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...aus sonnengereiften Haselnüssen

Philosphisches :)


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Ich dachte mir mal, dass es so nen Thread braucht. Ich liebe es, Fragen in den Raum zu stellen und darüber zu diskutieren.

Ich selbst habe keine grosse Philosophiegeschichte Kenntnis. Ich kenne wohl nur Platons "Höhlengleichnis". Ich dachte nicht an so etwas. In der Philosophie kann doch jeder seine Meinung haben und darum geht es mir. Mich nimmt es Wunder, welches eure Meinungen sind. Ich habe bemerkt, dass hier auch sonst in anderen Threads noch ziemlich viel über Moralisches, ... diskutiert wird.

Ich hoffe, das Interesse ist da. "Regelmässig" möchte ich nur sagen, dass man die Meinung des anderen akzeptiert und ihn nicht mit Worten "angreift. Man kann natürlich die Meinungen auch hinterfragen, aber im Respekt zur anderen Person.

Schreibt fleissig :)

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"Regelmässig" möchte ich nur sagen, dass man die Meinung des anderen akzeptiert und ihn nicht mit Worten "angreift.
...Richtig, warum mit Worten angreifen, wenn man auch die Fäuste benutzen kann! :D

Sorry, blöder Spruch zur Morgenstunde....

Wäre aber schön, wenn Du, da Du diesen Thread aufgemacht hast, mal die Diskussion eröffnen würdest!

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Uff, jetzt ein gutes Thema finden ... :huh:

Also gut, los gehts:

Der Tod; was kommt für euch nach ihm und habt ihr Angst vor ihm?

Meinerseits: Ich habe keine Angst vorm Tod. Meiner Meinung nach, sind es die Hinterbliebenen, die am meisten leiden. Ich stelle mir das "Leben nach dem Tod" wie folgt vor: Wenn ich gestorben bin, wird meine Seele (oder alles ausser der Körper) "frei" sein. Ich werde tun können, was ich will. Ich werde am liebsten im Weltall umherfliegen und zwar in einer enormen Geschwindigkeit, so, dass ich alles mögliche sehen kann und halten kann, wo ich will. Mich hat das Universum schon immer fasziniert. Ich kann es dann endlich erforschen. Wenn ich will, kann ich auch "wiedergeboren" werden, neu auf der Erde erscheinen.

Für mich ist es nach dem Tod schön. Ich will aber nicht sagen, dass ich somit so schnell wie möglich sterben will. Ich liebe auch das Leben und geniesse es in vollen Zügen. Es kann alles so schön sein, wenn man nur daran glaubt.

Ich glaube ausserdem auch an Gott. Aber ich habe eine eigene "Vorstellung" (nicht bildlich) von ihm. Ich will ihn nach dem Tod nicht unbedingt sehen, sondern nur wissen, dass er da ist. Ich stimme der Kirche und der Bibel auch nicht immer zu. Ich habe ein bisschen "meine eigene" Religion.

Ich rede so gut über den Tod und das Danach, weil ich ja nicht weiss, wie es sein wird. Wenn ich es nicht weiss, dann kann ich doch auch Gutes darüber denken, denn wer kann mir schon das Gegenteil beweisen. Ich nehme mir so die Angst vor dem Tod. Warum sollte ich Angst haben? Ich weiss ja nicht, was kommt.

Ich finde es interessant, wie die Menschen Angst vor dem Tod haben. Warum? Viele haben wohl Angst vor der Ungewissheit. Aber meiner Meinung nach ist diese Angst durch die Hinterbliebenen entstanden. Sie sind diejenigen, die Leid und Trauer verspüren. Warum sollte etwas gut sein, was einem einen geliebten Menschen entreisst?

Ihr seht, ich mache mir viele Gedanken darüber. Jetzt will ich aber mal eure Gedanken lesen. Traut euch ruhig, die eigene Meinung zu sagen, ich habe ja auch mein "Herz ausgeschüttet" :)

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Hallo M.Price,

erstmal Danke für diesen Thread! :) Ich philosophiere auch gerne über die unteschiedlichsten Themen.

