessiert. Also haben wir uns heimlich getroffen und ich brauchte immer einen Grund um das Schiff zu verlassen. Sie hat natürlich auch ein bisschen nachgeholfen und hat manche Dinge im Palast sabotiert. Da es dort nur unfähige Ingenieure gab musste ich natürlich helfen.“ erzählte Dusty und schmunzelte.

„Ach und das sollen wir dir glauben?“ unterbrach Walter seinen Kollegen von der Technik.

„Doch so war es!“ beschwerte sich der alte Mann und schlug mit seiner Faust auf den Tisch.

„Reg dich doch nicht gleich auf. Wir glauben dir doch - nicht wahr, Lucas!“ entgegnete der Wissenschaftler und stieß den amtierenden Sicherheitschef vorsichtig mit seinem Ellenbogen.

„Äh, was glauben wir?“ fragte Lukas total überrascht.

„Typisch! Die jungen Offiziere wissen manchmal nicht was sich gehört, wenn ein älterer Offizier spannende Anekdoten zum Besten gibt…“ beschwerte sich der Chefingenieur erneut und nahm einen Schluck von seinem Zitronenwasser.

„Du warst bestimmt ein ziemlicher Draufgänger oder?“ fragte Walter lachend und klopfte mit der flachen Hand auf den Tisch.

„Ich? ich glaube gegen unsere jungen Freund hier, war ich ihr ein braves Bübchen….“

„Wie bitte? Ich glaube ich hab mich gerade verhört. Wie kommst du denn auf so eine Idee?“ verteidigte sich Lucas Bishop und schaute den alten Mann böse an.

„Wow, er kann ja doch zu hören! Aber wenn man dich so bei der Dokumentation gesehen hat, dann bist du ein Draufgänger…“ antwortete Dusty gespielt streng und schob sich den letzten Löffel von seinem Vanillepudding in den Mund.

Lucas wollte gerade etwas sagen, als die Stellvertreterin von Dusty mit ihrem Tablett in den Händen an den Tisch kam. „Hallo Jungs, kann ich mich zu euch setzen?“

„Na logo!“ antwortete ihr Walter und bot ihr den freien Stuhl an.

„Also ich habe auch nichts dagegen. Alicia!“ meinte Lucas und aß seine Spaghetti weiter.

„Und ich habe auch nichts dagegen, aber ich muss leider wieder an die Arbeit gehen. Wir sehen uns dann im Maschinenraum!“ verabschiedete sich der alte Mann, nickte seinen beiden Kollegen zu und klopfte seiner Stellvertreterin liebevoll auf die Schulter. Dann stand er auf, räumte sein Tablett beiseite und verließ das Casino.

Nach einer Weile verabschiedete sich auch Walter, denn er hatte noch eine Unterrichtseinheit mit den Kadetten vor sich. Nachdem der nette Wissenschaftler das Casino ebenfalls verlassen hatte, tauchte der Chefarzt Lt. Moon in Begleitung einer jungen Kadettin auf.

„Schau dir mal diesen Mistkerl an!“ meinte Alicia zu Lucas und stach mit ihrer Gabel fester in das Steak, das auf ihren Teller lag.

„Wieso unternimmst du nichts gegen ihn, wenn dir das so missfällt?“ fragte der Sicherheitschef und stach dabei ein Wespennest.

„Weil ich keine Beweise gegen ihn habe, aber ich habe jemanden vom SFI angefordert. Leider habe ich bis jetzt keine Antwort bekommen.“ fauchte ihn die Ingenieurin an und stach erneut in ihr Steak.

„Da kommt bestimmt noch jemand vorbei. Wie heißt dieses Mädel?“ erkundigte sich Lucas und schaute sich den Chefarzt genau an.

„Das ist Mary Johnson, sie ist eine meiner Kadetten. Sie hat ein Händchen für Maschinen.“ antwortete Alicia und aß angewidert weiter.

„Gut, ich glaube ich sollte mal mit ihr reden! Aber ich muss noch einige Berichte schreiben. Bis später und mach dir keine Sorgen, die Gerechtigkeit siegt immer.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Lt. Cmdr. Bishop und verließ das Casino.

Eine halbe Stunde später, stapelten sich einige PADDs auf dem Schreibtisch von Lt. Cmdr. Bishop. Der Sicherheitschef war ganz und gar in seine Arbeit vertieft und bemerkte erst beim fünften Mal das sein Terminal piepte. Nachdem er etwas Platz auf dem Schreibtisch gemacht hatte, aktivierte er das piepsende Gerät. Das Sternenflottenlogo verschwand und auf dem Bildschirm tauchte ein Katzenkopf. Lucas erkannte sofort seinen Gesprächspartner und begrüßte ihn freundlich. „K’Rissan wie geht’s dir denn?“

„Gut, Commander und ihnen?“ antwortete der Caitianer und blieb dabei sehr förmlich.

„Schon vergessen, dass wir uns außerhalb des Dienstes duzen?“

„Aber wir sind doch im Dienst oder nicht?“ stellte der Kater fest.

„Wo sie Recht haben, da haben Sie Recht! Was verschafft mir denn die Ehre dieses Gesprächs?“ entgegnete Lucas wieder etwas förmlicher und schmunzelte.

„Naja eigentlich gibt es schlechte Nachrichten…“

„Ist irgendetwas mit Nanni passiert? Geht es ihr gut? Ist sie vielleicht verletzt?“ fragte Lukas ganz besorgt und seine Gesichtsfarbe wurde etwas heller.

„Nein, Sir - Ihrer Verlobten geht es gut… Aber es geht um Milseya Anquenar.“

„Müssen sie mich so erschrecken? Was ist denn mit unserer Zwergenkönigin?“ fragte der ehemalige Sicherheitschef der Community etwas ungehalten.

„Entschuldigung, Commander - ich wollte sie auf keinen Fall erschrecken. Leider muss ich ihnen mitteilen, dass Milseya Anquenar verstorben ist und ihr ungeborenes Kind ebenfalls.“ Teile K’Rissan seinen Gesprächspartner vorsichtig mit.

Lucas verlor plötzlich jede Mimik in seinem Gesicht und starrte wie ein Brikar auf den Bildschirm. Am liebsten hätte er nachgefragt, ob es sich verhört hätte, aber solche Scherze würde dieser Caitianer nicht machen.

„Was ist denn passiert?“ fragte er nüchtern.

„Anscheinend wurde ihr Shuttle beschossen und ist dann explodiert. Man konnte nur noch DNS finden…

„Und sie war schwanger?“ fragte Lucas erstaunt.

„Ja… anscheinend… KSCHHHHH …hat es ZCHHHHHHHH … funktioniert…

Plötzlich erschien die Meldung „ Übertragung abgebrochen!“ auf dem Terminal. Dann folgte wieder das Sternenflottenlogo. Lt. Cmdr. Bishop saß immer noch wie angewurzelt auf seinem Stuhl und konnte es nicht fassen. Wieso ausgerechnet Milseya? Hatte die kleine tapfere Frau nicht genug durchgemacht? Wieso war das Universum so ungerecht? Er hatte der Pilotin wirklich viel zu verdanken, denn selbst die Rettung seiner Halbschwester hätte damals ohne Mili nicht funktioniert.

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Sternenflottenhauptquartier

Abteilung für strategische Planung

San Francisco, Erde

Mit einen tiefen Seufzen, warf Captain Vartik Tanrim seine Aktentasche auf den Schreibtisch in seinem gut vier auf vier Metern großem Büro. Er betrachtete die Mappe mit einen großen Stirnrunzeln, was die Unästhetik des Zakdorn nur noch mehr unterstrich. Diese Aktentasche. Der ehemalige Kommandant der Community hatte dieses Ding vom ersten Tag an nicht gemocht, auch wenn er die Nützlichkeit der Mappe zugab.

Doch seine schwarze Lederaktenmappe war ein Symbol für all die Veränderungen in seinen Leben, die er so hasste. Seine Versetzung zum Büro für strategische Planung hatte er nie verstanden, geschweige denn akzeptiert. Hatte diese Versetzung Vartik doch von dem Schiff und auch von der Crew weggeholt, mit der er so erfahren war.

Der Zakdorn seufzte wieder. Als er sich um das Kommando für die Community beworben hatte, hatten ihn besorgte Kollegen, ja sogar sein damaliger Erster Offizier vor diesem „wilden Haufen“ gewarnt. Einer Crew, die schon vier Captains „verschlissen“ hatte. Zwei waren Tod, einer verrückt und sein direkter Vorgänger hatte den Dienst quittiert. Doch Vartik hatte etwas anderes gesehen. Einen Diamanten, der nur noch etwas Feinschliff gebraucht hätte.

Doch der Captain hatte nicht erwartet, dass ihn die Crew auch schleifen würde. Und die Missionen, die er an Bord dieses Schiffes erlebt hatte, hatten ihn einiges erkennen lassen. Die Mannschaft der Community war vielleicht anders, brauchte aber den Vergleich mit den besten Sternenflottencrews nicht zu scheuen. Die vielfältigen und manchmal etwas abstrusen Talente machten zusammen eine Mischung aus, auf die man sich als Kommandant verlassen konnte. Vartik hatte besonders die Loyalität seiner Mannschaft schätzen gelernt. Zu ihm, zum Schiff und vor allen zur Föderation.

Captain Tanrim trat an die drei Meter breite Front aus transparentem Aluminium, die sich neben seinem Eingang befand, dem einzigen Ausguck, den er hatte, denn das Zentrum für strategische Planung befand sich unter der Erde. Dennoch hatte er Ausblick auf die große Halle in der rund fünfzig Sternenflottenoffiziere an ihren Konsolen arbeiteten und jede Positionsveränderung von Raumschiffen registrierten. Zur Zeit des Dominionkrieges, war da mehr los gewesen, aber jetzt war die Abteilung schon fast überbesetzt und es gab nur Routinearbeit zu erledigen. Direkt gegenüber dem Bürotrakt, der sich an der einen Seite der Halle auf halber Höhe befand, sah man noch die große Karte der Föderation mit tausenden von Lichtpunkten darauf. Jeder Lichtpunkt stand für ein anderes Schiff.

Doch Vartik beachtete es gar nicht. Er dachte nach, fragte sich was seine kämpferische Stellvertreterin gerade machte, wie sein Wissenschaftsoffizier mit den Marines klarkam. Von den Aktivitäten George Sheridans wusste er ja Bescheid, aber wessen Knie brachte seine mystisch wirkende Chefärztin gerade zum Schmelzen. Ob sein Sicherheitschef den doch manchmal ungestümen Kadetten mit aller Ruhe etwas beibrachte, oder war Lt. Commander Bishop zum Drillseargeant mutiert. Und was zum Teufel trieb der Rest seiner Mannschaft?

Mit einen Lächeln setzte sich der Captain an seinen Schreibtisch. Er klappte seinen Deskviewer auf und gab routiniert einige Befehle ein. Seine ehemalige Führungsriege konnte er nicht beobachten, aber sein altes Schiff behielt er im Auge. Sofort konzentrierte sich die dort aufzeigte Karte der Galaxie auf den Bereich, in welchen sich die Community gerade befand. Hoffentlich behandelte Tenner das Schiff gut. Kompetent war er ja, dass hatte Vartik herausgefunden.

Plötzlich klopfte jemand an der Bürotür. Captain Tanrim klappte den Viewer wieder herunter und rief dann: „Herein!“ Auf die Aufforderung hin betrat ein junger Mann Anfang 22 den Raum. Er trug zwar Kommandorot, wie die meisten Sternenflottenmitglieder des strategischen Zentrums, aber Vartik wusste dass dieser eine Ausbildung als taktischer Offizier genossen hatte. „Was gibt es, Mr. Burns?“ Ensign Kevin Burns reichte über den Schreibtisch seinen Vorgesetzten ein Padd und erklärte: „Nur der Bericht der Nachtschicht, Sir.“

Der Captain überflog nur die Daten, alles Positionsangaben von Schiffen, die nach der Registrierungsnummer geordnet waren. „Irgendetwas interessantes, Ensign.“, fragte er routinemäßig. „Ähm, ja. Seit gestern Abend empfangen wir keine Positionsdaten von der NCC 91473. Der USS Waterloo. Die Nachtsschicht hat mehrmals versucht Kontakt aufzunehmen, aber bisher ohne Erfolg.“ Captain Tanrim hatte nur mit einen Ohr zugehört, stutzte aber plötzlich. „Sagten sie gerade, dass die Waterloo vermisst wird?“ Kevin Burns nickte: „Ja, Sir.“

Sofort erhob sich der ehemalige Kommandant der Community und verließ sein Büro. Dann schritt er die Treppe hinunter und näherte sich einer großen Konsole mit einem Bildschirm, der auch gut auf die Brücke eines Raumschiffes gepasst hätte. Davor arbeiteten zwei Offiziere der Sternenflotte. Captain Tanrim wandte sich an den Trill, der die Rangabzeichen eines Lieutenant SG trug: „Lieutenant Coles, die Waterloo wird vermisst?“ der Angesprochene drehte sich kurz um, nickte dann aber: „Ja, Captain.“

„Rufen sie die entsprechende Sektorenkarte mit der letzten bekannten Position des Schiffes auf.“

Sofort flogen die Finger des Trills über die Konsole und eine Karte mit nur insgesamt vier Sternen und einen leuchtenden Punkt wurde auf den großen Bildschirm übertragen. „Gibt es dort Anomalien, die eine Subraumkommunikation verhindern könnten?“, hakte Vartik nach. „Da ist nichts in den Karten verzeichnet, Captain. Auch keine Anomalien, welche die Zerstörung des Schiffes verursacht haben könnten.“, erwiderte der Lieutnant.

Captain Tanrim dachte nach: „Was war der letzte Missionsbericht der Waterloo.“ Der zweite Offizier, ein Rigelianer namens Sork, sah in der Datenbank nach. „Alle Missionsberichte sind als ‚geheim’ eingestuft. Laut dem Protokoll werden die Positionsdaten verschlüsselt an unsere Abteilung gesendet.“

Vartik deutete dem Ensign an, von der Konsole wegzutreten. Dann gab er seinen persönlichen Code ein und konnte dadurch Zugriff auf die Missionsberichte erhalten. Im Zusammenhang mit dem, was er im Vorfeld über das Projekt an Bord der Waterloo erfahren hatte, ergaben die alle einen Sinn. Bis auf den Letzten. Todesfälle an Bord eines Schiffes waren zwar tragisch aber nichts Ungewöhnliches. Dennoch stimmte da etwas nicht. Denn warum sonst, sollte sein ehemaliger leitender Einsatzoffizier sich die Mühe machen, kurz darauf mit einen Arzt von der Mc-Kinley-Werft sprechen zu wollen. Und es gab keinen offiziellen Untersuchungsbericht.

