Tomb Raider
Von Daniel Räbiger, in Reviews SciFi-Filme,
FilminfosRegie
Simon West (I)
Story
Sara B. Cooper
Mike Werb Besetzung
Angelina Jolie....Lady Lara CroftIain Glen....Manfred PowellJon Voight....Lord Richard CroftDaniel Craig (I)....Alex WestLeslie Phillips (I)....WilsonNoah Taylor....BryceChris Barrie....Hillary the ButlerJulian Rhind-Tutt....Mr. PimmsRichard Johnson (I)....Distinguished GentlemanRobert Phillips (I)....Assault Team LeaderRachel Appleton....Young LaraHenry Wyndham....Boothby's AuctioneerDavid Y. Cheung....Head LaborerDavid K.S. Tse....Head LaborerAyla Amiral....Little Cambodian Girl Inhalt & RezensionDer erste Schock beim Besuch von Tomb Raider ereignet sich meist schon an der Kinokasse. Nur lauter Typen jeden Alters, denen man genau ansieht, warum sie den Film sehen wollen: Wegen tiefschürfenden Diskussionen über Nepal... nein.. wohl doch eher wegen Angelina Jolie`s Oberweite.
Nachdem nach der ständigen Sorge, man sei doch in einen Filmpalast am anderen Ufer geraten, der Film endlich anfängt, beginnt man dann so langsam zu erkennen, was Videospieler eigentlich an einem Gamepad so hübsches haben. Die erste Szene, ein Übungskampf gegen einen Roboter, hätte jedenfalls in jedem Videospiel seinen Platz gehabt - und dort sicher aufgrund der aktiven Beteiligung auch mehr Spaß gemacht.
Doch bevor ich jetzt weiter in die unergründlichen Tiefen des Filmes eindringen will, erst mal etwas grundlegendes: Tomb Raider. Wie spricht man das? Abenteuerlichste Aussprachevariationen klangen durch das Kino an den Kassen vorbei bis hin zu den ach so kompetenten Fernsehberichten über Lara Croft. Nein, es heißt nicht "Tomp Räider", wie es die Mehrzahl spricht, sondern "Tuum Räider". Langes 'U'; 'P' wird nicht gesprochen. Grabräuber das heist das. Dies wollte ich jetzt doch einmal festgehalten haben.
Also nun wieder mit einem wundervollen Salto rückwärts in das Filmgeschehen. Schon zu Anfang stellen wir fest, dass wie schon zuvor in dem Film mit der zurückkommenden Mumie anscheinend alle Möchtegernabenteuerarchäologen in einer herrschaftlichen Villa in London leben. In einem Betonzelt außerhalb dieser Villa wird des toten Vates, der übrigens von Jon Voight, Angelina Jolies echtem Vater, leider nur durchschnittlich verkörpert wurde, gedacht, außerdem lebt dort noch ein durchgeknallter aber genialer Computerfreak in seinem Wohnwagen, der in seiner Freizeit sicher Action-Adventures mit vollbusigen Helden und Nacktcheat genießen will.
Außerdem gibt es da noch den vornehmen Butler, der aus seiner Chefin, Lara Croft, so gerne eine echte Dame machen würde. Die will aber nicht.
Eines Mitternachts, zufällig kurz vor einer alle dreitausend Jahre eintretenden Planetenkonstellation, entdeckt Lara im Traum und kurz darauf auch in echt eine Uhr, die einen mythischen Schlüssel enthält, der den Weg zum ewigen Leben öffnet. Dieser Schlüssel dient eigentlich in Wirklichkeit aber dazu, ihn in einer "wir haben eine Halle, wir haben Kronleuchter, wir haben eine Garage mit Autos, wir haben Waffen, lasst und alles mal benutzen"-Actionszene von einer bösen Vereinigung, die -Überraschung- auch die Weltherrschaft anstrebt, stehlen zu lassen.
Nun fehlen zum Glück noch zwei Hälften eines Dreiecks. Natürlich sind die Bösen zwar unglaublich böse, aber ihnen fehlt der gute Archäologe. Der gecharterte Ex-Freund von Lara weiß zwar schnell in einer Duschszene den Unmut des männlichen Publikums auf sich zu ziehen (obwohl man doch davor die badende Lara begutachten durfte... übrigens zu einem derart frühen Zeitpunkt im Film, das man sich schon sicher sein kann, das er schlecht werden sollte - denn warum schon so früh die Munition verschießen), ist aber nun mal beim Buddeln nach Artefakten eine absolute Niete.
Doch Lara reißt natürlich durch die halbe Welt hinter den bösen Leuten hinterher, mit dem Ziel das lustige Dreieck zu zerstören.
Leider ist auch Lara wohl nicht gerade mit einem Abitur von der Schule abgegangen. Anders ist jedenfalls kaum erklärbar, warum sie das erste Teil des Amulettes vor der Zerstörung rettet und dann, anstelle es zu zerstören und damit das Komplettamulett natürlich auch, lieber erst mal Sache mit den Bösen macht, um es zusammenzusetzen.
Na ja, nun beste Kumpels wird eben nach Sibirien gereist, um dort in eine vergessene Stadt aufzubrechen. Faszinierend wie die halbe Crew erfriert, während sich Lara im knappen Top lässig durch die Eiswüste bewegt.
Angekommen in der vergessenen Stadt ist noch einmal Zeit für ein paar nette Kletter-und-Draufgeh-Szenen, und natürlich kann am Schluss nur Lara das Amulett zusammensetzen - und benutzen, nachdem der Oberböse den Ex-Freund erschießt (war ja auch ein Versager, und die Duschszene ohne weibliches Publikum...).
Lara nutzt das Amulett natürlich, um ihren Vater wiederzusehen. Der allerdings ist zwar nett und hallo, will aber doch lieber irgendwo auf einem Felsen umgebracht werden und die Zukunft nicht verändern, anstelle mit seiner Tochter einen geruhsamen Lebensabend zu verbringen.
Weil diese aber anscheinend nichts gelernt hat schafft sie es, ein Wurfmesser zurück auf den Oberbösen fliegen zu lassen (welches normal hätte weiter nach vorne fliegen oder senkrecht hinunterfallen müssen) und damit ihren Ex-Freund zu retten (und die Zeitlinie, Star Trek lässt grüßen, doch noch zu verändern).
Um die allgemeine Glücksseligkeit zu Ende noch zu verfeinern, stolziert Lady Croft abschließend noch in einem eleganten Abendkleid die Treppe hinunter, zur Freude ihres Butler - greift sich dann aber, zur Freude des sabbernden Kinopublikums, doch noch ihre beiden besten Freunde... neeeein, nichts falsches denken, ihre Pistolen natürlich. Gefolgt von dem Abspann.
FazitAllgemein ist Tuuuuuum Räider ein durchschnittliches Action-Abenteuer, das ohne Angelina Jolie, die es durchaus vermag, der Lara Croft Profil zu verleihen, an den Kinokassen extrem gefloppt wäre. Der Film ist (zumindest als männlicher Betrachter) durchaus ganz nett anzusehen - aber eben absolut nichts besonderes sondern fehlerbehaftete 0815-Kost. Lara Croft mag zwar auch abseits der Konsolenwelt zu gefallen - eine ernsthafte Konkurrenz zu Indiana Jones wird sie jedenfalls nicht darstellen können.
Und es bleibt nur das traurige Fazit - das beste am Film war U2s Beitrag zum Soundtrack am Schluss des Abspanns.
6 von 10 Punkte (mit Jolie)
4,5 von 10 Punkten (ohne Jolie)
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