Ok, Tod und Jenseits:

Ich habe ja schon bei ein paar Gelegenheiten zum Ausdruck gebracht, dass ich Atheist bin und philosophiere über dieses Thema daher lieber anhand von Fakten, soweit es möglich ist.

Ich könnte mir vorstellen, dass wir nach dem Tod in nicht-körperlicher Form weiterexistieren, basierend auf allen Erfahrungen und Erinnerungen aus unserem Leben. Dass wir z.B. jeden Moment unseres Lebens noch einmal durchleben können, oder diesen auch anhand von Wünschen, Hoffnungen oder auch Überschneidungen mit anderen Erinnerungen leicht abgeändert erleben. Möglicherweise können wir auch in Nullzeit durch's Universum fliegen.

Sicher bin ich jedenfalls dabei, dass was auch immer nach dem Tod kommt, von den Erfahrungen unseres Lebens abhängig ist. Deswegen geben manche Menschen, die schon einmal für einen Moment tot waren und wieder "zurückgeholt" wurden an, dass sie eine Lichtgestelt gesehen hätten (in ihrer Vorstellung Gott), während eine Hindu-Frau behauptete, sie sei auf einer Kuh (bei den Hindus heilige Tiere) ins Paradies geritten. Wiederum andere sagten, sie hätten im "Jenseits" ihre verstorbenen Freunde und Familienmitglieder wiedergesehen.

Angst vor dem Tod habe ich eigentlich nicht, aber natürlich möchte auch ich erstmal mein Leben zuende leben, und zwar so gut und ehrbar wie ich kann.

Die meisten Menschen haben sicherlich deshalb Angst vor dem Tod, weil sie fürchten, dass sie dann aufhören zu existieren (ausschließen will ich es ja auch nicht).

Ich könnte mir gut vorstellen, dass tod-sein sich so anfühlt wie Träumen.

Vale!

Lovok

Bearbeitet von Lovok
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Ich HABE Angst vor dem Tod. Ich kann nicht genau sagen, ob vor dem Danach, oder dem Augenblick des Todes.

Cmdr.M.Price meinte, es seien die Hinterbliebenen, die das Leid verspüren würden. Das ist wohl wahr, aber ich bin mir nicht sicher, dass nicht auch der Sterbende leidet. Ich habe in den letzten drei Jahren so einige Tote gesehen. In der Regel wirken sie friedlich, haben nichts, wovor man Angst haben müsste. Manche lächelten sogar. - Doch ich musste auch einmal mit ansehen, wie bei jemandem, mit dem ich noch vor einem Augenblick gesprochen habe, der gerade noch selber die Treppe heruntergelaufen kam, im nächsten Moment das Herz aussetzte. Man kippt dann nicht sofort um, wie viele glauben. Man bekommt diesen Zustand bewusst mit, für etwa 10 bis 20 Sekunden. Wenn ich so darüber nachdenke, dann sind diese 10 bis 20 Sekunden wohl das, wovor ich am meisten Angst habe, denn ein stehendes Herz ist ein sauerstoffunterversorgtes herz und DAS sind Höllenqualen.

Gibt es etwas "danach"? Viele Menschen, die ins Leben zurück geholt wurden, berichten ja von einem langen, hellen Tunnel... aber diese Erfahrung lässt sich medizinisch erklären.

Ich weiß nicht, was ich denken, was ich lauben soll... Ich weiß nur, ich HABE Angst vorm Tod.

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Ich würde mal sagen, vor dem Tod sein habe ich keine Angst, vor dem Sterben, dem Moment mein Leben zu verlieren, vor der Konfrontation mit dem Unausweichlichen, schon. Ich glaube, dass dazu eine geistige Reife gehört, die ich noch nicht erlangt habe. Wie sagte doch Capt. Kirk in STII: "Die Art, wie wir dem Tode begegnen ist fast genauso wichtig, wie die Bewältigung des Lebens." Ich kann also nur hoffen, wenn es bei mir einmal (in ferner, ferner, ferner Zukunft) soweit ist, dass der Sensenmann vor mir steht, die geistige Reife erlangt zu haben, diesem Moment würdevoll und einsichtig zu begegnen.