Der Captain strich sich über die Hautlappen im Gesicht. Was war da nur los. Egal was, jemand sollte nachsehen. „Lieutnant Coles, haben wir ein Schiff in der Nähe, dass wir zur letzten bekannten Position der Waterloo schicken können?“ Der Trill kontrollierte kurz die Daten seiner Konsole. „Das nächstgelegene Schiff ist die USS Republic. Aber die ist noch mit einer diplomatischen Mission beschäftigt, die sie erst in zwei Tagen abschließen wird. Morgen werden die Verhandlungen offenbar mit einem großen Staatsbankett abgeschlossen.“ „Andere Alternativen?“

„Es gibt keine, Captain.“

Der Zakdorn verzog das Gesicht. „Ich kläre das mit dem Admiral.“

Er stieg wieder die Treppe zum Bürotrakt hinauf, wandte sich dann aber anstatt nach rechts zu seinen Büro in die andere Richtung. Am Ende des Ganges klopfte er an die Tür, neben der „Konteradmiral Janice Westphalen“ stand. Sofort wurde er von einer weiblichen Stimme in den Raum gebeten.

Captain Tanrim betrat auf die Aufforderung einen Raum, der gut dreimal so groß wie sein Büro war, dessen Wände mit edlem Holz verkleidet waren und an dessen Ende sich eine Art holografische Wand befand, die einen Ausblick auf das nächtliche Paris simulierte. Direkt davor stand ein großer antiker Schreibtisch und ein großer schwarzer Ledersessel, in dem eine Frau saß, die Leiterin der Abteilung für Strategische Operationen. Sie lächelte den Zakdorn höflich an und strich sich eine Strähne ihres kurz geschnittenen silbernen Haares hinter das linke Ohr. „Ja, Captain?“

Vartik setzte sich auf einen der beiden Stühle vor dem Schreibtisch und überreichte der Admiralin ein Padd, auf welchem er alle Daten gespeichert hatte. Rasch schilderte er die Situation. „Und die Waterloo war auf dem Heimweg?“, hakte sie nach. „Ja, Admiral.“, bestätigte Captain Tanrim. „Sie hatten alle Test an den vier holografischen Systemen abgeschlossen und sollten nun nach Sternenbasis eins zurückkehren.“

Admiral Westphalen stutzte: „Sie scheinen sich ja gut mit dem Projekt auszukennen.“

„Ich habe einige der Missionsberichte kurz angelesen.“, erwiderte Captain Tanrim. „Außerdem musste ich, als ich noch Kommandant der Community war, meinen damaligen leitenden Einsatzoffizier an das Projekt ‚verleihen’. Deshalb wusste ich sofort, dass wir ein Problem haben, als ich die Mitteilung erhielt, dass die Waterloo vermisst wird.“

Janice nickte: „Dann haben sie also ein gewisses persönliches Interesse, Captain.“

Sie gab dem Zakdorn das Padd zurück. „Ich bin mit ihnen einer Meinung, Captain. Jemand sollte wirklich nachsehen. Schicken sie einen entsprechenden Befehl an die Republic. Wegtreten.“ Der Captain bestätigte den Befehl mit einen: „Aye, Ma’am.“ Und verließ dann das Büro seiner Vorgesetzten, um deren Anweisungen auszuführen.

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Mit weit aufgerissenen Augen und geöffnetem Mund stand Milseya in der unglaublich riesigen unterirdischen Halle. Noch niemals in ihrem ganzen Leben hatte sie etwas derartig Überwältigendes gesehen.

„Gefällt es dir?“, fragte Nirlan, der sich müde auf seinen Stock stützte.

Sie sah mit immer noch riesigen Augen zur Seite, unfähig auch nur ein einziges Wort zu sagen. Doch ihr ganzer Körper bebte geradezu vor Aufregung. Gefallen? Machte der Mann Witze?

Sie liebte es! Ohne auch nur ein einziges Buch in die Hand genommen zu haben, wusste sie bereits, das sie diesen Ort nur verlassen würde, wenn man sie von hier weg prügeln würde. Und selbst dann ...

„Geh nur weiter“, ermunterte er sie lächelnd, da er ihre Gedanken sah. „Du kannst alles berühren. Du kannst mit jedem hier sprechen, wenn du möchtest – falls dir jemand zuhört. Du kannst jedes Buch öffnen, wenn dir danach ist.“

Milseya musste ihre Beine regelrecht dazu zwingen, sich in Richtung des vordersten Regals zu bewegen. Sie glitt mit den Fingerspitzen über die vielen Buchrücken und zog willkürlich eines hinaus. Als sie es geöffnet hatte, konnte sie gerade noch an der Schrift erkennen, dass es sich um ein bolianisches Buch handeln musste.

„Ein Kochbuch“, erklärte Shetak grinsend, als er einen Blick über ihre Schulter geworfen hatte.

„Du beherrscht die bolianische Sprache?“, stammelte sie fragend.

„Ich kann es lesen“, erklärte Shetak achselzuckend. „Ich kann 24 Sprachen lesen. Die meisten sind allerdings artverwandt, daher ist das keine besondere Fähigkeit.“

„24? ... KEINE .... besondere Fähigkeit?“ stotterte Milseya. „Nimmst du mich auf den Arm?“

„Würde ich nie wagen.“ Shetak nahm ihr das Buch sanft aus den Händen und stellte es wieder in das Regal. „In Regal 139 findest du die Abteilung der Quantenphysik. Ich glaube, das interessiert dich am meisten.“

„139“, wiederholte sie wie betäubt.

„Immer gerade aus“, wies er ihr den Weg. „Wenn du schnell gehst, bist du in gut einer halben Stunde dort. Solltest du dich verlaufen, frag einfach eine Blaukutte.“

„139 ... fragen ... Blaukutte ..“

„Na los, geh schon“, ermunterte er sie schmunzelnd und schob sie in den Gang. „Wir holen dich in vier Stunden wieder ab.“

....

Bei allen Himmeln!

BEI ALLEN HIMMELN!!!

Und Höllen!!!

Mit fiebrig glänzenden Augen saß Milseya umgeben von einem immensen Haufen aufgeschlagener Bücher auf dem Boden der riesigen Bibliothek und blätterte aufgeregt gleichzeitig in sechs Büchern. Dann sprang sie - wie unzählige Male zuvor auch - auf und räumte ein neues Regal leer, setzte sich wieder und fing erneut an zu blättern. Und zu lesen. So viel Wissen!!

Altes Wissen!

Neues Wissen!

Unbekannte Theoreme!

Völlig neue Denkweisen!!

Uralte Erklärungen!!

Sie fühlte sich auf einmal so unglaublich dumm! Wie unfähig sie doch war, die einfachsten Zusammenhänge zu sehen und sie zu erkennen! Es war so einfach! Alles lag auf einmal so deutlich vor ihr! Warum hatten andere, die doch so viel klüger als sie waren, es nicht längst erkannt? Warum waren sie alle so blind? Wie konnte es nur so einfach sein?

Doch viel mehr beschäftigte sie eine einzige Frage: Warum lag all das Wissen hier – fünf Kilometer unter der Oberfläche dieses Planeten? Warum wurde all diese großen und kleinen Geheimnisse nicht geteilt? Mit den anderen Völkern? Wie viel Wissen lag hier verborgen und verstaubte, während außerhalb dieser Mauern, das Universum auf die Antworten wartete? Fieberhaft nach ihnen suchte und forschte?

„Eben aus diesem Grund“, sagte Nirlan leise, als er zu ihr trat. „Für viele Antworten sind wir noch nicht bereit.“

„Aber das könnte so vielen helfen!“, erwiderte Milseya. „Ich bin mir sicher, es gibt sogar Bücher, wie man unheilbare Krankheiten heilen könnte! Wer seid ihr, dass nur ihr alleine über dieses Wissen verfügen dürft und es nur für euch nutzt?!“

„Du denkst, wir halten es geheim und helfen nur denen, die wir auserwählen? Du glaubst, wir würden dieses Wissen nutzen?“, fragte er ehrlich überrascht. „Nein, Milseya. Wir sind nur die Bewahrer des Wissens. Es ist uns nicht erlaubt, dieses Wissen für uns oder andere zu nutzen.“

„Ihr bewahrt es nur auf und teilt es nicht mit den anderen?“, fragte sie ungläubig. „Was, wenn einer von euch krank wird? Sucht ihr dann nicht nach einem Heilmittel?“

„Würde ich dann sterben?“, erwiderte Nirlan ruhig.

Milseya schwieg betroffen für einen Moment. „Willst du damit andeuten, es gäbe ein Heilmittel für dich?“

Der alte Mann lächelte zu ihrer Überraschung. „Hast du den Fehler in deiner Theorie gefunden?“, fragte er statt ihr eine Antwort zu geben.

Sie nickte stirnrunzelnd. „Ja.“

„Und denkst du, dass du ihn beheben kannst“, wollte er weiter wissen. „Ohne etwas aus diesen Büchern dazu zu verwenden?“

„Ja. Es ist an sich sehr einfach. Ich hatte die Hintergrundstrahlung vergessen.“

„Shoan m'ie Eschew wird es freuen, dass zu hören“ entgegnete er mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck. „Er war der Meinung, dass du es früher oder später herausfinden wirst.“

Milseya starrte auf die Bücher auf dem Boden. Ohne den älteren Mann anzusehen, begann sie eines nach dem anderen mit leichter Verärgerung zuzuklappen. Nirlan sah ihr zufrieden dabei zu.

„Genau das ist der Grund, warum wir uns nicht einmischen“, sagte er schließlich.

„Was meinst du?“

„Dein Ärger. Deine Unzufriedenheit.“

„Ich weiß nicht, was du meinst.“

„Wäre es dir nicht lieber gewesen, von alleine darauf zu kommen?“

Sie antwortete nicht, während sie die Bücher wieder einräumte. Natürlich wäre es ihr das lieber gewesen. Auf der anderen Seite, hatte sie nicht auch von der Forschung und dem Wissen anderer profitiert und daraus ihre Theorie entwickelt? War das nicht auch der Sinn von Forschung? Niemand konnte alles wissen. Doch jeder trug seinen Teil dazu bei, die Rätsel des Universums zu lüften. Jeder trug dazu bei. Jeder war ein Teil der Lösung. Lösungen, die hier schon lange niedergeschrieben worden waren. Milseya rechnete nach, wie viele Leben nicht hätten ausgelöscht werden müssen, wenn die shoan kawhen das Wissen hier über Quantenfäden preis gegeben hätten.

„798“, sagte Nirlan.

„Warum? Warum habt ihr das zugelassen?“, fuhr sie herum. „Wie könnt ihr euch derart anmaßen über Leben und Tod zu bestimmen?“

„Tun wir das? Was ist mit denjenigen, die herausgefunden haben, wie man Torpedos baut? Oder mit denjenigen, die ihre todbringende Effektivität noch gesteigert haben? Hätten wir uns da einmischen sollen? Hätten wir diese deiner Meinung nach mundtot machen sollen? Oder sie verschwinden lassen?

„Ja!“, rief sie. „Ihr habt die Möglichkeit, die Mittel, das Wissen. Ihr könntet so viel verändern, so viel bewegen. Dieses Universum könnte friedlich sein. Wir könnten in Sicherheit leben. Uns auf andere Dinge konzentrieren. Darauf zu lernen. Oder darauf unsere Spiritualität weiter zu entwickeln. Oder – was weiß ich!“

„Du erwartest also, dass wir die Rolle der Evolution übernehmen. Wir sollen den Völkern das Denken abnehmen. Sie mit unserem Wissen indoktrinieren. Sie von uns abhängig machen. Nein, meine Kleine, das ist nicht unsere Aufgabe. Wir maßen uns nicht an, über das Schicksal von anderen zu bestimmen. Wir maßen uns nicht an, dieses Universum verändern zu dürfen. Alles, was geschieht, geschieht aus einem bestimmten Grund. Wir greifen nicht ein, weil wir wissen, dass das Universum sich selbst reguliert. Wir greifen nicht ein, weil alles sich auch ohne unsere Einmischung verändern wird. Und weil wir nicht wissen, in welche Richtung. Das Universum ist ein dynamisches, nicht-lineares System. Genau wie das Leben selbst. Jede Entscheidung, die jedes Individuum in diesem Universum trifft, bestimmt das Universum.“

„So wie eure Entscheidung, euch nicht einzumischen.“

Nirlan seufzte lächelnd. „Ich erwarte nicht, dass du es jetzt begreifst. Aber irgendwann einmal, da wirst du es verstehen. Und du wirst mir Recht geben.“ Er reichte ihr seine Hand. „Aber jetzt schlage ich vor, dass wir uns bei einem guten Essen aufwärmen. Auch wenn du es im deinem Eifer nicht bemerkt hast, hier ist es kühl. Und wir sollten vermeiden, dass du dich in deinem Zustand erkältest.“

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Die vier Wochen Pflichtzeit im grünen Hemd näherten sich ihrem Ende, und wie angekündigt stattete nun auch General Fiona Fletcher dem schlammigen Planeten einen Besuch ab. Begleitet wurde sie, was für Vinara auch kaum weiter verwunderlich war von Admiral Kwaal.

"Die Uniform steht Ihnen in der Tat Doktor", bemerkte die ältere Andorianerin herablassend-wohlwollend als sie ihre jüngere "Landesgenossin" erblickte.

"Sie sind doch nicht nur deshalb gekommen um mir das zu sagen", entgegnete Vinara, in deren Kopf für Sekundenbruchteile das Wort "Uniformfetischistin" für die Admirälin herumspukte.

"Keineswegs, Sie und Ihre Kollegen werden schon sehen weswegen ich hier bin."

Nach der Begrüßung fanden sich die beiden Flaggoffizierinnen, Colonel Goodwine, Major Dwayn sowie das gesamte Beraterteam im Haupt-Besprechungsraum des Stützpunkts ein.

"In zwei Tagen wird auf Mudmos V ein Manöver stattfinden", kündigte Admiral Kwaal an, "30 Klingonen und 25 Infanteristen der Sternenflotte werden einen Übungsangriff starten. Gerade auch Sie meine Herrschaften" - sie sah das Team um T'Pran an - "werden dabei Ihre Verteidigungsfähigkeiten unter Beweis stellen können."

"Wenn Sie von Infanteristen sprechen meinen Sie damit ebenfalls Marines?", fragte Dr. Revin, der Anthropologe.

"Nicht im engeren Sinne; eigentlich ganz normale Gelb- und Rothemden mit einer gewissen Zusatzausbildung. Sie werden allerdings spezielle Felduniformen tragen", erklärte General Fletcher.

"Wir werden Ihnen nicht sagen wie genau die Angreifer auf den Planeten gelangen werden, aber seien Sie in zwei Tagen bereit", sprach nun wieder Kwaal, "und eine Warnung noch: Die Klingonen werden zwar mit stumpfen Übungsklingen und minimal geladenen Disruptoren angreifen, aber schwerere Verletzungen können unter Umständen dennoch nicht ganz ausgeschlossen werden. Wie gesagt, seien Sie entsprechend vorbereitet. Sie können jetzt wegtreten."

Das Team, Major Janira Dwayn und Colonel Goodwine verließen den Raum, doch Vinara bekam noch eine holografische Sondervorführung seitens der Admirälin: Aus einem tragbaren auf den Tisch gestellten Projektor entsprang die Darstellung eines Vor'Cha-Kreuzers mit wuchtigem Unterbau.

"Die IKS Glak'Tar ist ein Großraum-Trägerschiff, das vom klingonischen Reich und der Föderation mehr oder weniger gleichermaßen betrieben wird. Die Fertigstellung erfolgte vor sieben Monaten; 40 Kampfpiloten und 32 Infanteristen der Sternenflotte befinden sich an Bord, zuzüglich eines Arztes."

Das Bild zeigte nun diverse Innenräume der Glak'Tar, angefangen von der riesigen, mit mehreren Schotts unterteilten Hangarsektion bis hin zur Krankenstation, welche ihrem Vorbild auf der Eisenstein ähnelte aber größer als dieses war.

"Ich nehme an Sie zeigen mir diese Bilder aufgrund meiner Verbindungen zum klingonischen Reich?"

"Ja Doktor, auch wenn Sie dieses Schiff gerade als Zivilistin nicht wirklich betreten sollten; der enge Zeitplan würde auch keine richtige Besichtigung zulassen. Wie Sie vielleicht bereits vermuten wird das angreifende Team von diesem Schiff kommen, aber auf welchem Weg genau das werden Sie schon selbst sehen. Und behalten Sie das was Sie hier gesehen haben für sich, es geht die anderen Wissenschaftler in Ihrem Team nichts an."

"Natürlich Admiral. Was ich mich aber frage ist: Wird es in Zukunft noch mehr Trägerschiffe wie dieses geben?"

"Gerade das sollen die gemeinsamen Manöver zeigen; wobei ich eher glaube die Glak'Tar wird ein einmaliges Spezialschiff bleiben - es sei denn wir treffen irgendwann auf einen Gegner der ebenfalls Trägerschiffe im großen Stil einsetzt. Dann dürfte wahrscheinlich auch die Sternenflotte mit dem Bau eines eigenen Prototypen beginnen."

"Kann ich davon ausgehen dass entsprechende Pläne bereits existieren?"

"Diese Informationen unterliegen der Geheimhaltung und sind Zivilisten erst recht nicht zugänglich Doktor Shral."

Eine weitere Anfrage bezüglich Lieutenant Anquenar lag Vinara schon auf der Zunge, doch dann erinnerte sie sich schmerzhaft daran dass die Pilotin tot war.

"Sie können jetzt wegtreten Doktor", erlöste nun General Fletcher, die die ganze Zeit im Hintergrund zugesehen hatte die jüngere Andorianerin aus ihrer vorübergehenden Sprachlosigkeit.

Bearbeitet von Vinara Shral
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Peter Wentworth stand vor dem Bereitschaftsraum des Captains und überlegte sich wie er anfangen solle. Immerhin war es nichts Alltägliches seinen Captain darum zu bitten eine Trauerfeier für jemanden abzuhalten der kein Mitglied der Mannschaft ist, bzw. war. Obwohl Mili ja einmal ein Mitglied der Besatzung gewesen war, aber halt nur nicht zum Zeitpunkt ihres Todes. Peter kratzte sich am Kopf Milis Tot hatte ihn sehr aus dem Gleichgewicht gebracht, diese Wirren Gedankengänge hätten eher zur Zwergenkönigin gepasst als zu ihm. Er atmete noch einmal tief durch und betätigte dann den Türsummer und warf noch einen Blick auf den Pilotensessel in dem Mili so oft gesessen hatte, nun saß allerdings Rupert Fargoth dort und nickte ihm aufmunternd zu.

***

Jeremy blickte auf als der Türsummer ihn darüber informierte dass jemand zu ihm wollte. Wahrscheinlich war es Lt. Wentworth immerhin hatte dieser sich ja schon bei ihm angekündigt.

„Herein.“ Rief Jeremy und drehte sich mit seinem Sessel so dass er zur Tür blickte.

Als sich die Türen öffneten kam ein ziemlich in Mitleidenschaft gezogener Peter Wentworth herein.

„Guten Tag Captain, ich möchte Sie nicht stören aber Wir Piloten und die Hangardeckcrew haben ein Anliegen.“

Jeremy sah sich seinen zweiten Piloten genau an. Er wirkte nicht so als wolle er sich über irgendetwas beschweren.

„Bitte setzen Sie sich Lieutenant. Was kann ich denn für Sie tun?“

Peter setzte sich, wollte anfangen zu reden hielt dann aber inne bevor er das erste Wort ausgesprochen hatte. Jeremy lehnte sich langsam zurück, als wolle er Platz für Peters Sorgen schaffen.

„Nun Lieutenant, lassen Sie sich die Zeit die Sie brauchen.“

„Danke Captain, aber ich glaube es ist am besten wenn ich es so schnell wie möglich hinter mich bringe. Captain ich erbitte die Erlaubnis auf dem Hangardeck eine Gedenkfeier abhalten zu dürfen.“

Diese Bitte überraschte Jeremy, denn die Trauerfeier für Crewman Printers war schon am vergangenen Abend abgehalten worden.

„Lt. darf ich fragen für wen Sie eine Trauerfeier abhalten wollen?“

„Natürlich Captain“, Peter war etwas überrascht worden von der Frage. Hatte er nicht eben schon gesagt das Mili gestorben war? Offensichtlich nicht. „Lt. Milseya Anquenar aus dem Hause Kar´mek. Unsere ehemalige Chefpilotin, Sir. Ihr Shuttle wurde bei einem Angriff von unbekannten zerstört. Milseya, ich meine Lt. Anquenar war lange Zeit unsere Vorgesetzte und war überaus beliebt.“

Jeremy nickte und wirkte betroffen.

„Haben Sie schon mit Lt. Combs darüber gesprochen? Ich meine ist er damit einverstanden, dass Sie eine Trauerfeier abhalten?“

Peter blickte verunsichert zum Captain.

„Nicht das Sie mich falsch verstehen Mr. Wentworth, meine Erlaubnis haben Sie. Aber das Hangardeck unterliegt dem Kommando von Lt. Combs. Und ich finde dass er wenigstens darüber informiert werden sollte bevor Sie zum Captain gehen. Denn eigentlich währe es seine Aufgabe gewesen, diese Erlaubnis von mir einzuholen.“

Peter wollte gerade zum sprechen ansetzten als Jeremy Tenner seine Hand erhob und ihm das unausgesprochene Wort schon wieder abschnitt.

„Lt. Ich schreibe es Ihrer Trauer zu das Sie vergessen haben, Lt. Combs darüber zu informieren. Und wenn Sie ihn fragen können Sie erwähnen das der Captain nichts dagegen hat vorausgesetzt dass er selber keine Einwände erhebt. Aber ich glaube kaum das er das tun wird. Immerhin sind Piloten ja ein verschworener Haufen. Und da spreche ich aus eigener Erfahrung, immerhin war ich der Captain einer Akira-Klasse und dort sind über 40 Kampfpiloten an Bord.“

Peter nickte dem Captain zu und erhob sich aus seinem Sessel. „Danke Captain, ich werde gleich zu Lt. Combs gehen.“

Jeremy sah dem jungen Piloten hinterher als dieser seinen Bereitschaftsraum verließ.

***

Noch am selben Abend verließ die Community die Kolonie New Kopenhagen. Die wissenschaftliche Abteilung hatte einige Pflanzenproben an Bord genommen, Die technische Abteilung hatte gute Arbeitgeleistet und etliche Überstunden in die Kolonie investiert. Das nächste Versorgungsschiff würde weitere Ersatzteile und die Wetterkontrollsatelliten liefern.

Die Schiffssysteme liefen wieder zu 100% und alle Schäden die durch den Plasmasturm entstanden waren, sind inzwischen behoben worden.

Jeremy Tenner saß in seinem Kommandosessel und sah auf den Bildschirm der den braun-grün schimmernden Planeten zeigte.

„Lt. Wentworth bringen Sie uns aus dem Orbit. Und setzen Sie Kurs auf Sternenbasis 47 Warp 6.“

Peter, der inzwischen mit seinem neuen Vorgesetzten über die angesetzte Trauerfeier geredet hatte, nickte kurz und sagte dann: „Kurs Sternenbasis 47 liegt an, Warp 6 auf Ihren Befehl.“

„Energie, Lt.“

Die Community glitt aus dem Orbit und verschwand kurz darauf in einem blauen Lichtblitz als sie auf Warp ging.

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„Doch Doc. Das ist ein Bioregenerator. So steht es zumindest auf meiner Lieferliste.“ Markus scrollte sich durch die Daten seines Padds.

Assjima schritt stirnrunzelnd um das Gerät. „Aber es sieht wirklich nicht nach einem BRG 307 aus. Es ist viel zu groß und was sind das für seltsame Anschlüsse?“ Sie deutete auf einige lange Fasern im Inneren des durchscheinenden Kastens.

„No notion, Doc. Nevertheless, you are the expert. Vielleicht haben die schon das Nachfolgemodell geliefert? Ich kann leider keine Typenbezeichnung finden.“ Er bückte sich und kroch unter den Kasten. „Hier unten ist auch nichts zu sehen. Also wenn Sie mich fragen … “ Markus tauchte wieder auf „ … dann sieht das für mich aus wie ein Einzelstück. Es hat weder eine Seriennummer noch eine Serienbezeichnung. Und in meinem Lieferschein steht wirklich nur Bioregenerator.“

„Mist! Was soll ich denn jetzt damit anfangen. Ich habe einen BRG 307 angefordert weil ich genau so einen brauche und nicht irgendein neuartiges unausgereiftes Gerät. Wie lange wird es dauern bis ich meinen 307 bekomme wenn Sie das Ding hier umgehend zurück schicken?“

„Hm …“ Markus rechnete in Gedanken nach. „Wenn ich ein paar alte Gefallen einforderte könnte ich es Ihnen in zwei bis drei Wochen besorgen.“

Assjima stöhnte leise auf. Erneute zwei Wochen Langeweile. Immer wieder dieselben Versuche ohne einen Schritt weiter zu kommen, weil die benötigten Geräte fehlten. „Und wenn wir bei Kuratorin V’Bel direkt intervenieren? Immerhin hat sie diesem Projekt oberste Priorität eingeräumt.“

„Was glauben Sie, habe ich angestellt damit überhaupt ein Bioregenerator den Weg hierher findet? Diese Lieferung wurde direkt von ihr angeleiert.“ Markus sah der Deltanerin die Enttäuschung an. „Und wenn ich Ihnen einen Techniker schicke, der das Gerät für Sie analysiert? Womöglich können Sie es doch verwenden. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass V’Bel Ihnen etwas schickt, das für Ihre Experimente nutzlos ist. Versuchen Sie es doch, Assjima. Zumindest bis der 307 da ist.“

„Es wird mir ja nichts anderes übrig bleiben. Können Sie mir Mister Tock schicken?“

„Kein Problem. Aber wenn der Ferengi Ihnen zu sehr auf die Pelle rückt, werde ich ihn persönlich ablösen. Promised!“

Assjima lachte. „Das ist nett von Ihnen Markus. Auch wenn Sie ausgebildeter Medizin-Techniker sind so liegen Ihre Fähigkeiten doch woanders. Sie sind der Logistiker, Tock aber der bessere Techniker.“

Der Schweizer zog eine Schnute. „Verdrehte Welt, nicht wahr? Aber ich bin hübscher and my arse is better formed.“ Bevor die Ärztin etwas erwidern konnte hatte er sein Padd eingesteckt, ein „am away already“ ausgerufen und war zur Türe hinaus entschwunden.

Nur wenige Minuten später stand ein in zivilem Arbeitsoverall gekleideter Ferengi im Labor und machte sich ohne große Worte an die Arbeit. Es würde ein paar Stunden dauern bis Tock mit seiner Untersuchung fertig sein würde und so beschloss Assjima, sich für ein Weilchen in ihr Quartier zurück zu ziehen. Sie hatte das dringende Bedürfnis ihre Gedanken zu ordnen. Der plötzliche Tod Milseyas machte ihr noch immer zu schaffen. Und auch Ischila, die vor einigen Tagen wieder nach Delta IV zurückgekehrt war, hatte ihr allerhand zu denken gegeben.

Eine gute Stunde später wurde Assjima vom Summen der Kommunikation aus ihrer Meditation gerissen. Auf dem Bildschirm erschien das strenge Gesicht der vulkanischen Kuratorin. „Seien Sie gegrüßt, Lieutenant Commander Assjima. Habe ich Sie geweckt?“

„Nein, ich habe nur meditiert. Guten Tag, Kuratorin V’Bel.“

„Sie haben Zeit zur Meditation? Ist denn die Lieferung für Sie noch nicht eingetroffen?“

„Sie meinen diesen Bioregenerator?“

„Ja“

„Sie haben vergessen, die Gebrauchsanweisung mit bei zulegen“ erwiderte die Deltanerin trocken.