Ob es ein "Leben nach dem Tode" gibt? - Früher hätte ich diese Frage wohl mit "ja" beantwortet, da ich aber im Laufe der letzten Jahre auf Grund verschiedener Ereignisse und Erfahrungen mehr und mehr zum Atheisten geworden bin, möchte ich heute an einer Existenz nach dem Tode zweifeln. Ich sehe auch keinen Sinn darin, im Geiste irgendeiner Erlösungslehre daran zu glauben, dann nach all dem Mühen im irdischen Jammertal zur Belohnung endlich dorthin zu kommen, wo es mir gut geht. Vielmehr möchte ich dieses Leben bejahen, nach dem Motto: Man lebt nur einmal und darum soll man sein Bestes geben!

Wenn wir sind, ist der Tod nicht, und wenn der Tod ist, sind wir nicht mehr - also geht uns der Tod (das tot sein) eigentlich nichts mehr an... Ein Weiterleben nach dem Tod gibt es nur im Andenken derer, deren Leben wir beeinflußt haben.

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Nur wenn es kein Leben nach dem Tod gibt, was passiert denn mit dir selbst? Deinem Geist, deinem Wissen? Es ist einfach weg? Würdest du das denn bemerken, wenn es dich danach nicht mehr gibt?

Ich glaube schon, das es etwas "danach" gibt, die Frage ist halt nur, wie sieht es aus? Fegefeuer? Ich hoffe nicht, denn sonst müsste ich da ne Weile ausharren....Hölle? Wie würde die denn bitte aussehen? Biblisch? Oder so wie ich mir meine persönliche Hölle vorstelle? Himmel? Werde ich mit Flügeln über die Wolken schweben? An sich ne coole Vorstellung fliegen zu können, doch auch sehr biblisch. Vieleicht doch meine eigene Vorstellung vom Himmel? Bin ich vieleicht gerade JETZT in meinem Himmel/Hölle? Lebe ich jetzt wirklich, oder befinde ich mich zur Zeit in dem berühmten Moment, wo man kurz vor seinem Tod sein ganzes Leben an sich vorbeiziehen sieht? Bin ich wirklich ICH, oder vieleicht doch nur eine Variation eines anderen, der nun ein weiteres Leben lebt?

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Nur wenn es kein Leben nach dem Tod gibt, was passiert denn mit dir selbst? Deinem Geist, deinem Wissen? Es ist einfach weg? Würdest du das denn bemerken, wenn es dich danach nicht mehr gibt?

Genau davon gehe ich aus. Ist meiner Meinung nach die einfachste und einleuchtendste Erklärung, und kommt ohne jegliche übernatürliche oder religiöse Phänomene aus. Da es mein geistiges Ich dann nicht mehr gäbe, würde ich meine Nicht-Existenz dann natürlich auch nicht mitbekommen.

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Natürlich habe ich aus meiner jetzigen Perspektive ein unwohles Gefühl, wenn ich an den Tod denke. Mir geht es gut, ich bin weitestgehend gesund, stehe im Leben und hänge dementsprechend auch an meinem "Leben".

Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass jemand aus einer anderen Perspektive dem Tod deutlich wohlwollender gegenübersteht. Zuerst denke ich da an Menschen, die an unheilbaren und symptomlastigen Krankheiten leiden. Aus deren Sicht sind die Qualen des Todes sicher ein erlösender Spaziergang. Dies ist nur ein Beispiel, welches prinzipiell aber auch auf andere Menschen übertragbar sein kann.

An ein Leben nach dem Tod glaube ich nicht, da ich grundsätzlich nicht hinter einer Religion oder Glaubensinhalten stehe - "jenseits" (haha) solcher Diskussionen nimmt das keinen Platz in meinem Leben ein. Ich empfinde diese Redewendung schon von der Begrifflichkeit her abstrus - dass muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen: "das Leben nach dem Tod".