„Sie benötigen eine Gebrauchsanweisung?“

Assjima konnte gerade noch eine spöttische Bemerkung herunter schlucken. „Keiner von uns hat jemals ein solches Gerät gesehen. Deshalb ist einer unserer Techniker gerade dabei, es zu untersuchen. Sie sind sich sicher, dass dies ein Bioregenerator ist?“

„Natürlich bin ich sicher. Das Gerät wurde erst kürzlich entwickelt. Ich habe Ihnen den Prototypen besorgt.“

„Danke für die Bemühungen, V’Bel. Aber wenn ich fragen darf: warum konnte ich nicht ganz einfach den angeforderten BRG 307 bekommen?“

„Weil ich der Ansicht bin, dass Sie nur das Beste haben sollten, Doktor. Und Ihr geliebter BRG 307 ist inzwischen überholt und für Ihre Tests zu klein.“

„Zu klein? Kuratorin … in welchen Größenordnungen denken Sie denn?“ fragte Assjima misstrauisch.

Die Vulkanierin antwortete ohne Zögern. „Man kann nie groß genug denken, Doktor“

Sie muss mit George verwandt sein … „Ich verstehe. Wenn Sie mir vielleicht noch die Gebrauchsanweisung zukommen ließen …“

„Ich werde Ihrem Techniker die Konstruktionspläne schicken. Und ich erwarte von Ihnen einen genauen Bericht über die praktische Anwendbarkeit des Gerätes. V’Bel Ende.“ Sie hob noch kurz die Hand mit den gespreizten Fingern, dann verschwand ihr Gesicht.

Das hat mir gerade noch gefehlt. Jetzt darf ich auch noch Prototypen testen. Assjimas Laune war dem Gefrierpunkt gefährlich nahe. Warum waren dieser Vulkanierin diese Versuche so verdammt wichtig?

Bearbeitet von Assjima
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„Hören Sie, Commander Goymen, ich habe keine Zeit ihren Schichtplan noch weiter zu bearbeiten...“ Jaton Beins saß in seinem Büro. In letzter Zeit ein seltener Anblick. „Sehen sie doch selbst! Überall Arbeit!“ Er hatte sich bewusst viele PADDS repliziert und sie möglichst kreativ über seinen Schreibtisch verteilt. „Es ist immer noch ihre Aufgabe als erster Offizier. Eigentlich hätte ich ihn gar nicht anfassen dürfen.“

„Fähnrich Beins, ich habe niemals darum gebeten den Schichtplan...“ Er stoppte. Commander Goyer hatte gerade seine erste persönliche Begegnung mit Jaton Beins. Er bedauerte es jetzt schon. „Ihre Version lag einfach in meinem Quartier!“

„Und sie haben diese Version direkt an den Captain weitergeleitet. Effizienssteigerung ohne Moral- oder Qualitätsverlust. Eine grandiose Umstellung. Und jetzt wollen sie, dass ich noch mehr...“

„Fähnrich, ich habe gerade den Raum betreten und noch kein Wort gesagt gehabt bevor sie mich angeschrien haben!“ Stille. Jaton fing an zu grinsen. Der Trick für andere die Arbeit zu machen schien hier nicht zu funktionieren. „Was wollen sie denn sonst von mir?“ Jatons Lächeln erweiterte sich.

„Eine protokollarische Frage. Es geht um den Tod von Lt. Anquenar. Und zwar...“ Wieder wurde er unterbrochen.

„Wer ist Lt. Anquenar?“ fragte Jaton unschuldig.

„Die Pilotin! Ihre Pilotin!“ Goyer wurde langsam wirklich wütend. Jaton blickte weiter unschuldig. „Aus der vorherigen Besatzung!“

„Mili? Mili Anquenar? Sie ist tot? Oh nein.“ Eine Schauspielers würdig, wenn auch nur eines sehr schlechten, verwandelte sich sein Gesicht in unendliche Trauer und Schmerz. „Wieso sagt mir das keiner? Wieso nur? Warum lässt das jemand zu!? Nehmt mich doch stattdessen! Nehmt mich aber lasst sie leben!“ Er war aufgestanden, die Arme in die Luft gestreckt und in Ermangelung eines Himmels der Decke entgegen.

Commander Goyer verließ nur kopfschüttelnd den Raum.

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Dieses Mal verhielt sich die SeaQuest wie es erwartet wurde. Das Schiff beschleunigte immer weiter. Warp 5, Warp 7, Warp 8, Warp 9…….. Der Steuermann Konnte es selbst nicht glauben wie glatt das Schiff seine Maximal Geschwindigkeit erreichte.

Commodore Scott hatte es sich nicht nehmen lassen bei dem zwoten Testflug dabei zu sein. Der Schotte saß an der Ingenieurskonsole der Brücke und behielt die Werte im Auge. Brody saß aufrecht im Kommandosessel und blickte gespannt auf den Hauptschirm.

„Warp 9,995.“ Teilte der Bolianische Pilot mit. Noch immer beschleunigte die SeaQuest weiter.

Im Maschinenraum betrachtete sich auch George angespannt die Anzeigen. Bis jetzt war alles im grünen Bereich. Mehr als 2 Wochen Arbeit schienen nun ihre Früchte zu tragen. Der Warpkern Pulsierte immer schneller.

„Temperatur im vorgesehenen Bereicht. Output bei 99 % Commander.“, Merrera klang beinahe so Monoton wie die Stimme des Computers.

„Verstanden. Treibstoffkonverter Stabil. Strömungssensoren Zeigen auch nichts Wesentliches an.“ George sah zum Warpkern, ein leichtes Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit.

„Erreichen jetzt Warp 9,999873 Captain. Maximal Geschwindigkeit erreicht. Systeme sind Stabil.“

„Ausgezeichnet Lieutenant. Brücke an Commander Sheridan.“

„Hier Sheridan Captain.“

„Gratuliere Commander. Das Schiff hat einen erstklassigen Antrieb. Sie und ihr Team haben Wunderbare Arbeit abgeliefert.“

„Danke Captain. Ich werde es den anderen mitteilen.“

„Gut Brody Ende.“

Der Bolianische Pilot gab einige Befehle in die Konsole ein. „ Wahnsinn. Vor drei Wochen hätte es uns alleine bei dem versu8ch das Schiff um die Ohren gehauen. Und jetzt geht es ab wie eine Rakete.“

„Freut mich das Sie auch begeistert sind Mr Darlon. Schubumkehr und Kurs auf die Erde setzen.“

„Aye Captain.“ Die Finger des Bolianers rasten erneut auf den Kontrollen umher. Die SeaQuest sprang in den Normalraum zurück, wendete und Sprang wieder in den Warp Transit.

„Brody an Sheridan.“

„Hier Sheridan Captain.“

„Können wir eine Landung auf der Erde Riskieren?“

„Kein Problem Captain. Die Systeme haben wir letzte Woche mit auf Fordermann gebracht. Das einzige was noch zu machen ist, sind die Systeme für den Nautischen Einsatz.“

„Danke Commander. Brody Ende.“ Scotty stand von der Ingenieurs Konsole auf. Langsam ging er zum Kommandosessel.

„ Der Junge hat keine Schlechte Arbeit abgeliefert. Ich Denke wenn es so weiter geht wird die SeaQuest in zwei Wochen bereits voll Einsatzfähig sein. Zumindest ist sie es bereits für den regulären Weltraumbetrieb.“

„Das will ich hoffen. Schließlich dachte Commodore Charleston wohl das wir es nicht mal aus dem Orbit schaffen würden.“

„Ja dem kleinen Eckel haben Sie es gezeigt Captain. Aber seien Sie Vorsichtig. Ich traue dem Burschen nicht über den Weg.“

„Ich weis was Sie meinen Scotty.“

„Aye, die Art von Mensch stirbt leider nie aus. Aber zum Glück auch nicht Menschen unseren Schlages.“ Scotty Klopfte Kurz auf das Geländer und begab sich wieder zu der Ingenieurskonsole.

Die Nachricht von Millis Tod, hatten Michael und Amanda recht Stumm aufgenommen. Michael war es zuwider das die Pilotin nicht mehr da sein soll. Einfach so. Amanda weinte abends noch und ließ sich von ihrem Vater Trösten.

Die Tage Danach schaffte es Michael sich mit der Arbeit im Medizinischen Hauptquartier der Sternenflotte abzulenken.

Gerade war ein Erste Hilfe Kurs zu ende gegangen, der von Doktor Beverly Crusher geleitet wurde. Die Leiterin des Hauptquartiers ließ es sich nicht nehmen, ab und an selbst solche Kurse zu geben. Dies war eine der wenigen Gelegenheiten für die Ärztin, ihrem Schreibtisch für kurze Zeit zu entkommen.

„ Das war es für Heute meine Damen und Herren. Morgen werden wir uns einigen Kniffen zuwenden, die man anwenden muss wenn einem Gewebegenerator und andere Modernen Hilfsmittel nicht zur Verfügung stehen.“ Die Teilnehmer erhoben sich und verließen den Raum. Michael starrte kurz auf sein Padd. Dann Stand er langsam auf. Er fühlte sich noch immer wie Betäubt. Als er dem Tod zum ersten Mal begegnete war es seine Mutter, die Gestorben war. Und nun Milli , die für ihn und Amanda so was Ähnliches wie eine Tante dargestellt hat. Irgendwie schaffte es der Teenager dennoch sich auf die Arbeit zu Konzentrieren, auch wenn es recht Halbherzig wirkte.

Dies blieb auch nicht Beverly Crusher verborgen. Als der Junge an ihr vorbeiging wandte sie sich ihm zu.

„Hallo. Sie sind Michael Sheridan?“

„Ja Docktor.“ Michael auf die gleiche weise Schief wie sein Vater, wenn es ihm eigentlich nicht danach war.

„ Sie wirkten heute recht Abwesend Michael. Ist alles in Ordnung?“

„Es geht. Aber ich habe Aufgepasst Docktor. Ich kann es beweisen.“ Michael hob das Padd. Crusher schürzte die Lippe.

„Das Glaube ich ihnen auch. Sie sind der Beste im Kurs. Wollen Sie darüber reden, was Sie beschäftigt?“

„Nein Ma´m.“ Crusher nickte kurz.

„In Ordnung Michael. Falls Sie es sich anders Überlegen sollten, können Sie gerne zu mir kommen.“

„Danke Docktor.“

„Gern geschehen. Dann bis Morgen Michael.“

„Bis Morgen Docktor Crusher.“

Die SeaQuest hatte inzwischen wieder den Erdorbit erreicht. Auf der Brücke herrschte angespannte Ruhe. Brody richtete sich in seinem Kommandosessel wieder auf.

„Landeerlaubnis der McKinley Werft bei San Fransisco liegt vor Captain. Flugkorridor 4 ist freigegeben.“

„Ausgezeichnet Mr Darlon.“ Brody blickte zur Decke. „ Brody an alle Decks: Blauer Alarm! Wir landen das Schiff. Mr Darlon Start der Atmosphärischen Triebwerke vorbereiten. Maschinenraum Plasma aus den Gondeln ablassen und Trägheitsdämpfer auf Maximum. Flugkonfiguration Aller Primärsysteme aktivieren.“

Alle Stationen führten die Befehle aus.

„Bereit für Landung Captain.“, Meldete Darlon.

„ Maschinenraum an Brücke, Plasma abgelassen. Trägheitsdämpfer auf Maximum. Alle Systeme auf Atmosphärenflug umgestellt und bereit.“ Teilte Georges Stimme aus dem Lautsprecher mit.

„Mr Darlon. Landen Sie das Schiff!“ Die Brücke wurde in blaues Licht getaucht. Ein kurzer Alarmton erklang. Dann neigte sich der Bug der SeaQuest der Erde entgegen.

Nachwenigen Sekunden war das Schiff in die Atmosphäre der Erde eingetaucht. Die Westküste von Amerika kam immerschneller auf dem Sichtschirm auf die SeaQuest zugeschossen.

„ Geschwindigkeit Mach 3, verlangsame gleich auf 400 Kmh für Finalen Landeanflug.“ Kündigte Darlon an. Bremsdüsen wurden aktiviert und verlangsamten den Anflug der SeaQuest erheblich. Dank der Trägheitsdämpfer, Spürte man nichts von den Kräften, die nun am Rumpf zerrten.

Nach einer weiteren Minute, konnte man bereits die Bauten des Docks erkennen, dass Weit außerhalb der Stadt lag. Die SeaQuest hatte ihr eigenes Spezialdock, dass Darlon nun ansteuerte. Wieder Feuerten die Bremsdüsen um das Schiff zu verlangsamen.

„Fahre Landestützen aus. Aufsetzen in 70 Sekunden.“

Die Werftanlage auf der Erde der McKinley Werft bestand aus 20 Gruben, von denen nur 4 Besetzt waren. Die Grube für die SeaQuest war mit Speziellen Vorrichtungen versehen worden, die es Ermöglichenten an die Ballastanks und den Raupenantrieb zukommen. Die Landestützen fuhren nun Ächzend aus und Rastteten ein. Manöverdüsen feuerten erneut und brachten das Schiff in die Finale Anflugposition.

Langsam Schwebte die SeaQuest nun über ihrem Dock. Meter für Meter kam sie dem Boden immer näher.

Ein Metallisches dumpfe4s Poltern und die SeaQuest ging auf den Stützen kurz in die Knie. Dann erstarben die Triebwerke. Gangways und Versorgungsleitungen fuhren nun an das Schiff heran.

„Wir sind gelandet Captain.“

„Gute Arbeit Gentlemen. Sichern Sie die Systeme.“

„Aye Captain.“

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Der Tag des simulierten Angriffs rückte mit Warpgeschwindigkeit näher; Dr. Jolie und Vinara versuchten sich hinsichtlich der taktischen Vorbereitung gegenseitig auszustechen, wobei Professor T'Pran den Ideen der Andorianerin stets den Vorzug gab.

"Wir sollten dieselben Waffen verwenden wie sie auch später beim GSC zum Einsatz kommen werden", meinte Vinara (GSC war nun auch die offizielle Abkürzung für das Ground Science Corps).

"Aber was ist mit Schwertern?", fragte Jolie gereizt, "schließlich werden die Klingonen nicht nur schießen."

"Unser Werkzeug dürfte stabil genug sein um zu improvisieren", bemerkte Lieutenant Karmoyle, "bei den Spaten und Spitzhacken besteht der Stiel aus Duranit. Zusätzlich könnten wir auch noch auf größere Macheten zurückgreifen."

Am Tag des angekündigten Manövers befanden sich die Wissenschaftler nebst sechs begleitender Marines wieder auf einer Außenexpedition, als auf einmal drei Shuttles sich donnernd näherten.

"Die werden noch eine Bruchlandung hinlegen", meinte Dr. Mahmed Suyali, der Bodeningenieur.

Doch als die Shuttles kurz darauf wieder steil hochzogen und in den Himmel verschwanden rief Vinara: "Die Angreifer wurden abgesetzt, das Manöver beginnt!"

Vier der begleitenden Marines unter Führung eines First Lieutenants schwärmten nun routiniert aus, während die Hälfte der Wissenschaftler deutlich unsicherer wirkte.

Als das Phaser- und Disruptorfeuer sich näherte konnte Danielle Jolie sich nicht länger beherrschen: Mit einem Kampfschrei packte sie ihren Phaserkarabiner fester und stürzte den "Feinden" entgegen (Diesmal schien ihre eigens entworfene Uniform im Retro-Stil wie geschaffen für diesen Anlass).

"Idiotin!", zischte Dr. Revin.

Die Kämpfe fanden im Grenzgebiet zwischen festem und sumpfigem Untergrund statt; die tiefer im Waldinnern befindlichen Marines (es waren weit mehr als nur die sechs Begleiter des Wissenschafts-Teams) wurden sukkzessive zurückgetrieben und mit ihnen kamen auch die Angreifer näher. Durch einen Feldstecker sah Vinara drei der Sternenflotten-Infanteristen; sie trugen eine komplett schwarze Uniform mit gelben Streifen in Brusthöhe, dieselbe Feldausführung wie im Dominion-Krieg. Zwei der vor ihnen "flüchtenden" Marines trugen dieselbe Uniform mit grünem Streifen, doch der Rest hatte Standard-Uniformen mit klimatisierten Jacken an.

Nachdem die Marines "erschossen" worden waren dauerte es nur noch Sekunden bis die Angreifer in Feuerreichweite gelangt waren. Die beiden verbliebenen Marines aus T'Prans Team eröffneten nun das Feuer und zwei der Infanteristen brachen beinahe schon theatralisch zusammen. "Gut geschossen Jungs", lobte einer von ihnen mit emporgehobenem Daumen ehe er sich wie sein Kamerad tot stellte.

Doch es rückten noch weitere Angreifer nach, insgesamt sieben, einer davon mit rotem Streifen über der Brust. Neben der immer noch verschwundenen Danielle Jolie und Vinara hatten nur noch Councellor Royvan und Dr. Grace Phaserkarabiner, von denen sie nun Gebrauch machten. Der Rest beschränkte sich auf Typ-II-Standardphaser, bei Dr. Revin ergänzt durch die Typ-I-XT-Variante die auch Dr. Royvan noch hatte.

"Klingonen von links!", rief der Councellor auf einmal und feuerte in die besagte Richtung. Der getroffene Klingone gab sich keine Mühe irgendwie glaubhaft umzufallen sondern lachte nur kurz. "Nicht schlecht für ein föderiertes Blauhemd!"

Drei weitere Klingonen wurden von den übrigen Teammitgliedern "niedergestreckt" ehe ein vierter Dr. Revin traf. "Verdammt, ich krieg kaum noch Luft!", röchelte er.

Dr. Soral war gleich unter der Feuerdeckung seiner Kollegen bei ihm. "Der Disruptor war nur minimal geladen, Sie werden keine bleibenden Schäden davontragen." Er verabreichte ihm ein Hypospray und fügte hinzu: "Dennoch wäre anzuraten Sie stellen sich jetzt tot, immerhin wurden Sie mitten in die Brust getroffen."

Vinara war inzwischen auf ihren Handphaser im Retrodesign umgestiegen; damit schaffte sie es zwei Klingonen außer Gefecht zu setzen ehe ein weiterer auf einmal seinen Disruptor wegwarf, das Bat'leth zückte und schreiend voranstürmte.

Die Andorianerin konnte den ersten Hieb mit einer Spitzhacke die an einem Baum gelehnt war parieren, doch es wurde deutlich dass dieses Werkzeug in einem solchen Fall nicht als geeignete Waffe anzusehen war. Trotzdem schaffte die Wissenschafterin es den Angreifer mit ein paar nicht allzu ehrenhaften Zügen zu entwaffnen und ihn dann mit bloßen Händen abzuwehren.

"Nicht schlecht für eine die nur noch als Zivilistin arbeiten will, aber Sie haben trotzdem verloren!" Der Anführer der angreifenden Sternenflotten-Infanteristen war an sie herangetreten und hielt einen Pulsphaser gegen ihre Schläfe. Es war unklar ob er diese Waffe von einem der Marines genommen oder von Anfang an getragen hatte, was nun aber auch keinerlei Unterschied mehr machte.

Da streckte ein Schuss den Infanteristen nieder und Dr. Jolies triumphale Stimme hallte durch den Wald: "Ich hab' den Anführer erwischt, damit habe ich gewonnen!"

"Noch nicht!" Ein Klingone stand auf einmal hinter Jolie, packte ihre Hand in der sie den Phaser hielt (natürlich wieder die Pulsversion) und drückte sie nieder bis die Waffe fiel. Doch gerade als er die Archäologin zu sich herumdrehen wollte zischte ein schwacher Phaserstrahl auf und traf den Krieger schräg von vorne in die Brust.

Es war Professor T'Pran die den "rettenden" Schuss abgegeben hatte.

Nach Beendigung des Manövers trafen sich alle in bester Gesundheit zu einer kleinen Feier im Stützpunkt. Colonel Goodwine stellte die Anführer der "Feinde" als Lieutenant-Commander Frederic Carson und Kul'mar Sogh vor.

"Sie haben sich gut geschlagen. Gerade unter dem Wissenschaftsteam waren nur zwei 'Verwundete' und ein 'Todesfall' zu verzeichnen; von den Marines waren es ein paar mehr."

"Sie hätten ruhig noch ein paar dazuschicken können", grinste Carson.

"Werden Sie nicht übermütig Commander", grinste Goodwine zurück, "immerhin haben wir auf dieser Basis 140 bestens ausgebildete Soldaten und ihr seid wenn man die Klingonen nicht dazuzählt maximal 32!"

"Vergessen Sie nicht unsere 40 Kampfpiloten, die können nicht nur fliegen! Und dann noch mit den Klingonen zusammen würden wir euch alle plattmachen!"

"Wie dem auch sei, ich finde Dr. Danielle Jolie hat eine Auszeichnung verdient. Sie hat sich als Zivilistin besser geschlagen als so manches Blauhemd der Sternenflotte", bemerkte Carsons Stellvertreter Lieutenant Mob, ein Bolianer.

"Sie sollte auf jeden Fall an die Akademie, aber sie weigert sich einen Standard-Rang in der Sternenflotte anzunehmen", entgegnete Dr. Royvan.

Lieutenant-Commander Carson holte tief Luft. "Bei uns in der Infantrie sowie auch zunehmend bei den Kern-Marines wird den Offiziersrängen halb offiziell die optionale Bezeichnung 'Ground' hinzugefügt. Das heißt wir haben einen 'Ground Ensign', 'Ground Lieutenant Junior und Senior Grade', 'Lieutenant Ground Commander', 'Ground Commander' und 'Ground Captain' der bei den Marines auch 'Captain-Colonel' genannt wird."

Dr. Jolie die Carsons Worten aufmerksam gelauscht hatte meinte: "Ich finde Ihre Variante klingt besser als bloß 'Lieutenant-Commander', aber 'Major' ist nach wie vor mein Favorit."

Bearbeitet von Vinara Shral
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Mit unbeweglichem Gesicht stand Milseya vor dem großen Feuer, das in einer riesigen Schale an der Stirnseite des Raumes loderte, und wärmte ihre Hände.

Sie wünschte, man hätte ihr erlaubt, H’Qar zu kontaktieren. Sich seinen Rat einzuholen. Seine Zustimmung. Sie würde sich wohler fühlen, wenn er sie mit seiner typisch skeptischen Miene fragen würde, ob sie eigentlich den Verstand verloren hatte.

Doch die Ältesten hatten nur den Kopf geschüttelt. Niemand dürfe ihr bei dieser Entscheidung helfen. Sie müsse alleine entscheiden. Nur sie alleine habe das Recht darüber zu entscheiden. Niemand solle und könne ihr das abnehmen.

An sich kümmerte es sie ja recht wenig, was man ihr verbot, doch leider bot sich nicht die geringste Chance das Verbot zu übertreten. Entweder war sie ständig in Gesellschaft oder wenn sie es endlich schaffte, alleine zu sein, dann gab es nicht das geringste Stückchen Technik in ihrer Nähe mit dem sich auch nur das geringste, geschweige denn eine Kommleitung errichten, anfangen ließ. Nicht einmal eine Büroklammer lag herum (nicht, dass sie viel damit hätte anfangen können, aber sie hätte sich einfach wohler gefühlt, wenn zumindest ein Hauch von Unordnung geherrscht hätte...)

Sie hatte lange mit sich gerungen. Und noch immer war sie sich nicht sicher, ob sie die richtige Entscheidung getroffen hatte. Nirlan verlangte eine Menge von ihr. Sie glaubte ihm nicht, dass sich nichts für sie verändern würde. Sie würde ihr Leben so weiterführen können, wie sie es wolle, hatte er ihr versprochen. Er werde nur zu einem Teil ihres Wissens. Ein Teil ihres Denkens. Sie ein Teil der Gemeinschaft. Doch weder shoan m’ie, noch shoan t’ie. Nicht, wenn sie es nicht wollte…Sie wäre eine shoan. Eine Wissende eben.

Und ihr Kind? Milseya hatte keinerlei Schwierigkeiten sich vorzustellen, was H’Qar dazu sagen würde, wenn in dem Geist seines Sohnes oder seiner Tochter noch etwas Fremdes wäre. Sein Kind wäre dann kein Klingone mehr. Und damit nicht mehr sein Kind.

Die Entscheidung darüber war ihr also sehr leicht gefallen. Auf gar keinen Fall. Unter gar keinen Umständen dürfte auch nur der Hauch von Nirlans Bewusstsein das Kind berühren oder streifen. Nirlan hatte sie überrascht angesehen. Es gehe doch auch um das Kind. Er habe ihr doch gesagt, dass man ihnen gesagt hatte, dass es .. Sie hatte entschlossen den Kopf geschüttelt. Das Kind würde das Wissen über sie erlangen. Und zwar nur über sie. Er müsse akzeptieren und begreifen, dass es nicht nur ihr Kind sei. Sie habe geschworen, die klingonische Lebensweise zu achten. Es zu einem Teil ihres Lebens zu machen. Sie würde ihr Wort nicht brechen.

Milseya schnäuzte sich in ihr Taschentuch. Vor gut einer Stunde hatte sie sich die tägliche Dosis der Immunsuppressoren injiziert. Bislang vertrug sie die Schwangerschaft gut. Der Durchfall und die ab und an laufende Nase waren zu ertragen - dank der zahlreichen Tees, die sie von einem Heiler hier erhielt. Und auch aufgrund der Tatsache, dass alle hier darauf achteten, dass sie sich ausgesprochen gesund ernährte, viel schlief und auch ausreichend an der frischen Luft auf der Oberfläche bewegte. Ihre Studien in der großen Halle hatten sie auf maximal vier Stunden beschränkt.

Sie hatten ihr die dünne Sternenflottenunion abgenommen und ihr das dunkelblaue Gewand eines shoan gegeben. Es bestand aus einem dicken und doch leichten Stoff, mit einem großen Umhang und einer Kapuze. Als sie es zum ersten Mal übergestreift hatte, stellte sie fest, dass es sich angenehm weich auf ihrer Haut anfühlte und mollig warm war. Mittlerweile mochte sie es eigentlich gar nicht mehr ablegen.

Doch für die bevorstehende Zeremonie hatte ein wesentlich festlicheres Kleid auf ihrem Bett gelegen. Ebenfalls in einem dunklen Aquamarin. Aus einer Art schwerem Samt. Besetzt mit Amethysten. Auch die Anderen würden sich heute festlicher gekleidet als sonst versammeln.

In den vergangen Tagen hatte Milseya viele der shoan kawhen kennen gelernt. Die Eleven, shoan t‘ie genannt, die Meister, die shoan m’ie, die Lehrer, die shoan v’ei, die Helfer, die Angestellten, die Bibliothekare, die Köche, die Gärtner…Haliianer, Trill, Rakhari, Bajoraner, El-Aurianer, Hekaraner, Napeaner, Takaraner, Benziten, Kaleonianer … die Gemeinschaft der Wisssensbewahrer war bunt gemischt - und offensichtlich ziemlich groß. Und die wenigsten von ihnen hatten auch nur die geringste Ähnlichkeit mit den Wissenschaftlern, die Milseya von der Akademie her kannte. Oder von der Prüfungskommission. Diese hier waren von einer erschreckend ansteckenden Fröhlichkeit. Wo sie auch hinsah, mit wem sie auch sprach, ihr Gegenüber hatte meist ein Lächeln im Gesicht und einen Witz auf den Lippen. Immer wieder hörte sie schallendes Gelächter.

Würde sie je ein Teil dieses Lachen sein? Eines Lachens, das sich der Verantwortung des Wissens bewusst war, sich aber nicht davon erdrücken ließ. Wollte sie überhaupt ein Teil dieses Lachens sein? Wenn sie gleichzeitig wusste, dass außerhalb dieser Gemeinschaft Leid herrschte und sie es nicht nur lindern, sondern vielleicht sogar verhindern konnte?

Eines Tages, hörte sie die Stimme des alten Meisters in ihren Gedanken. Eines Tages wirst du alles begreifen, Milseya. Dann wirst du uns nicht mehr verantwortlich machen. Dann wirst du uns nicht mehr dafür hassen.

“Ich hasse euch nicht.”

Ein leises Seufzen hinter ihr ließ sie sich umdrehen. Nirlans Gestalt wirkte so zerbrechlich im Schein des Feuers. Schwach. Sterblich.

“Wie fühlst du dich?”, fragte er mit müder Stimme.