Meine nüchterne Sichtweise bietet in der Hinsicht also keinen Raum für solche "Sonne, Mond und Sterne" Geschichten. Aus psychotherapeutischer Sicht ist die Illusion dieser Glaubensinhalte vermutlich förderlich, um die Momente vor dem Tod etwas stressfreier zu gestalten.

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Ich habe keine Angst vor dem Tod. Natürlich mache ich mir Gedanken darüber, wie meine Hinterbliebenen damit klar kämen, doch ich empfinde keine Panik bei dem Gedanken.

Grund dafür ist, dass ich jeden Tag meines Lebens als Geschenk sehe, denn mir geht es besser als 85% der restlichen Weltbevölkerung. Ich habe wundervolle Eltern, tolle Geschwister, Freunde. Ich bin weder arm noch muss hungern, mein Beruf macht mir Spaß und ich habe allerlei (elektronische) Annehmlichkeiten.

Wenn ich morgen von dieser Welt gehen müsste, dann würde ich mir nicht denken "oh je, was habe ich verpasst", sondern ich stürbe in dem Bewusstsein "wie gut habe ich es doch gehabt".

Ich bin dankbar für jeden weiteren Tag, den ich in diesem Leben erleben darf. Jeder einzelne ist, wie bereits erwähnt, ein Geschenk und auf keinen Fall selbstverständlich.

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Da es mein geistiges Ich dann nicht mehr gäbe, würde ich meine Nicht-Existenz dann natürlich auch nicht mitbekommen.

Aber genau da ist doch das Paradoxon: Welcher Teil von dir bemerkt es denn nicht, das es ihn nicht mehr gibt, wenn nix mehr da ist? Denn wenn nix da ist, kann man es zwar nicht vermissen, doch dann müsste doch noch was da sein, das den Unterschied erkennen könnte, oder?

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Grund dafür ist, dass ich jeden Tag meines Lebens als Geschenk sehe, denn mir geht es besser als 85% der restlichen Weltbevölkerung. Ich habe wundervolle Eltern, tolle Geschwister, Freunde. Ich bin weder arm noch muss hungern, mein Beruf macht mir Spaß und ich habe allerlei (elektronische) Annehmlichkeiten.
Ich finde es toll, wie du das siehst, denn viele Menschen, denen es wirklich sehr gut geht, sehen das nicht so. Sie denken, sie seien die Ärmsten auf dieser Welt.

Ich muss zugeben, was den Tod angeht, habe ich in einer Hinsicht etwas Bammel: Wie ich sterben werde. Ich möchte am liebsten einfach friedlich einschlafen. Ich habe Angst, dass ich mit Schmerzen sterben könnte. Da hat TheOssi Recht:

Man kippt dann nicht sofort um, wie viele glauben. Man bekommt diesen Zustand bewusst mit, für etwa 10 bis 20 Sekunden. Wenn ich so darüber nachdenke, dann sind diese 10 bis 20 Sekunden wohl das, wovor ich am meisten Angst habe, denn ein stehendes Herz ist ein sauerstoffunterversorgtes herz und DAS sind Höllenqualen.

Ich will auch nicht irgend in einer Weise "verstümmelt", "zerfetzt" oder so werden. Dieser Gedanke jagt mir einen Schauer über den Rücken!

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Habe ich Angst vor dem Sterben? - Ja, aber wovor ich noch größere Angst habe, ist vor dem, was danach kommen kann....

Entweder ist wirklich alles aus und meine Existenz verlischt komplett. Das wäre die Möglichkeit, so seltsam es klingen mag, die ich am ehesten akzeptieren könnte.

Oder meine unsterbliche Seele wäre von meinem Körper gelöst und würde sich rgendwo im Universum herumtreiben... das mag für einige tausen oder zehntausend Jahre ja ganz interessant sein, aber dann?

Genauso sähe es mit dem ewigen Leben im Paradis aus...

Mich stört jedesmal die "Ewigkeit", denn irgendwann hängt einem alles mal zum Hals raus... Ich mag die Sache mit der Langeweile von einem äußerst physischen Standpunkt aus sehen, aber ich kann es mir auf eine andere Weise nicht vorstellen.

Und ganz ehrlich: eine solche Existenz wäre für mich der blanke Horror!