Zum ersten Mal wurde Milseya wahrhaft bewusst, dass der alte Mann vor ihr tatsächlich sterben würde. In wenigen Stunden würden sich diese erschöpft wirkenden Augen für immer schließen. Schuldbewusst erwiderte sie: “Ich habe immer noch Bedenken.”

“Natürlich hast du das. Du wärst nicht die, die ich erwählt habe, wenn es nicht so wäre.”

“Man sagte mir, dass ich mir sicher sein muss, wenn ich annehme.”

“Absolute Sicherheit gibt es nicht, meine Kleine. Ich dachte, gerade du als Pilotin wüsstest das.”

Sie lächelte leicht und wand ihren Blick wieder auf das Feuer.

“Glaubst du, du findest Weisheit in den Flammen?”

“Feuer verbindet mich mit meinem Mann.”

“Was glaubst du, wird H’Qar sagen, wenn er erfährt, was du getan hast?”

“Ich habe nicht die geringste Ahnung”, gab sie zu. “Vielleicht stimmt er zu, dass es eine weise Entscheidung ist..” Milseya lachte auf. “Nein, bestimmt nicht. Das würde weder zu mir noch zu ihm passen. Er wird vielmehr völlig ausrasten und fragen, ob ich den Verstand verloren haben. Meinen Geist mit irgendeinem Fremden, der mich darum bittet, zu teilen. Er hat eine tiefe Abneigung gegen alles, was mit Telepathie zu tun hat.”

“Und doch hat er den Canar mit dir geteilt.”

“Es war das größte Geschenk, das er mir geben konnte. Und würdest du bitte damit aufhören, in meinen Gedanken wie in einem Selbstbedienungsladen zu stöbern.”

“Es tut mir leid”, beteuerte er. “Verzeih einem alten Mann, der bequem geworden und sehr müde ist.”

“Oh bitte! Tu nicht, als ob du mich nicht mit einem einzigen Gedanken in die Knie zwingen könntest!”

Er lachte leise und setzte sich ans Feuer. “Sind das deine einzigen Bedenken?”

“Ist das etwa nicht ausreichend?” Sie trat einen Schritt näher zu dem Feuer. “H’Qar und ich sind seit über zwei Jahren zusammen. Ich teile mein Leben mit ihm. Sein Rat war mir immer wichtig. Nicht, dass ich immer unbedingt darauf gehört habe. Aber ich habe stets versucht, ihn in alles einzubeziehen, was unser Leben betrifft. Und das hier wird es zweifellos.”

“Du irrst dich”, kam es sanft zurück.

“Wirklich?” Ihre Stimme hatte urplötzlich einen ironischen Unterton angenommen. “DAS sehe ich anders. Ich werde Teil von etwas, dass mein Leben mit größter Wahrscheinlichkeit umkrempeln wird. Das wird sich zwangsläufig auf mein Wesen auswirken. Ich diene nun mehr nicht nur der Sternenflotte, sondern auch euch. Was passiert, wenn eure Regeln mit einem Befehl der Sternenflotte kollidieren?”

“Dann wirst du dich entscheiden müssen. Du alleine. Wir verlangen nicht von dir, dass du alles aufgibst, was dir wichtig ist. Was ist Leben ohne Zwiespalt? Wie können wir leben ohne Konflikt? Ohne Herausforderung? Im Laufe der Jahrhunderte haben wir festgestellt, dass nichts, wirklich nichts, nicht das große Wissen, keine Weisheit etwas wert ist, wenn wir es nicht mit Leben erfüllen können. Doch Leben bedeutet auch Entscheidungen. Das ist die größte Freiheit, die wir alle besitzen. Ach Milseya, nimm mich als Beispiel. Meine Frau weiß schon sehr lange, dass ich ein koan bin und sie billigt es, aber es gefällt ihr nicht. Wirklich nicht. Doch weiß sie, dass ich die koan auf der Stelle verlassen würde, wenn sie es wünscht. Doch das hat sie nie.”

“Und was, wenn H’Qar das von mir verlangt?”

“Das wird er nicht”, antwortete ihr eine weibliche Stimme vom Eingang der Tür.

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Kurz bevor Vinaras Zeit auf Mudmos V zu Ende ging erhielt sie einen Anruf aus dem Hauptquartier der Sternenflotte. Ein Denobulaner mit zwei goldenen Pins am gelben Kragen blickte ihr vom Bildschirm aus entgegen. "Guten Tag Dr. Shral, ich bin Lieutenant Phletrikk von der Sternenflotten-Abteilung für Fortgeschrittene Sensortechnologie. Wir haben Ihren Astralscanner nun schon seit mehreren Monaten bei uns rumstehen und vor Kurzem ist es uns gelungen, einen für die Serienproduktion geeigneten zweiten Prototypen anzufertigen."

"Das sind doch mal gute Nachrichten, dann wird es wohl bald auf fast jedem Schiff einen solchen Scanner geben?"

"Vorerst nur in ausgewählten Einrichtungen der Sternenflotte. Wir haben bereits einige Anfragen seitens des Oberkommandos vorliegen, es fehlt nur noch Ihr endgültiges Einverständnis als ursprüngliche Erfinderin für die Weitergabe der Pläne."

"Ich dachte diese Erlaubnis hätte ich bereits mit Ablieferung meines Prototypen bei Ihnen gegeben... Aber egal, hier haben Sie sie noch einmal offiziell. Sorgen Sie nur dafür dass nicht irgendeine Art von Missbrauch mit dieser Erfindung getrieben wird."

"Nun, als reiner Scanner dürfte dieses Gerät nicht allzu gefährlich sein; da sind psychometrische Varianten schon weitaus bedenklicher, da sich mit ihnen Gedanken aufzeichnen lassen. - Aber wie dem auch sei, ich danke Ihnen für Ihr Einverständnis. Wir werden Sie über die weitere Verbreitung des Astralscanners auf dem Laufenden halten."

Einen Tag nach obigem Gespräch war es soweit: Die vier Wochen waren rum und die Grundpfeiler des neuen Ground Science Corps standen. Die Uniformen waren mit minimalen Feinabstimmungen angenommen und abgesegnet worden; für all jene Zivilisten denen sie immer noch zu militärisch waren, gab es eine einzelne Jacke mit cremefarbenen Streifen am Ärmel und um das Corps-Logo an den Schultern. Getragen wurde sie zu beliebiger passender Zivilkleidung, wobei Schnitt und Farbe ansonsten mit den anderen Jacken übereinstimmten.

Vinara zog demonstrativ eine dieser zuletzt genannten "Extra-Zivil"-Jacken an, während die anderen Teammitglieder sich mit den sternenflottigeren Versionen zufrieden gaben.

Nun mussten sie noch nach Pollux IV, wo die endgültige, offizielle Gründung des Corps erfolgen und anschließend auch gleich gefeiert werden sollte. Zu diesem Zweck reiste das wissenschaftliche Beraterteam mit dem Raven-Typ-Schiff; an Bord waren noch vier Marines einschließlich des Waffenexperten Sergeant Pinback. Auch ein tierischer Begleiter fehlte nicht: Ein Baumkrake mit dem klischeebehafteten Namen "Charlie" war in einem eigenen Raum mit bestmöglich angepassten Umweltbedingungen untergebracht.

Während der Reise schweiften Vinaras Gedanken zurück zu ihrer Zeit auf Mudmos sowie auch zu dem was davor geschehen war. Dabei fiehl ihr auch das letzte Subraumgespräch mit Talana wieder ein, welche aufgrund der Nachricht von Milseyas Tod nun unbedingt Kampfpilotin werden und ihre einstige Lehrerin rächen wollte.

So verständlich dieser Wunsch auch war, so sollte Talana sich nicht von ihren momentanen Emotionen leiten lassen und ihre genauere Berufswahl nur aufgrund von Rache treffen - so hatte ihr auf jeden Fall Vinara geraten und war dabei natürlich wieder einmal auf taube Ohren gestoßen.

Auf Pollux IV herrschte gemäßigter Trubel; die Gründung des Ground Science Corps stieß wie erwartet auf keine allzu große Ressonanz bei Presse und Öffentlichkeit, was sicher nicht von Nachteil war.

Der Stützpunkt der Marines hier war mindestens doppelt so groß wie sein mudmosianisches Pendant; neben General Anderson, General Fletcher und einigen Admirälen - unter ihnen auch Picard - erwarteten noch einige Zivilwissenschaftler das Beraterteam, alle unter der Führung des Wissenschafts-Ministers der Föderation, einem vereinten Trill namens Jiran Brax.

"Also ich finde es grotesk dass ausgerechnet eine wissenschaftliche Organisation hier in einem Stützpunkt der Marines gegründet werden soll", mockierte sich einer der Zivilisten, ein angesehener bolianischer Professor, "und noch dazu soll General Fiona Fletcher das 'Ground Science Corps' auf Seiten der Sternenflotte leiten - nichts für ungut meine Dame, aber Sie haben gerade mal einen durchschnittlichen Doktortitel in Geschichte und einen Magister in Forstwissenschaften."

"He, reden Sie meine Stellvertreterin nicht schlecht", entgegnete Anderson, "immerhin hat sie akademisch mehr auf dem Kasten als ich!"

"Ich gebe zu, die Einbeziehung des Marine Corps in den Aufbau und die Gründung des GSC ist ungewöhnlich und dürfte gegenüber den meisten Wissenschaftlern eine genauere Erklärung fordern. Aber ich kann Ihnen versichern Professor Blorr, hier geht es keineswegs darum eine Spezialeinheit von besonderer militärischer Bedeutung zu etablieren. Wollten Sie mit Ihrem Einwand andeuten dass Sie einen geeigneteren Kandidaten von der Sternenflotte kennen, der Ihrer Meinung nach für die bis jetzt General Fletcher zugedachte Aufgabe in Frage käme?"

"Ja Admiral, Sie." Der Bolianer sah wohlwollend zu Picard und zustimmendes Getuschel machte sich unter den restlichen Anwesenden breit. "Immerhin wollten Sie sich ohnehin an dem neuen Corps beteiligen."

"Ich fühle mich geehrt Professor, aber ich befürchte meine anderweitigen Verpflichtungen in der Sternenflotte dürften dies so gut wie unmöglich machen."

"Ach was, Zeit findet man immer! Ich werde die Gründungsurkunde auf jeden Fall nicht mit unterzeichnen solange diese Soldatin mit an der Spitze steht."

General Fletcher sah etwas hilflos in die Runde; schließlich meldete Professor T'Pran sich zu Wort: "Unter den hier Anwesenden scheint mir die logischste Alternative nach Picard Admiral Sponn zu sein."

Ein älterer Vulkanier mit zwei eingerahmten goldenen Ranpgins auf jeder Seite seines blauen Kragens rückte nun in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. "Ich betrachte diese Nominierung als Ehre und wäre bereit, diese Aufgabe zu übernehmen sofern dies auch dem Wunsch der übrigen Anwesenden entspricht."

"Dieser Kompromiss... erscheint mir akzeptabel", meinte Professor Blorr und fügte sogleich hinzu: "General Fletcher kann dann die Verwaltung der technischen und wenn wir sie benötigen auch der militärischen Ressourcen übernehmen."

Im Großen und Ganzen schienen alle zufrieden als es nun daran ging die Gründungsurkunde zu unterzeichnen. Vom Beraterteam setzte lediglich Professor T'Pran ihre Unterschrift unter das Papier, der Rest des Mudmos-Teams wurde immerhin namentlich erwähnt - Vinara, weil sie darauf bestanden hatte ausschließlich mit ihrem akademischen Titel.

Während des anschließenden Empfangs im kleineren bis mittleren Kreis nahm Minister Brax Vinara zur Seite und ging mit ihr - begleitet von seinem persönlichen Berater - in einen angrenzenden leeren Raum. "Dr. Shral, ich möchte mich noch einmal persönlich für das Interesse bedanken das Sie dem Erweiterten Entsendegesetz entgegengebracht haben. Leider sieht es jetzt wirklich so aus als müssten Sie wieder Ihre Uniform anziehen, sofern Sie wieder auf einem Schiff der Sternenflotte als leitende Wissenschaftlerin arbeiten wollten."

"Ich verstehe... Aber ich könnte auf einem solchen Schiff auch als Verbindungsmitglied zum Ground Science Corps postiert werden."

"Das könnten Sie in der Tat, wobei Sie dann bei Außenexpeditionen sogar die Leitung übernehmen könnten. Vielleicht würde man Sie aufgrund Ihrer Erfahrung auch ohne Entsendegesetz zur stellvertretenden Leiterin der Wissenschaft machen... Die Frage die nun noch diskutiert werden muss ist: Auf welchen Schiffen sollen die Verbindungsmitglieder des Corps eingesetzt werden?"

"Eigentlich auf allen die nicht ausschließlich militärischen Zwecken dienen."

"Das sollte auf lange Sicht auch der Idealfall sein. Picard sagte mir vorhin dass die Sternenflotte derzeit über 13 Schiffe der Luna-Klasse verfügt, welche als primäre Forschungs-Schiffe auf jeden Fall so bald wie möglich mit Mitgliedern des Corps besetzt werden sollten. Bei den weitaus zahlreicheren Einheiten der Nova-Klasse kommt es darauf an, auf welche Art von Forschung sich das jeweilige Einzelschiff spezialisiert hat. Dann wären da noch die großen Universalkreuzer von Ambassador-Klasse - sofern noch im Dienst - an aufwärts. Auch dort kann je ein Verbindungs-Mitglied postiert werden."

"Und die Community soll vorerst davon ausgeschlossen werden?"

"Ah, Sie möchten also doch wieder zurück auf Ihr altes Schiff... Nun, das ist ein Spezialfall über den man noch länger diskutieren müsste. Als Universalschiff ist sie zu klein und sie als spezielles Forschungs-Schiff wie die Lunaklasse zu bezeichnen, das scheint mir angesichts der Grund-Spezifikationen der Prometheus-Klasse doch sehr gewagt. Aber wie gesagt, das muss letztenendes die Sternenflotte entscheiden. Ich bin nur der Wissenschafts-Minister der Föderationsregierung."

"Dann wäre mir als vorläufige Alternative vielleicht die T'Pol am angenehmsten, als neuestes Schiff der Lunaklasse... Ich werde das am besten gleich mit Admiral Sponn oder Picard besprechen."

"Tun Sie das, aber warten Sie noch ehe Sie wieder auf den Empfang zurückkehren." Minister Jiran Brax nahm die zivile Variante eines PADDs entgegen das ihm sein Berater reichte. "Dr. Shral, es gibt mehrere Wege zu habilitieren. Der regulärste ist sicherlich das Verfassen einer speziellen Habitilations-Schrift, welche in der Regel mehr Umfang als eine bloße Dissertation aufweist. Man kann aber auch durch Anhäufung kleinerer Publikationen oder vergleichbarer Arbeiten eine kumulierte Habitilation erhalten."

"Aber soweit ich weiß müssen diese kleineren Einzelpublikationen sich alle um ein Thema oder einen Themenkomplex drehen..."

"Da haben Sie Recht, und gerade in Ihrem Fall war es auch nicht gerade leicht einen roten Faden zu finden. Tatsache ist auf jeden Fall dass Sie über mehrere Jahre hinweg Führungsqualitäten bewiesen haben. Und wenn man sich Ihre diversen Aktivitäten so ansieht - Entwicklung eines Astralscanners, Entwurf eines möglichen neuen Raumschiff-Prototypen und jetzt auch noch beratendes Gründungs-Mitglied des Ground Science Corps -, so finde ich Sie haben sich zu Recht eine kumulierte Habitilation auf dem Gebiet der interdisziplinären Forschung und Zusammenarbeit verdient. Meinen Glückwunsch, Sie gehören jetzt zur akademischen Elite Professor Shral".

Noch etwas ungläubig starrte die Andorianerin auf das ihr überreichte PADD, ehe sie die Habitilation mit ihrem Daumenabdruck bestätigte und annahm. "Dann muss ich aber auch bald damit anfangen Vorlesungen zu halten und Seminare zu leiten."

"Das stimmt, aber nicht sofort und auch nicht als ausschließliche Tätigkeit. Ich bin mir mit T'Pran, Picard und Sponn darin einig geworden dass Sie an der Sternenflotten-Akademie, diversen Ziviluniversitäten oder auch an Bord von Raumschiffen Studenten und ausgebildetes Personal in Sachen Weiterbildung unterrichten können. Alternativ zu einer persönlichen Anwesenheit ginge auch die Arbeit in einem virtuellen Campus im Rahmen diverser Fernstudiengänge. Dabei werden Sie sich zumindest für Erste verstärkt auf das Lehren von Fähigkeiten konzentrieren, die im Ground Science Corps benötigt werden."

Bearbeitet von Vinara Shral
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Es war der erste Vorlesungstag des Semesters. Niels war schon spät dran, als in die Antwort aus dem Hauptquartier erreichte, welche Schiffe sich im angegebenen Zeitraum planmäßig im Sonnensystem aufhalten würden. Jetzt musste er sich aber beeilen. Er schnappte sich ein paar PADDs und schon war er auf dem Weg zum Hörsaal.

Als Niels den Raum betrat, traute er seinen Augen nicht. In dem Hörsaal mit 500 Plätzen befanden sich so viele Leute. Alle Sitze waren besetzt. Im Mittelgang und an den Seiten saßen sie auf der Treppe. Hinter der letzten Reihe standen sie. Vorne vor der ersten Reihe hatten sich auch welche niedergelassen. Das waren bestimmt 200-300 mehr als vorgesehen. Und die Menge erzeugte einen Lärm. Damit hatte Niels nicht gerechnet. Er konnte sich noch erinnern, dass, als er den Kurs besuchte, der Raum fast leer war. Am Pult angekommen legte er seine PADDs ab und schaltete die große Leinwand ein. Dann nahm er das Mikrofon aus der Ladestation. Es hatte eine Band, mit dem man es sich um den Hals hängen konnte. Niels klopfte mit seiner Fingerspitze auf das Mikrofon, um zu testen, ob es eingeschaltet war. Auf das Pochen aus den Lautsprechern verstummte die Menge.

„Ich freue mich über ihr zahlreiches Erscheinen.“ Begrüßte Niels die Kadetten. „Im Namen das Lehrstuhls für Biotechnologie möchte ich sie im neuen Semester willkommen heißen. Wir werden uns hier in den kommenden Wochen mit der Einführung in die Biotechnik beschäftigen.“

Er schaute sich kurz die Masse der Studierenden an. „Wer von ihnen ist denn hier, weil er sich als Vertiefungsrichtung die Biotechnologie ausgesucht hat?“ Etwa 150 Kadetten mit gelb abgesetzten Schultern und 60 mit blauen zeigten auf. „Und wer möchte bei uns sein allgemeines Wahlfach machen?“ Jetzt zeigte die Mehrheit der Kadetten auf, unter ihnen waren alle Farben vertreten.

Niels startete die Präsentation und zeigte die entsprechenden Folien zu dem, was er sagte. „Schön, dann will ich mich kurz vorstellen. Mein Name ist Niels van Richthoven. Ich bin Doktor für Biotechnik und Lieutenant junior Grade bei der Sternenflotte.“ „Ich habe sie in der Doku gesehen! Rief eine Kadettin im hinteren Breich des Hörsaals. „Genau!“ kam es aus einer anderen Ecke. „Gut, dann haben sie ja schon live mitbekommen, wie wichtig die Biotechnik sein kann.“ Meinte er und fragte sich, ob diese Reportage wirklich den gewünschten Effekt erzielt hatte. „Meine letzte Arbeitsstelle, die USS Community, haben sie ja gesehen, davor war ich auf der Utopia Planetia Werft und der USS Solstice.“

„Dann möchte ich ihnen noch zeigen, womit wir uns in diesem Semester beschäftigen wollen. Wir beginnen mit der Geschichte der Biotechnik, dann schauen wir uns die Grundlagen der modernen Biotechnologie an und zuletzt betrachten wir einige wichtige Anwendungsbereiche.“ So stellte Niels den Stoff vor, den er mit den Kadetten durchgehen wollte. „Nach der Vorlesung bieten wir dann eine Klausur an. Für diejenigen, die in die Vertiefung gehen, die schreiben erst nach 2 Semestern, die anderen nach einem.“

„Noch ein bischen Organisatorisches.“ Fuhr Niels fort. „Die Vorlesung findet immer Donnerstags von 10 bis 12 Uhr statt, die Übung Montags von 8 bis 9 Uhr, also so wie diese Einführung heute. Das Versuchslabor beginnt erst in der 2. Hälfte des Semesters, wenn wir die ersten Grundlagen erarbeitet haben. Sprechstunde ist immer nach der Vorlesung von 13 bis 15 Uhr.“ Wieder einmal schaute er sich die Masse an, die vor ihm saß und stand. „Ich werde mich bemühen, bis zum nächsten mal einen größeren Raum zu bekommen. Das werde ich dann rechtzeitig im EWS bekanntgeben. Ich bitte sie sich auch im EWS für dieses Fach anzumelden.“

„Zuletzt möchte ich noch eine Ankündigung machen. Und zwar werden wir dämnächst eine Exkursion anbieten, bei der sie sich die Praxis anschauen können. Alle Interessierten schicken mir bitte eine Mail mit Name und Dienstnummer. Nähere Informationen gibt es später, wenn eine ungefähre Teilnehmerzahl absehbar ist.“ Damit war Niels mit seinem Programm durch. „Gibt es noch Fragen?“

Eine Bolianerin meldete sich und Niels deutete ihr an zu sprechen. „Ist das wirklich so aufregend, wie das in der Doku gezeigt wurde?“ Niels lachte. Irgendwie hatte er ja damit gerechnet, dass so eine kommen würde. „Darüber möchte ich hier jetzt nicht sprechen. Noch Fragen zur Vorlesung?“ Niemand meldete sich. „Dann bis zum Donnerstag.“ Schnell leerte sich der Raum. Die erste Stunde war geschafft.

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Am Rande des Grabfeldes 34 des Sternenflotten Friedhofes, auf dem die meisten gefallenen des ersten Cardassianischen und des Dominion Krieges so wie die wenigen Opfer von Wolf 359, die man Bergen konnte, beerdigt waren, sahen Jenax, Laura Sheridan und Gart Queel dem Ingenieur nach, der schweigend die Reihen von Grabsteinen abschritt.

Es war viele Jahre her, dass George diesen Ort Besucht hatte. Er hatte Jenax hiervon nur wenig erzählt. Sie wusste nur das hier der Mann begraben war, der hier eigentlich begraben liegen sollte und George dessen Leiche vor einem Knappen Jahr irgendwo im All gefunden hatte. Als er erfuhr, das er nicht vor 16 Jahren Billy Tarantino zu Grabe getragen hat.

Seit diesen Tagen hatte George so gut wie kein Wort über dieses Thema verloren. Jenax spürte jedoch, das es ihren Mann beschäftigte. Doch er wollte sich nicht ihr öffnen. Es war eine Sache die George wohl mit sich ausmachen wollte oder musste.

„Jedes Mal wenn er auf der Erde ist, kommt er hier her“, erklärte Laura leise. Sie wusste nicht, dass George seinen Freund Praktisch zweimal beerdigen musste. Und dass er dieses Wissen mit so gut wie niemanden teilen konnte. Nicht mal mit der Witwe seines Freundes oder dessen Sohn. Der Demnächst in die Fußstapfen seines Vaters treten würde.

„Lassen wir ihm Zeit.“ Laura führte ihre Schwägerin und den Diplomaten vom Grabfeld weg in Richtung der kleinen Grabkapelle, wo man einige Bänke in der Parkartigen Anlage Platziert hatte.

Vorsichtig näherte sich George dem Grab von Billy Tarentino. Das Kreuz aus weißem Marmor schimmerte in der Nachmittagssonne. Auf diesem Prangte der Name, das Sterbedatum und ein kleines Portraitfoto des Verstorbenen.

Auf dem Bild Lächelte Billy, es wirkte wie aus einer vollkommen anderen Epoche. Aus einer Zeit, die noch voller Ideale und Zuversicht war. Als Man noch mit einer Art von Naivität an den Frieden glaubte. Ein Frieden der in Wahrheit jederzeit zu Ende sein konnte.

Und die größten Feinde gab es nicht nur außerhalb der Föderation, sie waren auch innerhalb der Sternenflotte zu finden. Schweigend legte George ein Blumengesteck ab. Der Wind strich mit einer Kühlen Brise über das Gras und ließ die Laubbäume leise raschelnd erklingen.

Wen betrauerte er all die Jahre wirklich? Wer lag unter der Erde? Ein Klon von Billy oder nichts? Offiziell wurde Billy vor 16 Jahren hier Begraben. George beschloss vor Kurzem, das sich an diesem Zustand auch sich nichts ändern sollte.

Doch Sharon zu Offenbaren, was er auf dem Asteroiden erlebt hatte, konnte sich als ein zweischneidiges Schwert erweisen.

Auf einmal nahm George einen vertrauten Duft war. Sharon und Devon Tarentino näherten sich dem Grab. George erkannte den Schlaksigen Jungen kaum wieder. Er war seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten. Beinahe fühlte sich George um 21 Jahre in die Vergangenheit versetzt. Sharon erblickte den Ingenieur und Lächelte Müde.

„Hallo Sharon. Devon.“

„Schön das Du wieder da bist George. Ich Dachte der Weltraum würde dich nicht mehr hergeben.“

George und Sharon umarmten sich kurz. Dann umarmte George kurz seinen Patensohn.

„Hallo Onkel George. Ich habe übrigens die Doku gesehen.“

„Das habe ich befürchtet“, schmunzelte George.

„Stell dir vor, er hat die Aufnahmeprüfung für die Akademie bestanden. In einem halben Jahr ist er schon im Offizierstraining.“ Sharon klang dabei nicht richtig Glücklich oder Traurig.

George wusste, dass es Sharon schmerzte, dass ihr einziges Kind nun den Weg seines Vaters einschlagen würde.

„Sieh an. Du weist was das Bedeutet Devon. In einem Jahr musst du mich mit Sir anreden.“ Georges Lächeln wirkte leicht aufgesetzt. Vor 2 Jahren hätte sich George durchaus gefreut. Doch jetzt hatte er Zweifel. Was sollte er machen?

Devon wollte in die Sternenflotte eintreten. Es schien sein innigster Wunsch zu sein.

„So ist es.“

„Es wird nicht leicht. Aber Ich Denke dass du es schaffen wirst.“

„Danke.“

Sharon legte ebenfalls Blumen auf das Grab ihres Mannes nieder.

„Er Redet von nichts mehr anderem“, sagte Sharon leise.

„Kann ich mir vorstellen.“

„Wie lange bist du schon auf der Erde?“

„Seit knapp 3 Wochen. Ich Wurde auf die SeaQuest versetzt. Als Chefingenieur und Erster Offizier.“

„Interessant. Ich Dachte du wärst bisher auf der Community.“

„Es ging sehr schnell. Eine lange Geschichte.“

„Tut mir Leid das ich nicht zu deiner Hochzeit kommen konnte.“

„Ist schon in Ordnung Sharon“, versicherte George. „ Wenn ihr wollt, kommt uns doch mal zuhause besuchen. Jenax und ich haben ein Haus in Alameda.“

„Sehr gerne.“

Alle drei warfen nochmals einen Blick auf das Grab. Dann setzten sie sich zu einem anderen Ort auf dem Friedhof in Bewegung. Dies war ein weiterer Teil des Besuchsrituals von George. Eine Massive Mauer aus Poliertem Marmor, in dem die Namen der Opfer aus der Schlacht um AR 558 eingraviert waren. Eine ganze Sektion der Mauer war den Verstorbenen Crewmitgliedern der USS Indianapolis gewidmet.

Von den Meisten Opfern konnten keine Sterblichen Überreste geborgen werden, die man hätte beerdigen können. Daher hatte man ihnen diese Gedenktafel gewidmet, auf der die Namen aufgeführt waren.

Das letzte Mal sah George diese Mauer vor ca. 5 Jahren. Die Umrisse eines Schiffes der Galaxy Klasse waren in den Stein eingraviert worden. Ebenso der Name und die Regiestierungsnummer des Schiffes. Darunter die knapp 600 Namen von Crewmitgliedern, die es nicht geschafft haben. In der Mitte der Aufgeführten Namen entdeckte George seine Frau. Julia Sheridan. Vorsichtig holte George eine Rote Rose hervor. Die Lieblingsblumen von Julia. Er legte diese vor der Wand nieder und Küsste die Stelle, an der der Name eingraviert war.