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Aber genau da ist doch das Paradoxon: Welcher Teil von dir bemerkt es denn nicht, das es ihn nicht mehr gibt, wenn nix mehr da ist? Denn wenn nix da ist, kann man es zwar nicht vermissen, doch dann müsste doch noch was da sein, das den Unterschied erkennen könnte, oder?

Ich sehe da kein Paradoxon. Ich bin einfach nicht mehr da. Der Unterschied muss nicht von mir erkennbar sein. Er muss lediglich vorhanden sein. Mit meiner Wahrnehmung hat das dann nichts mehr zu tun, nur mit dem Zustand der Welt.

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Das Sterben kann, wie ich immer wieder - ähnlich wie Ossi, in meinem Berufsleben sehe, ne ganz üble Sache werden und auch wenn ich (noch) keine wirkliche Angst davor habe - weil es hoffentlich noch eine lange Zeit auf sich warten lassen wird - stellt sich in so manchem Moment ein recht mulmiges Gefühl ein.

Ich habe schon viele Leute sterben sehen - und nur die wenigsten hatten das Glück "Augen zu und tot" zu sein. Die meisten hatten einen teilweise wirklich langen und beschwerlichen Weg bis zu diesem Punkt zu gehen.

Auf der anderen Seite kenne ich viele Beispiele, wo mich das "Leben um jeden Preis und mit allen zur Verfügung stehenden, technischen Mitteln" abschreckt. Will ich an 100 Schläuche gefesselt und mit unzähligen Medikamenten vollgepumpt sein, um dem Körper und dem Schicksal weitere 24 Stunden abzuringen?

Auch nicht.

Also wenn - werde ich wirklich nur Angst vor dem Sterben haben, vor der Art wie es mit mir zu Ende gehen wird.

Habe ich den Punkt erreicht und bin Tot - na ja... da halte ich es wohl wie Nuss: Es wird einfach vorbei sein.

Kein Leben nach dem Tod. Kein Paradies, keine Hölle, keine Engel, keine Wiedergeburt.

Einfach Ende und mein bestatteter Körper (den ich vielleicht doch lieber und zur Sicherheit verbrannt haben möchte) bekommt die ein oder andere "Wurmkur" (sollte es nicht zur Einäscherung gekommen sein).

Bewusstsein, Geist, Seele etc. spielt sich meiner Meinung nach, alles nur in meinem Kopf ab. Wird dieser nicht mehr durchblutet, weil er auf meinem toten Körper festsitzt - endet eben meine komplette Existenz in dieser einen Sekunde.

Für die meisten Menschen ist genau das, das Unvorstellbare!

Man will es einfach nicht wahrhaben. Wirklich einfach alles aus?

Ich glaube: Ja! So einfach. So hart und Kompromisslos wird es sein.

In so fern ist Nadirs Einstellung genau die richtige: Er genießt es. Tue ich auch.

Es gibt kein Bedauern, keine "Hätte, wäre, wenn - Gedanken".

Ich hatte es doch in der Hand, alles zu tun oder zu lassen, was ich glaubte tun und erlebt haben zu müssen.

Ich schiebe Wünsche, die es sich wirklich lohnt zu erfüllen, nicht lange vor mir her - sondern kümmere mich drum, dass ich diese Träume verwirkliche.

Sollten da Dinge dabei sein, die so oder ähnlich nicht erfüllbar sind (finanziell, physikalisch, chemisch oder weil es Gestze dagegen gibt) - muss ich wohl darauf verzichten und werde es auch nicht bedauern.

So ein Leben kann kurz oder lang sein. Meistens ist es ungerecht und fies - aber es hat uns auch niemand was anderes versprochen.

Wirklich dumm ist, dass uns - zumindest kann ich mich nicht daran erinnern - auch keiner gefragt hat, ob wir denn wirklich in diese Welt oder Zeit geboren werden wollen.

Im Zweifelsfall also sollte man sich frühzeitig einen guten Anwalt besorgen und seine Eltern wegen unerlaubter in die Welt-Setzung der eigenen Person verklagen- da genau dieser Schritt dieser Leute, Schuld daran ist, dass man überhaupt erst an den Punkt des Todes kommen wird....