Entschuldige, dass ich nicht so oft in letzter Zeit da war Liebling. Ich Vermisse und Liebe Dich.

George Antwortete nur Stille. Sein Blick galt den anderen Namen. Freunde, Kollegen und Vorgesetzte. Menschen die einfach aus dem Leben gerissen worden sind.

Sharon hielt ihren Sohn an den Schultern fest. Aus wenigen Metern Entfernung betrachteten sie ebenfalls die Mauer. Sie selbst kannte auch viele dieser Namen.

„Lass uns gehen. Jenax und Laura sind ebenfalls hier.“

„In Ordnung. Dann werde ich deine Frau endlich kennen lernen. Wie geht es eigentlich den Kindern?“

„Ihnen geht es gut. Du wirst sie kaum wieder erkennen. So groß sind die Beiden geworden.“

„Das Glaube ich dir.“ George schaffte es wieder ein leichtes Lächeln zu zeigen. Aber erst, nachdem Sie sich wieder auf dem Hauptweg in Richtung der Kapelle befanden. Vorher wollte er es sich nicht erlauben.

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Nach der Unterzeichnung der Gründungsurkunde und dem anschließenden Empfang zerstreuten die meisten, einschließlich des Beraterteams sich in fast alle Winde. Im Stützpunkt blieben hauptsächlich noch Admiral Sponn und General Fletcher, zuzüglich der zivilen Führer des neuen Ground Science Corps sowie Dr. Danielle Jolie. Der Rest hatte Pollux IV entweder bereits verlassen oder bereitete sich darauf vor dies zu tun.

Dementsprechend waren Vinara und fast alle ihrer Kollegen - bis auf Dr. Jolie und Dr. Suyali - im angrenzenden Hotel des vor einem Jahr stark erweiterten Athena-Raumflughafens untergebracht, wo sie entweder weitere Befehle oder gleich die Flüge abwarten sollten, die sie von diesem Planeten fortbringen würden.

"Das kann es doch nicht gewesen sein, erst werden wir wochen- und zum Teil auch monatelang in dieses Projekt eingebunden und jetzt da es richtig losgeht, will man uns nicht mehr dabeihaben?", fragte Lieutenant Karmoyle enttäuscht als sie alle ein letztes Mal zusammensaßen.

"Es gehört zum Konzept dass vorerst nun andere unsere Arbeit fortführen", erwiderte Professor T'Pran ungerührt, "aber man wird wieder auf uns zurückkommen. Jedem von uns stehen führende Positionen im Corps zu."

Kurz bevor sie sich zu Bett begab ging Vinara noch einmal draußen spazieren; von dem Lärm der startenden und landenden Kleinraumschiffe einmal abgesehen war die Atmosphäre hier wesentlich angenehmer als auf Mudmos V.

"Tja, wissen Sie jetzt schon wo es hingeht Professor?" Dr. Somax Revin betonte den neuen Titel der Andorianerin etwas überdeutlich, aber so dass es nicht nach Neid oder gar Geringschätzung klang.

Vinara drehte sich zu ihm um und schüttelte den Kopf. "Nein Doktor, aber wie es aussieht werde ich noch länger hierbleiben. Morgen werde ich Genaueres wissen. - Und Sie?"

"Ich werde wie ich vorhin erfahren habe in einer Woche von der USS Bamberg abgeholt, um dort in meinem Fachbereich als Dozent tätig zu sein."

"Die USS Bamberg? Von der habe ich schon mal gehört, ist das nicht dieser alte Ambassador-Kreuzer der vor zwei Jahren zum Schulungs-Schiff umgerüstet wurde?"

"Kein Schulungs-Schiff Professor, sondern ein Campus-Schiff. 300 Mann Sternenflottenpersonal, 110 Universitätspersonal und bis zu 920 Studenten; von diesen wiederum 80 Prozent Zivilisten."

"Ach ja, jetzt fällt es mir wieder ein... Ein neuartiges Konzept. Dann wird die Bamberg wohl nur wenig bis gar keinen Unterricht für Kadetten der Sternenflotten-Akademie anbieten."

"So ist es, das Fächerspektrum umfasst Geistes-, Kultur- und Humanwissenschaften. Lediglich Councellore können dort den akademischen Teil ihrer Ausbildung komplett absolvieren, es gibt sogar zwei Lehrstühle für Psychologie." Revin räsuperte sich ehe er fortfuhr: "Ich kann zwar nicht hellsehen Professor, aber ich habe gehört dass hier auf Pollux IV gerade eine neue Universität gegründet wird. Gebäudemäßig steht bereits alles, ich könnte mir daher denken dass man Ihnen dort einen Arbeitsplatz anbieten wird. Vielleicht nicht gleich einen eigenen Lehrstuhl, aber als Privatdozentin und stellvertretende Leiterin dürfte man Sie allemal einstellen."

"Morgen werde ich wie gesagt sehen wo ich die kommenden Monate arbeiten werde. Ich halte Ihre Prognose bezüglich der hiesigen Universität auch für wahrscheinlich, um nicht zu sagen für die naheliegendste, obwohl ich mir vorstellen könnte dass auch die Arbeit auf einem Campus-Schiff ihren Reiz hat."

"Das hat sie mit Sicherheit, aber auf der Bamberg würden Sie angesichts der angebotenen Fächer nicht hundertprozentig reinpassen. Ich habe allerdings auch gehört, dass demnächst eine Galaxy-Einheit aus dem Dominion-Krieg fertig umgerüstet sein soll. Der Name, soviel gilt als gesichert wird USS Cambridge lauten. Geplante Kapazitäten für 2000 Studenten, davon die Hälfte Kadetten der Sternenflotte. Den Schwerpunkt werden dementsprechend Ingenieurs- und Naturwissenschaften inklusive Medizin bilden."

"Das klingt wirklich interessant... Ich werde mir die entsprechenden Daten noch einmal genauer ansehen und dann gegebenenfalls baldmöglichst eine Bewerbung schreiben. - Sagen Sie, stimmt es tatsächlich dass Dr. Jolie noch im Stützpunkt der Marines verweilt?"

Dr. Revin lächelte etwas schief. "Soweit ich informiert bin scheint sie dies tatsächlich zu tun, aber ich denke nicht mehr lange. Gerade Dr. Jolie ist die Art von Abenteurer die unter den nicht immer ganz koscher erscheinenden Gestalten, die auf Pollux IV eintreffen und wieder abreisen, eine nicht unerhebliche Anzahl guter Bekannter oder gar Freunde hat. Ehrlich gesagt würde es mich nicht wundern, wenn sie von diesen privaten Glücksrittern die sich im Athena-Raumflughafen immer rumtreiben gut die Hälfte kennen sollte."

Der Planet hatte sich seit Vinaras letztem Besuch (als sie noch Erste Offizierin der USS Schweitzer gewesen war) begonnen, sich mehr und mehr in ein Eldorado zu verwandeln. Grund dafür war eine Lockerung der Grabungsvorschriften seitens der Sternenflotte; seitdem hofften viele, noch auf irgendein Relikt der alten "Götter" zu stoßen. Und selbst wenn dies nicht mehr der Fall war (gerade die zweifelhaftestn Abenteurer durften nur in den bereits "abgegrasten" Gebieten Grabungen anstellen), so sorgte allein schon der Ruf von Pollux IV und seine Verbindung zu Captain Kirk für eine geradezu magische Anziehungskraft.

Bearbeitet von Vinara Shral
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Dunkelheit.


Dies hier ist der Beginn.

“Von was?”, flüsterte Milseya.


Von allem.

“Wie kann das der Beginn von allem sein, wenn hier nichts ist.”


Du bist hier.

Verständnislos schüttelte sie den Kopf. “Soll das heißen, dass .. “


Hör einfach auf, zu denken.

....

Vollkommene Leere.
Kein Licht.
Kein Geräusch.
Kein Geschmack.
Kein Geruch.
Kein Gefühl.


Das Leben ist Dunkelheit, wenn der Trieb fehlt.
Und aller Triebe ist blind, wenn das Wissen fehlt.
Und alles Wissen ist vergeblich, wenn die Arbeit fehlt.
Und alle Arbeit ist leer, wenn die Liebe fehlt.

.. Ich gebe dir nicht von meiner Weisheit, sondern von meinem Glauben und meiner Liebe. Ich fordere dich nicht auf, ins Haus meiner Weisheit einzutreten, sondern will dich an die Schwelle deines eigenen Geistes führen. Denn die Einsicht des Einen verleiht ihre Flügel keinem anderen...

... Dein Herz kennt im Stillen die Geheimnisse der Tage und Nächte. Aber dein Ohr dürstet nach den Klängen des Wissens in deinem Herz. Du willst in Worten wissen, was du in Gedanken immer gewusst hast.
Niemand kann dir etwas eröffnen, das nicht schon im Dämmern deines Wissens schlummert...

... Doch sage nicht, “Ich habe die Wahrheit gefunden”, sondern lieber “Ich habe eine Wahrheit gefunden”. Sag nicht “Ich habe den Pfad der Seele gefunden”. Sag lieber ”Ich habe die Seele auf meinem Pfad wandelnd angetroffen”, denn die Seele wandelt auf allen Pfaden...


Milseya runzelte leicht die Stirn. Was sollte der Vortrag? Wann begann der shoan m'ie mit der Vereinigung ihrer beider Gedanken? Er war bereits sehr schwach... “Nirlan ..”


Du redest, wenn du aufhörst, mit deinen Gedanken in Frieden zu sein; und wenn du nicht länger in der Einsamkeit deines Herzens verweilen kannst, lebst du in deinen Lippen und das Wort ist dir Ablenkung und Zeitvertreib. Und in vielen deiner Gespärche wird das Denken halb ermordert. Denn der Gedanke ist ein Vogel, der Raum braucht und in einem Käfig von Worten zwar seine Flügel ausbreiten, aber nicht fliegen kann. Die Stille des Alleinseins offenbart deinen Augen dein nackes Ich.

Hatten sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt? Milseya war es, als ob sie nun schemenhaft Konturen in dem Raum um sich herum wahrnehmen konnte.


.. Du kannst nur frei sein, wenn selbst der Wunsch, die Freiheit zu suchen, dir zum Zügel wird und wenn du aufhörst, von Freiheit als Ziel und Erfüllung zu reden. Wirklich frei wirst du nicht sein, wenn deine Tage ohne Sorge sind, und deine Nächte ohne jeden Wunsch und Kummer, sondern erst, wenn sie dein Leben umfassen und du dich dennoch nackt und ungebunden über sie erhebst.
In Wahrheit ist das, was du Freiheit nennst, die stärkste aller Ketten, wenn auch ihre Glieder in der Sonne glitzern und deine Augen blenden. Und was sind es anders als Teile deines eigenen Ichs, die du ablegen willst, um frei zu werden? Wenn es eine Sorge ist, die du ablegen willst, ist diese Sorge eher von dir gewählt als dir auferlegt. Und wenn es Angst ist, die du verjagen willst, ist der Sitz dieser Furcht in deinem Herzen und nicht in der Hand des Gefürchteten. All das umarmt sich ständig in dir, das Ersehnte und das Gefürchtete, das Abstoßende und das Geschätzte, das Erstrebte und das, dem du ausweichen willst. All das bewegt sich paarweise in dir wie Licht und Schatten, die einander verhaftet sind. Und wenn der Schatten verblaßt und nicht mehr da ist, wird das Licht, das verweilt zum Schatten eines anderen Lichtes. Und so wird deine Freiheit, wenn sie ihre Fesseln ablegt, selber zur Fessel einer größeren Freiheit....


Nein, sie gewöhnte sich nicht an die Dunkelheit. Der Raum wurde nach und nach von Licht, dessen Quelle sich nicht ausmachen ließ, erhellt. Und mit ihm eine leise, kaum hörbare Melodie von Tönen.


Wenn du arbeitest, erfüllst du einen Teil des umfassendsten Traums der Erde, der dir bei der Geburt dieses Traumes zugeteilt wurde. Wenn du Mühsal auf dich nimmst, liebst du das Leben wahrhaftig. Und das Leben durch Mühsal zu lieben, heißt mit dem innersten Geheimnis des Lebens vertraut zu sein...

...Denn in Wahrheit ist es das Leben, das dem Leben gibt...

.. Liebe gibt nichts als sich selbst und nimmt nichts als von sich selbst. Liebe besitzt nicht, noch lässt sie besitzen. Denn Liebe genügt der Liebe...


Es waren ungewöhnliche Töne. Eine unbekannte und doch vertraute Melodie, die ihren Körper durchdrang, ihn zum Schwingen brachte. Die Melodie begann wie köstlicher Wein auf ihrer Zunge ihre Lebensgeister zu wecken.


Deine Freude ist dein Leid ohne Maske. Derselbe Brunnen aus dem dein Lachen aufsteigt, war oft von deinen Tränen erfüllt. Je tiefer sich das Leid in dein Sein eingräbt, desto mehr Freude kannst du fassen...

.. Der Schmerz ist das Zerbrechen der Schale, die dein Verstehen umschließt...


Sie konnte es auf ihrer Zunge schmecken. Sie konnte das Aroma riechen – noch niemals zuvor hatte es sie einen derartigen Wohlgeruch je in sich aufgesogen.


... Deine Seele ist oft ein Schlachtfeld, auf dem deine Vernunft und dein Verstand Krieg führen gegen deine Leidenschaft und deine Gelüste. Doch die Vernunft ist, wenn die allein waltet, eine einengende Kraft und unbewacht ist Leidenschaft eine Flamme, die bis zur Selbstzerstörung brennt. Daher lass deine Seele deine Vernunft auf den Gipfel der Leidenschaft heben, damit sie singt. Und lass sie deine Leidenschaft mit Vernunft lenken, damit deine Leidenschaft ihre tägliche Auferstehung feiert...

Alles um sie herum explodierte.
Ihre Augen sahen.
Ihre Ohren hörten.
Ihre Nase roch.
Ihre Zunge schmeckte.
Ihre Haut spürte.

Milseya erkannte. Begriff. Verstand. Für den Bruchteil eines Augenblicks öffnete ihr das Universum alle Pforten. Enthüllte ihr der Kosmos sämtliche Geheimnisse.

Und sie akzeptierte.

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