Auf das Urteil wäre ich gespannt und auf den Geisteszustand des zuständigen Richters ebenfalls....

Also Tod ist der Schlussstrich für mich. Es gibt kein Danach, keinen zweiten Teil, kein Prequel, keinen Abspann, nicht mal Leere und Dunkelheit.

Bearbeitet von Locutus
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In so fern ist Nadirs Einstellung genau die richtige: Er genießt es. Tue ich auch.

Es gibt kein Bedauern, keine "Hätte, wäre, wenn - Gedanken".

Dabei darf man meine Ansicht jedoch nicht mit denen verwechseln, die das Motto propagieren: "Leben jeden Tag so, als wäre es dein letzter."

Jene Menschen, die aus Angst etwas zu verpassen, jedwede Konvention brechen. Die nur auf Spaß aus sind. Die mit so vielen Frauen/Männern schlafen wollen, wie nur möglich. Jene Adrenalinjunkies wollen so bewusst wie möglich leben und sind in meinen Augen dennoch nur tot.

Wie man wohl schon in vielen vorherigen Diskussionen gehört hat, bin ich sehr wohl ein religiöser Mensch. Ich glaube an Gott, seine Gebote und Weisungen. Ich möchte nach seinen Regeln leben, sehr wohl aus persönlicher Überzeugung und nicht aus Gewohnheit, wie es so viele andere tun, die schließlich ihren Glauben ablegen.

Grund dafür ist für mich jedoch nicht der primäre Wunsch in ein abstraktes und damit kaum vorstellbares Himmelsreich zu gelangen. Viel mehr denke ich, dass die ethisch/moralischen Regeln, nach denen ich derzeit lebe, mein Hier und Jetzt sinnvoller gestalten; dass diese Regeln um ihrer selbst wichtig sind. Genau wie andere Menschen der (hoffentlicht) felsenfesten Überzeugung sind es sei falsch eine Bank auszurauben, glaube ich auch daran, dass manche heute üblichen Verhaltensweisen falsch sind.

Viel interessanter ist doch die Frage, ob ich und andere Menschen auch nach diesen Regeln würden, wenn es keinen Gott gibt und keine Religionen. Es ist doch in diesem Leben gar nicht so wichtig, sich den Weg in das Paradies zu erarbeiten. Viel richtiger ist es das Ziel zu haben ein guter Mensch zu sein.

Ich für meinen Teil sehe mich nicht als Verlierer. In meinen Augen kann ich sogar nur gewinnen!

Entweder stimmt meine Religion und ich ein Gott wird mich hoffentlich für meine guten Taten belohnen.

Oder es gibt keinen Gott, kein Jenseits und kein Leben nach dem Tod. Dennoch habe ich ein wundervolles Leben geführt, nach Werten und Vorstellungen, von denen ich überzeugt bin, dass sie richtig oder sogar sinnvoll sind.

BTW: Das erinnert mich endlich wieder an eine dieser klassischen Diskussionen, die wir in den "alten Tagen" dieses Boards hatten! :D

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Viel interessanter ist doch die Frage, ob ich und andere Menschen auch nach diesen Regeln würden, wenn es keinen Gott gibt und keine Religionen.

Wenn es keine Religionen gegeben hätte, dann - da gehe ich von aus - würden unsere heutigen Gesetze anders aussehen. Ob nun von Gott gegeben, oder von irgendwelchen cleveren Menschen, bzw. Menschen, die gestört genug waren, um sich einen Gott einzubilden, sei mal dahin gestellt. Die Religion hat unsere ethischen und moralischen Wertvorstellungen geprägt, woraus unsere heutigen Gesetze entstanden sind. - Wir haben uns die "besten" von Gottes Geboten und Vorschriften rausgesucht und andere ignorieren wir.

Ich finde nicht nur die Frage interessant, wie es aussehen würde, wie wir leben würden, hätte es niemals Religionen gegeben, sondern auch, wie unsere Gesellschaft heute aussehen würde, hätten wir uns andere Geboe und Vorschriften als maßgebend rausgesucht ("Auge um Auge, Zahn um Zahn" statt "Wenn dir einer auf die rechte Wange schöängt, halte auch die linke hin").

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Interessanter Vergleich.

Aber der Markt ist wohl doch ein bisschen zu weltlich, um ihn als Religion zu bezeichnen. Sicher gibt es mittlerweile mehr als genug Parallelen zwischen Weltreligion und Weltmarkt, aber einige zentrale Merkmale einer Religion, wie etwa eine Schöpfungsgeschichte - und natürlich auch ein "Jenseits" - fehlen dem Markt.

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Naja, ist aber ein bisschen weit hergeholt ;)

Der Wechsel zwischen Inflation und Deflation ist permanent (mal stärker, mal schwächer) und wird bei uns von der EU bzw. der Europäischen Zentralbank permanent kontrolliert und reguliert. Die EZB könnte man daher mit der Glaubenskongregation oder der Inquisition vergleichen ;)

So etwas wie eine "Himmlische Schatzkammer" wie bei den Ferengi oder Ewiges Leben kennt die Marktwirtschaft jedoch nicht und befasst sich auch sonst mit nichts überirdischem.

Vale!

Lovok

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@ Locutus: Gut ausgedrückt - würde ich so unterschreiben.

Ich würde mir nicht anmaßen wollen, wie sich unsere Gesellschaft ohne eine Religion entwickelt hätte. Darüber hinaus muss man das auch global betrachten und da sehe ich nicht unbedingt immer, dass Religionen die Gesellschaften zu einem gesunden Entwicklungsstand gebracht haben. Auch sehe ich nicht, dass aktuell friedliche Religionen in ihrer Vergangenheit das friedliche Miteinander gefördert haben.

Allerdings würde ich selbst anzweifeln, dass sich eine Zivilisation überhaupt religionsfrei entwickeln kann. Selbst auf unseren Planeten, wo sich anfänglich mehrere Zivilisationen unabängig voneinander entwickelt haben, kam keine davon in ihrer Entwicklung vom "besseren Primaten" zum "modernen Menschen" ohne eine Art von Okkult aus.

Bearbeitet von DocSommer
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In diesem Zusammenhang übrigens interessant, dass die Prostitution eben nicht das älteste Gewerbe der Welt ist.

Vielmehr gab es zuerste den Schamanen.

Der okkult veranlagte Mensch, vor allem der Höhlenmensch, sah ja zu Beginn in allem ein übernatürliches Zeichen. Schon ein herunterfallender Apfel sorgte für Misstrauen und brachte den Schamanen auf den Plan, der göttliche Besänftigung garantieren wollte.

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In diesem Zusammenhang könnte man Religion und jeglichen Glauben an das "Übernatürliche" als Mangel an wissenschaftlichen Erkenntnissen interpretieren. Wenn wir irgendwas sehen, was wir nicht verstehen, wollen wir diesen Zustand natürlich ändern. Wenn man entsprechend geduldig ist, nimmt man es erstmal hin und wartet, bis es genügend erforscht ist um hinreichend befriedigend erklärt werden zu können. Wenn man nicht so geduldig ist (oder, wie viele Höhlenzivilisationen, noch kein Max Planck-Institut hat) müssen halt andere Erklärungen herhalten. Und was liegt da näher, als etwas zur Hilfe zu nehmen was in irgendeiner Form größer und mächtiger ist als der Mensch.

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An dieser Stelle hilft dann meistens nur noch eins:

man muss nach Beweisen, sofern es sie denn gibt, in den religiösen Schriften suchen.

Doch darf oder sollte man sie überhaupt finden? Nehmen wir mal an, wie in Dantes göttlicher Komödie, fände man einen Beweis für die Existenz Gottes.

Wo wäre dann noch die "Herausforderung"? Wie definiert man dann noch glaube, wenn man ja ohnehin weiß? Wie soll das Leben, welches in religiöser Hinsicht eine Prüfung ist, überhaupt noch eine Herausforderung sein?

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